Beiträge von Fastdrin

    @Dos mit der Ebene hast du völlig Recht, Taylor bewegt sich konsequent ausserhalb einer "perfekten" Ebene, innerhalb seines Wurfstils bleibt es aber konstant, er bleibt also biomechanisch genau innerhalb seiner "Ebene". Ob das jetzt der ultimative Stil ist möchte ich auch bezweifeln, trotzdem funktioniert es bei ihm beängstigend gut.
    MvG beugt sich un der Tat sehr stark vor, meine (unbestätigte) Vermutung ist, dass esi ihn bei dieser Bewegung insoweit hilft, weil im ersten Teil die natürliche Schwerkraft des Armes so eher einen Teil der Arbeit abnimmt. Aber das ist wahtrscheinlich Kaffeesatzleseriei, MvGs Vorbeugen wird wahrscheinlich irgendwann eher zu körperlichen Problemen führen, weil es doch ein wenig over the Top ist.

    @Dos Sorry, ist wohl etwas unklar formuliert. Was ich meine ist, das ab einem besitmmten Moment der Ober- und Unterarm nur mehr nach oben bzw. rückwärts gezogen wird, ohne irgeneine Seitenkorrektur. Da Taylors Unterarm beim Wurf nicht im 90 Grad Winkel zur Horizontale steht, sieht das bei ihm anders aus, es wirkt etwas krumm. Trotzdem ist die Bewegeung in sich rund, d.h. auch er zieht einfach nur zurück ohne seitlich mehr zu korrigieren.
    Hoffe es halbwegs verständlich in Worte gefasst zu haben ...

    Jeder der bei diesem Threadtitel ein paar Gedanken zur Wurfbewegung zu lesen mag sich gleich enttäuscht abwenden. Auch wenn beim Abwurf noch genug Fehler gemacht werden können, dieser Teil des Ganzen wird nach einiger Übung eigentlich von allen besseren Hobbyspielern eigentlich ausreichend gut gut beherrscht.

    Der komplizierteste Teil der Bewegung liegt schon davor: Die Vorbereitung auf den eigentlichen Abwurf, also das Befördern des Darts vom Greifen bis zur richtigen Ausgangshaltung zum jeweiligen Ziel. Stimmt diese Ausgangshaltung wird mein Dart in mindestens 90% der Fälle auch das Ziel finden. Ich bin sogar der Überzeugung dass das Geheimnis der Spitzenspieler zu einem guten Teil im Meistern dieser Bewegung besteht.
    Auf den ersten Blick erscheint die Bewegung vom Griff bis zur Ausgangshaltung trivial, sogar blutige Anfänger finden intuitiv eine schnelle Lösung, meistens indem sie den Arm einfach vorgebeugt mti einer Schulterdrehung nach rechts oben ziehen. In der Praxis zeigt sich dann aber schnell wie schwer es ist, das konstant und entspannt durchzuhalten.

    Warum kann das so teuflisch schwer sein? Im Wesentlichen sehe ich 3 Gründe:

    • Erstens deshalb weil in Wirklichkeit sehr viele Muskeln und Gelenkachsen mit ins Spiel kommen: Schulter, Oberarm, Unterarm, Handgelenk und Finger sind mindestens im Spiel, bei den meisten Spielern kommen noch kleinere Bewegungen des Restkörpers dazu.
    • Zweitens weil sich beim 2. und 3. Dart durch den vorherigen Wurf eine Muskelspannung im Arm aufgebaut hat, die mit dieser Bewegung kollidiert.
    • Drittens weil das Zurückführen des Arms in die Wurfachse ein völlig anderes Bewegungsmuster als der eigentliche Wurf ist und sich das Muskelgedächtnis Wurf vs. Vorbereitung ständig in die Quere kommen.


    Gegen den ersten Punkt hilft (ausser evtl. Vereinfachung) eigentlich nur Übung, auch komplizierte Bewegungen lassen sich lernen.

    Gegen Punkt 2, die Muskelspannung im Arm lässt sich schon eher etwas unternehmen, nämlich im Training immer wieder darauf konzentrieren nach dem Follow Through den Arm bewusst zu entspannen.

    Tückisch ist Punkt 3. Lösungsansätze um das Problem anzugehen finden sich reichlich, von einem Innehalten mit (halb) ausgestreckten Arm, Vorwippen aller Art um die Wurfachse einzunorden bis zu extrem exotischen Lösungsansätzen wie das Dartübergabe vom Hinterkopf aus (kein Witz).

    Den effektivsten Ansatz scheinen mir die neuen Rhythmusspieler gefunden zu haben: Nach dem Greifen möglich frühzeitig (aber gleichzeitig flüssig) wieder die Wurfachse zu kommen und dann in der Vorbereitungsbewegung nur mehr in einer Achse hochzielen, also einer Art gespiegelter Wurfbewegung. Dadurch harmoniert der grösste Teil der Bewegung mit dem Muskelgedächtnis Abwurf, das erleichtert die Sache gewaltig.

