Vlt. sollte man auch mal die Umstände berücksichtigen. Wenn nahezu alle Deinen Gegner siegen sehen wollen, diesen nicht nur feiern, sondern Dich auch ausbuhen bzw. bei einem schlechten Dart von Dir jubeln, dann muss man erst mal die Nerven bewahren, ob man nun Profi ist oder nicht. Dazu kommt noch, dass der Gegner nie wirklich ganz krasse Averages verlangt hat. Unter diesen Umständen ist ein Average, der immer noch besser ist, als der der anderen Darter, doch nun wirklich ok.
Aber nicht nur Taylors Seite sehen: Auf der anderen Seite steht ein Mann, der zum ersten Mal in so einem Finale steht, der weiß, dass er mit einem Sieg Geschichte schreibt, und dass er immens viele Hoffnungen im eigenen Land geweckt hat. Im Finale geht es halt um alles, nicht umsont haben es schon oft Außenseiter ins Finale geschafft und sind dann eingebrochen.
Es wundert mich also nicht, dass das Finale schwächer war, als die anderen Taylor-Spiele. Spannung kam eigtl. dadurch auf, dass Taylor Dolan immer wieder Chancen ließ, insofern war es schon spannend. Allerdings hatte ich nach ´ner Zeit den Eindruck, dass Dolan in solchen Situationen einfach kopfmäßig überfordert war und so letztlich eigtl gar nicht wirklich gewinnen konnte. Trotzdem blieb es spannend, weil sich sowas ja auch schnell mal während eines Matches ändern kann.
Ich bin froh, dass Taylor gewonnen hat. Mir persönlich gefällt Dolans Art, seine Würfe immer so zu zelebrieren, indem er mit vielsagenden Gestiken immer so langsam zum Board schlendert, um seine Darts wieder einzusammeln, nicht so gut. Auch die 180er-Handkreisel finde ich irgendwie albern. Ich weiß auch nicht, was damit zum Ausdruck gebracht werden soll, denn es ist ja, so ruhig, wie er dabei ist, auch keine Reaktion aus dem Affekt, wie es bei anderen der Fall ist. Naja....jedem das Seine....