Ich denke zunächst mal will jeder der Vereins- oder Verbandsarbeit leistet nur das Beste für seinen Sport/Verein/Verband. Diesen Willen spreche ich weder den abgewählten, noch den desillusionierten und auch nicht denen ab, die einfach keine Lust mehr haben.
Allerdings gibt es ein paar Dinge die es den Leuten auch nicht wirklich einfach machen:
1. Regularien
Es ist schon fast irrsinnig was alles, wie und in welchem Umfang mit Regularien bedacht wird. Zum Teil ist eine juristische Ausbildung von Nöten um da richtig durchzublicken.
2. Besserwisser (ich meine nicht DEN Besserwisser
, sondern vielmehr den Typus allgemein)
Schon erstaunlich wer alles die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Bei jeder Entscheidung findet sich je nach Richtung eine Gruppe, die das garantiert gerade skandalös findet. Kritik wird selten sachlich vorgetragen sondern wird nur zu oft zum nachtreten verwendet. Der klassische Besserwisser hat es sich auch zu eigen gemacht, nach Platzierung seiner Weisheit erstmal wieder in der Versenkung zu verschwinden, damit ihn keiner mit seinem geistigen Dünnpfiff konfrontieren kann, oder er versteckt sich hinter einem seiner vielen Namen. Oft kündigt der Besserwisser quasi die "Revolution" an, doch beim Verbandstag taucht er im Grunde nie auf.
3. Tatsächlich gemachte Fehler werden bis ins allerletzte ausgekostet und auch dramatisiert
Keiner ist fehlerfrei. Sicher gibt es da qualitative Unterschiede, ich habe aber den Eindruck das man schon darauf wartet das jemand einen begeht um ihn dann so richtig fertig zu machen, ganz egal ob das nun ein schwerwiegender Lapsus war oder vielmehr eine Bagatelle. Mir ist nicht daran gelegen jetzt irgendjemanden zu verteidigen oder Fehler zu bagatellisieren, aber ich sehe schon seit vielen Monaten keine Unterscheidung mehr zwischen Bagatelle und schwerwiegendem Fehler, zumindest nicht bei der Kritikführung.
Das da der eine oder andere Funktionäre geradezu verstört oder herablassend reagiert weil er nämlich die eine tatsächlich sachlich gestellte Anfrage nicht aus dem ganzen Restmüll richtig herausgefiltert hat, kann ich nachvollziehen.
Das macht es zwar für den Fragesteller in dem Moment nicht besser, aber oft kommt dann beim 2. Mal doch ein vernünftiger Meinungsaustausch zu Stande. (Habe das mit verschiedenen Präsidenten schon ausprobiert, hat immer funktioniert)
Die Frage darf doch eigentlich gar nicht lauten, warum sind die so wie sie sind, sondern "WER ZUM TEUFEL SOLL SICH DAS NOCH ANTUN???" Zumindest wenn man berücksichtigt das es sich hier um echte "Ehrenämter" handelt.
Ich bin übrigends weit davon entfernt alle früheren oder aktuellen Funktionäre toll zu finden, aber man kann zumindest respektieren das sie Arbeit leisten, mehr als der oben beschriebene Typus Besserwisser, der nur kritisiert aber selten weiter hilft.
Ich hoffe sehr das sich eine Mannschaft findet die den Verband, welcher mir erlaubt mein Hobby auf Verbandsebene zu betreiben, weiterführt. Kritik muss sein, Kontrollmechanismen sind ebenfalls notwendig, aber nicht jede gerechtfertigte Kritik muss gleich zur Staatsaffaire ausarten.
Viele Grüße
SOB