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An alle Neulinge: Bitte lest euch diesen Thread als erstes durch BEVOR ihr ein eigenes Thema eröffnet, viele typische Anfängerfragen werden darin bereits beantwortet: Dart Neuling? Welche Dinge sollte ich beachten? (Pfeile, Board, Wurftechnik etc.) - Danke !!!

AntonS1337

Schwarzwald-Darter

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Monday, February 11th 2019, 11:24pm

Bericht von meinem ersten Turnier mit Top3-Platzierung

Hallo liebe Darts-Community,


ich möchte euch hier einen kleinen Bericht zu meinem ersten Turnier mit Podiumsplatz liefern. Sinn dahinter soll ein Stück weit Unterhaltung sein, es soll anderen Einsteigern aber auch Ratschläge für die Turniere und Ligaspiele liefern, die sie in Zukunft bestreiten werden. Gebt auch gern Feedback an mich weiter!




Kurze Vorgeschichte zu mir:
Ich bin 20 Jahre alt und spiele nun seit knapp einem halben Jahr aktiv Steeldart. Ich habe einen Verein mit lauter netter Leute gefunden, mit denen wir im Ligabetrieb teilnehmen und zusammen auf Ranglistenturniere unseres Verbandes fahren.
Ich habe bislang an zwei Liga-Spieltagen und einem Ranglistenturnier teilgenommen, weitere Erfahrungen auf Wettkampfebene konnte ich bislang noch nicht sammeln.


Anfangen möchte ich am Freitag, einem Tag vor dem eigentlichen Turnier. Nach der Arbeit ging es für mich und mein Team direkt an die Anreise zu unserem zweiten Ligaspiel. Für mich waren es knappe 130km, die ich mit dem Auto zu überwinden hatte. Der Spieltag selbst verlief ziemlich durchwachsen, wir gingen als Außenseiter in die Partie, da wir eine Nachwuchsmannschaft unseres Vereins sind. Am Ende des Spieltags konnten wir ein paar Set-Gewinne verbuchen, insgesamt lief es dennoch auf eine Spieltags-Niederlage hinaus, unser Kapitän war mit der Teamleistung jedoch zufrieden. Meine Leistung an diesem Tag möchte ich als „ausbaufähig“ betiteln, ich kam mich nicht wirklich in Form und die Nervosität für einen „Einsteiger“ spielte natürlich auch eine Rolle.
Um ca. 1 Uhr nachts kam ich dann zuhause an und konnte mich zur Ruhe legen.


Am nächsten Morgen, nach etwa 6,5 Stunden Schlaf ging für mich der Tag des Turniers los.
Ich startete mit der gewöhnlichen Morgenroutine: Aufstehen, der Gang ins Badezimmer, ein ordentliches Frühstück. Ich fühlte mich nicht perfekt ausgeruht, aber auch nicht so, als ob mich die letzte Nacht negativ beeinflussen würde. Da der Turnierstart auf 14 Uhr angesetzt und mir bewusst war, dass ich nach dem Mittagessen nicht mehr genügend Zeit zum Warmspielen hatte, begann ich nach dem Frühstück mit gemütlichem Aufwärmen. Durch meine Leistungen vom vorherigen Tag ging ich ohne Erwartungen ans Oche, ich wollte einfach nur Spaß haben und mein Bestes geben. Der Stand vom Vortag bestätigte sich nicht, ich kam gut in meinen Wurf rein und die Tripple- und Double-Felder fühlten sich für meinen Leistungsstand normal an. Nach dem Mittagessen, zu dem ich aufgrund von fehlendem Hunger nicht viel zu mir nahm, verwandelte ich meine Kleidung also in die eines Dartspielers, schwarze Hose gepaart mit einem Winmau-Shirt und einem Hoodie zur Bekämpfung von möglicher Kälte am Spielort. Ich überprüfte ein letztes Mal meine Tasche - Hab ich meine Darts dabei, genügend gelochte Flights und Shafts des Herstellers meines Vertrauens, falls eine Katastrophe ausbrechen sollte?-Alles dabei, sogar ein wenig Kleingeld für die Verpflegung vor Ort.


