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Das habe ich Stephan Mischke auch gefragt, als dieses Thema von mir im DDV-Forum angestoßen wurde. Ich hatte nämlich ähnliche Bedenken wie Du. Und Stephan hat sich die Zeit genommen und mir in einer PM sehr ausführlich geantwortet. Ich kann hier den Inhalt seiner Mail natürlich nicht unautorisiert wörtlich zitieren, aber dem Sinn nach kurz zusammenfassen.1. Alkoholverbote sind ein kontrovers diskutiertes Thema, das man nicht einfach so von oben durchdrücken kann. Die Thematik muss behutsam angegangen werden, auch wenn man das Ziel hätte, ein völliges Alkoholverbot im Rahmen der DDV-Veranstaltungen zu erreichen.
2. Der DDV musste die NADA-Dopingordnung schon wg. der Landesverbände, die bereits Mitglied in ihren Landessportbünden sind, verabschieden, da hiervon die finanzielle Sportförderung abhängt.
3. Zeitgleich tat der WDF selbiges im Rahmen der WADA, was den DDV als Mitgliedsverband wohl ebenfalls zu dieser Ordnung verpflichtete.
4. Dito bzgl. der WDF-Mitgliedschaft in Sportaccord, einer Art Vorstufe zum "gelobten Land" Olympischer Sportbund.
5. Baustelle für den DDV: die Aufnahmekriterien für den DOSB erfüllen, wozu erstmal noch ein Landesverband die Aufnahme in den LSB schaffen müsste.
6. Bzgl. Alkohol könnte theoretisch auch die NADA aktiv werden, falls sie Bedarf dazu sähe. Sie könnte dann bei der WADA beantragen, Alkohol bei Darts auf die Liste zu setzen.
7. Der WDF hat Angst vor einem großen Mitglieder-Schwund im Falle eines Alkoholverbots.
Insgesamt hat mich diese Einsicht in die Verbandsarbeit dahingehend beruhigt, dass unser Präsidium und auch der WDF (wo wir ja durch Sabine Shanahan jetzt prominent vertreten sind!) durchaus auch die Vision hat hat, nach Olympia zu kommen. Hinsichtlich größerer Akzeptanz und Attraktivität wäre das bestimmt ein Durchbruch für die Sportart. Wenn man dies denn anstrebt, denn Darts müsste sich dazu verändern. Ob das nur gut sein muss, sei mal dahingestellt. Mir hat neulich jemand gesagt, dass er ganz froh ist, dass Darts nicht olympisch ist. Denn so könnte man sicher sein, dass die Spieler wegen des Sports spielen, nicht wegen der Anziehungskraft Olympiade. Ist ein Punkt. Aber ich finde an Träumen auch nichts verkehrt. Es ist also nicht so, dass der DDV feige eine unbedeutende Tralala-Ordnung verabschiedet hat, um vom Thema Alkohol abzulenken. Und das ist gut so.
Endlich mal eine Antwort mit Sinn und Verstand auf deren Basis sich vernünftig diskutieren lässt!
1. Verstehe ich natürlich, aber mir geht es gar nicht um ein Alkoholverbot für die Veranstaltung sondern darum, dass Alkohol eine Droge ist die sich (richtig dosiert) leistungsfördernd auswirkt.
2. Hat er ja. Aber darum geht es mir ja gar nicht.
3. Das ist ja auch gut so.
6. Das ist wiederum ein Argument, das alles schön einfach macht. Hier muss der Verband (egal auf welcher Ebene) extrem stark daran interessiert sein seinen Sport sauber zu bekommen, auch um als Sportart glaubwürdig zu sein bzw. zu werden.
7. Dieses Argument ist zwar auf der einen Seite nachvollziehbar, andererseits aber auch eine Bankrotterklärung. Das wäre ja, als würde die Funktionäre im Radsport sagen, wir erlauben Blutdoping und EPO wieder, weil wir Angst haben Mitglieder zu verlieren.
Die Diskussion über Olympia ist IMO noch ein paar Schritte entfernt. Um es mal ganz platt runterzubrechen: Alkohol ist als Dopingmittel "anerkannt". Der Dartsport lässt es also zu, dass systematisch und offen gedopt wird. Das ist ganz weit weg vom olympischen Gedanken.
Ganz ehrlich: Ich fände es nicht so schlimm wenn Olympia neue Spieler anzieht. Heute tut das doch v.a. die WM der PDC mit ihrer Präsenz im DSF. Das ist der Hauptpunkt an dem die Vereine immer wieder Zulauf von neuen Leuten bekommen. Ist deswegen die Fernsehübertragung schlecht? Kommen die dann auch nicht des Sportes willen, sondern wegen der TV-Übertragung?