Ich wurde auf das Turnier durch meinen Vater aufmerksam, der mich auf das Turnier hinwies.
Da der Organisator eine Privatperson aus einem Sportverein eines Nachbardorfes war, hatte ich keinerlei Vorstellungen, was mich bezüglich Ausstattung, den Gegebenheiten vor Ort (einer Sporthalle) und dem Leistungsstand meiner Gegner erwarten durfte.
Um ca. 13:40 Uhr kam ich am Spielort an und sah nach dem Betreten der Spielstätte direkt sechs Boards, auf denen später gespielt werden sollte - Winmau Blade 5. Die erste Enttäuschung blieb mir also erspart, schließlich kannte ich mein Lieblingsboard nur zu gut.
Auf den zweiten Blick erkannte ich selbstgebaute Oches, die einen guten Eindruck machten und direkt die Lust Pfeile zu werfen in mir weckten.
Ich schaute umher, entdeckte den Tisch der Turnierorganisation und den Stand für Speis und Trank. Der erste Weg führte also zur Anmeldung, an dem mich der Turnierorganisator mit einem Handschlag Willkommen hieß - „Nico“ war sein Name, so schnell er sich vorstellte war der Name aber auch schon wieder vergessen.
Die Halle war bereits prall gefüllt, was mich staunen ließ. Ich hätte nie gedacht, dass ein Turnier dieser Art in meiner Region so angenommen wird.
Das Spielerfeld bestand hauptsachlich aus Freizeitspielern, die anscheinend immer mal zu den Pfeilen greiften, aber ohne wirkliche Ambitionen und den Willen sich zu verbessern Spaß am Spiel hatten. Zum großen Teil waren es Fußballspieler aus den umliegenden Sportvereinen.
Nach dem Handshake besorgte ich mir zunächst etwas zu trinken – eine Fanta, die auch bis in die Nacht mein Begleiter blieb. Ich habe selten gute Erfahrungen mit dem alkoholisierten Spielen gemacht, weshalb ich gefühlt der Einzige in der Halle war, der an diesem Tag nüchtern blieb.
Mit meinem Rucksack und der Fanta bewaffnet suchte ich mir also einen freien Platz in der Halle mit Tisch und Bank, wo ich alles unterbringen konnte, was ich später nicht zum Spielen benötigte. Ich zückte meine Pfeile, kontrollierte meine Flights und suchte mir einen freien Platz, um mich einzuwerfen - Board 3 sollte es sein.
Während des Einwerfens begann ich auch ein Stück weit einen Blick auf die anderen Spieler zu werfen. Alle standen zumindest schon mal mit dem richtigen Fuß vorn, auf die Wurftechniken möchte ich nicht eingehen, da ich der Meinung mit, dass mit genügend Übung jede Technik und jeder Rhythmus zum Erfolg führen kann.


Mit relativ viel Verspätung (ca. 14:45 Uhr) wurde dann mit der Auslosung begonnen. 36 Spieler wurden auf 6 Gruppen aufgeteilt, Jeder-gegen-Jeden sollte es heißen.
Die Gruppenphase überstand ich relativ entspannt, im Modus Best-of-Three konnte ich die ersten vier Spiele in meiner Gruppe für mich entscheiden. (2:1, 2:0, 2:0, 2:0)
Das letzte Spiel in der Gruppe verlor ich gegen einen starken Spieler in meinem Alter mit 1:2, der mir auch im zweiten Leg ein Maximum einschenkte. Davon ließ ich mich jedoch nicht beeindrucken, ich gab ihm eine respektvolle Faust, das Leg konnte ich letztendlich doch für mich entscheiden.
Mit den Resultaten beendete ich die Gruppe auf Posititon 1 gesetzt. Es ging nun also in die K.O.-Phase.


Die Pause gestaltete sich relativ lang, es ist bereits Abend geworden.
Da mich der Hunger plagte, holte ich mir am Essensstand ein Bismarck-Brötchen, welches voererst meine einzige Magenfüllung für den Abend sein sollte.
In der Schlange sprach mich ein älterer Herr an, wer ich denn sei. Man erzähle sich, dass ich wohl nicht schlecht spiele und da mich niemand zuordnen konnte (viele Leute kannten sich untereinander) waren sie verwundert, wo ich denn her sei. Ich fühlte mich geschmeichelt, aber auch etwas verwirrt, mit so etwas hätte ich nicht gerechnet.
Meine Leistungen empfand ich an diesem Abend nicht so stark, eher schwach, um ehrlich zu sein. Ich scorte für meine Verhältnisse unterdurchschnittlich und ließ mir auch für die Doppelfelder ungewöhnlich lange Zeit.


Im Achtelfinale traf ich auf einen fülligen Jugendlichen, der ein paar Jahre älter als ich war. Im Modus Best-of-Seven konnte ich mich mit 4:2 durchsetzen, nach dem Handshake ging es also nun wieder in eine Pause, um wenig später im Viertelfinale auf einen Spieler zu treffen, mit dem ich mich schon ein wenig beim Aufwärmen und auf der Toilette unterhielt. Er fragte mich nach der Erkenntnis, dass ich im Verein spiele unter anderem, ob ich das Turnier heute gewinnen würde, ich antwortete natürlich bodenständig mit einem „Ich gebe mein bestes.“ und fügte dann noch aufgrund meiner mich-nicht-zufriedenstellenden Leistungen ein „Ich glaube aber nicht.“ hinzu. Letztendlich konnte ich mich im Best-of-9 auch gegen ihn mit 5:3 durchsetzen. In der Mitte des Spiels warf ich einen wichtigen Dart auf die Doppel 10 rechts neben das Board, was wahrscheinlich der Aufregung und Ablenkung durch die laute Musik in der Halle geschuldet war. Ein Freund/Bekannter von meinem Gegner stand direkt hinter uns und ruf zu meinem Gegner, dass er sich doch das Match holen solle, weil ich nicht mal wüsste wo das Board hängt. Sichtlich abgelenkt und in der festen Annahme, dass ich meine nächsten beiden Darts in dieser Situation nicht verwandeln werde drehte ich mich also um und sprach ihn auf die Aussage an, bittete ihn solche Aussagen doch bitte zu unterlassen, wenn er direkt hinter den Spielern stehe- dies sei Unsportlich. Nach einem kurzen Gefecht mit einzelnen Wortgruppen drehte ich mich einem größeren Konflikt aus dem Wege gehend also wieder um. Der zweite Dart landete knapp außerhalb des Drahts der Doppel 10, meinen letzten Dart verfehlte ich dann im Single. In der nächsten Aufnahme konnte ich aber auch dieses Leg auf der Doppel 5 für mich entscheiden.


In der darauf folgenden Pause versuchte ich den Fokus hoch zu halten.
Ich stärkte mich erneut, diesmal mit einer Bratwurst in einem Brötchen, und erinnerte mich an ein Zitat eines erfahrerenen Spielers, welches er mir auf dem letzten Ligaspiel nahe legte -
„Von dem was du vor zwei Tagen gegessen hast wirst du heute nicht mehr satt, oder?“.
Man solle jede Aufnahme aufs neue betrachten, die Vergangenheit kann mich nicht ändern, nur die Zukunft beeinflussen.
Mit einem sauberen Mindset startete ich also in mein Halbfinalspiel mit dem Bewusstsein, gegen den Turnierfavoriten zu spielen.
Meine Schwierigkeiten im Scoring und auf die Doppel bekam ich auch in diesem Spiel nicht in den Griff. Aufgrund von steigender Zuschauerzahl am Board blieb auch meine Aufregung hoch, welche ich nicht in den Griff bekam.
Ich ging in diesem Spiel also mit 0:5 unter, ich gratulierte nach dem Checkdart meines Gegners ihm also und wünschte Ihm viel Erfolg im Finale, er sei ein guter Spieler.
Ich bekam ein paar Handshakes von den Zuschauern, die sich um unser Board sammelten, sie gaben mir zu hören, dass ich ein sehr fairer Verlierer sei.


Ich packte also nach ein paar Minuten meine Darts bereits in die Tasche und wollte mich auf den Heimweg begeben, als mir eine Person aus meinem Bekanntenkreis sagte, dass ich noch das Spiel um Platz 3 bestreiten müsse.
Die Darts wurden also wieder ausgepackt, ich kontrollierte abermals meine Flights und bereitete mich mental auf das Spiel vor. Mein Bekannter sagte mir ebenfalls, dass ich jetzt nur noch gewinnen könne, den vierten Platz im Turnier habe ich sicher.
Nach ein paar Warmup-Darts begann also kurz nach Mitternacht das Spiel um Platz 3, welches nicht parallel zum Finale ausgetragen wurde.
Ich spielte gegen einen älteren Herren, vielleicht Ende 40 oder Anfang 50.
Er hatte eine tolle Wurftechnik, machte aber schon beim Ausbullen die ersten Anzeichen von Aufgabe und fehlender Lust. Ich wurf meinen Dart in das Bullseye und er sagte sofort „Fang an.“, ohne den Versuch zu starten auch das Bullseye zu treffen, um auszugleichen.
Ich wünschte meinem Gegner also abermals an diesen Abend ein schönes Spiel und wir begannen. Nach einer 3:1-Führung meinerseits ging die Resignationsphase meines Gegners dann weiter, indem er während seiner Scoring-Aufnahmen mündlich zu hören gab, dass er keine Chance habe. Ich versuchte ihn zu motiveren, „Das Leg ist erst vorbei, wenn der Dart im Doppel steckt.“. Letztendlich schnappte er sich noch ein Leg, aber ich beendete das Spiel mit einem 5:2-Sieg.


Nach dem Handshake wurde ich vom Turnierorganisator an seinen Tisch gebeten, damit wir mit der Auszeichnung beginnen konnten. Die Musik wurde stumm gedreht, ich wurde über das Mikrofon benannt und bekam einen Pokal, eine Urkunde und ein Preisgeld als Auszeichnung überreicht.
Nach ein paar Fotos wurde von den Verbliebenden Besuchern des Turniers ein Applaus eingeleitet, welcher einige Sekunden anhielt. Ich bedankte mich mit entsprechenden Kopfbewegung und einem leichten Grinsen im Gesicht.
Auf dem Weg zurück zu meinen Sachen bekam ich einige Handshakes und Gratulationen von den anderen Spielern, vielen Dank für das Sportsmanship und die netten Worte.


Um ca. 2 Uhr nachts ging es für mich ins Bett, es war ein wirklich sehr gelungenes Turnier und ich bedanke mich herzlich bei dem Organisator und allen anwesenden Spielern.


Obwohl ich nicht der Meinung bin, dass meine Leistungen an diesem Tag die letztendliche Platzierung rechtfertigten bin ich dennoch stolz, so weit (auf diesen langen Zeitraum von 10 Stunden) gekommen zu sein.


Verliert nie den Spaß am Spiel, am Ende ist das doch der Grund, warum wir alle diesen Sport doch so lieben.

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Dartklann

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Tuesday, February 12th 2019, 12:12am

Wirklich sehr schön geschrieben.
Glükwunsch zu deinem Erfolg :)

This post has been edited 1 times, last edit by "Dartklann" (Feb 12th 2019, 12:14am)


SebaKö

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Tuesday, February 12th 2019, 1:05am

Schöner Bericht. Glückwunsch zu dem Ergebnis. Aber das zeigt mal wieder, wie schwierig es ist auf Turnieren oder auch in der Liga seine gewohnte Leistung zu bringen.
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GermanDartsFan

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Tuesday, February 12th 2019, 6:30am

Also unser Team scheint es echt mit der Ausführlichkeit zu haben :thumbsup:
Schön geschrieben, Glückwünsch nochmal.

Und ja mit dem 6:14 gegen die turmhohen Favoriten am Freitag bin ich zufrieden, war ja zum Großteil gut gespielt :thumbup:
Lieblingsspieler: die Deutschen, sonst pro Spiel immer einen ;)
Verein: DCBC Kirschau, 162x180, HF157, Best Legs 2x13er, 2x14er, 4x15er& 16x16er

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AntonS1337

Schwarzwald-Darter

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Wednesday, February 13th 2019, 10:45am

Danke für die netten Antworten :)

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