    Michael van Gerwen hat diese Kunst zur absoluten Meisterschaft gebracht, er ist aber beileibe nicht der einzige. Im Prinzip gilt das sogar für Phil Taylor, da sieht das wegen seinem Unterarmwinkel etwas anders aus aber auch er ist sehr frühzeitg wieder in seiner Wurfachse (man sehe sich z.B. mal Taylors Wurf von 1997 an, in der Phase wirkte er schon fast wie ein Rhythmusspieler).

    Leider ist auch diese Bewegung nicht trivial, zumindest für Grobmotoriker wie mich stellt sich ein flüssiger und sicherer Übergang vom Greifen in die beabsichtigte Wurfachse recht schwierig dar. Aber ich stelle fest dass auch das mit etwas Geduld und Übung erlernbar ist. Sehr wirkungsvoll kann es sein bestimmte Bewegungselemente in Zeitlupe wie ein Schattenboxer einzustuderen.

    Wie auch immer die individuelle Lösung aussehen mag, ein gewisser Fokus auf eine saubere Vorbereitungsbewegung wird sicher jedem Dartspieler guttun.

    @ MaTzElUxE

    Evtl. deutet dein Problem auf ein sehr aktives Handgelenk hin. Handgelenkeinsatz ist an sich etwas Gutes, allerdings kommt es bei übertriebenen Einsatz einem natürlichen Release gerne in die Quere. Wenn das bei dir so ist, versuch doch mal das Handgelenk etwas passiver einzusetzen, d.h. die Hand folgt beim Wurf dem Arm und nicht umgekehrt.

    Ansonsten hat es DOS schön beschrieben, insbesondere darauf achten dass sich der Wurfarm immer wieder entspannen kann!

    Kleine Anregung meinerseits: Könnte man in einem solchen Fall vielleicht eine kurze Info auf dartn.de posten, die Seite war ja noch problemlos erreichbar. So tappt man als User ja ziemlich im Dunklen was denn eigentlich los ist ... :s?:
    @Ghostman Du sprichst ja fliessend nerdisch :thumbup:

    Ich glaube das alle Darter im Laufe ihrer Karriere was ändern...bewusst oder unbewusst.

    Glaube ich auch!

    In meiner Darts Frühphase hatte ich das mal bis zum Exzess getrieben, fast täglich getreu dem Motto "irgendwas muss doch funktioneren". Im Ergebnis hat dann natürlich überhaupt nichts mehr funktioniert.

    Inzwischen bis ich viel geduldiger geworden und sehe mögliche Änderungen eigentlich immer als Langfristprojekt und gehe keine Anpassung an wenn ich nicht einen triftige Grund dazu finde. Grundsätzlich immer nach dem Prinzip: Nur ein Detail ändern bis es sitzt. In der Praxis hat so ein Detail aber immer auch Auswirkungen auf den Rest vom Wurf und so dauert es halt bis sich das Ganze eingepegelt hat.

    hhm, ob der Unterschied zwischen 16 und 18 Gramm wirklich so ein Leistungsgefälle erklären kann würde ich eher bezweifeln. Versuchs trotzdem mal mit den schwereren, vielleicht hilfts ja bei der Fehlersuche. Experimente mit Flights halte ich für einen Irrweg, es sei denn die Pfeile stecken auffallen schlecht im Board. In 99,7 % der Fälle nennt sich das fehlerhafte Teil vom Equipment "Wurfarm".

    So, wieder zurück aus der Halle. Im Vergleich zu gestern ein Paralleluniversum was das Publikum angeht - gefühlt 1/3 waren wohl Ultras von Eintracht Frankfurt die in der Sommerpause Entzugerscheinungen bzgl. Saufen und Gröhlen zu kurieren versuchten. Da das Interesse an der Sportart bei dieser Gruppe so gegen 0 ging drängt sich mir der Gegenschluss auf ob das beim Fussball nicht genauso ist. Die Pfeifforgie bei MvG / Barney nehm ich mal ausdrücklich aus, das war wirklich nur eine verständliche Reaktion auf den Bildschrimausfall.
    Ansonsten fand ich die Qualität der Spiele deutlich besser bzw. spannender, aber das hat man ja sicher auch im Tv gesehen.

    Bei Frauen ist es oft so, dass die klassische Wurfbewegung wie z.B. beim Ballwurf in der Jugend nie wirklich entwickelt wurde. Da die Bewegung aber der Ausgangspunkt für jede Darttechnik ist würde ich hier erstmal ansetzen.
    Wenn deine Frau wirklich Lust hat sich zu verbessern soll sie doch erstmal üben einen Tennisball gegen die Wand zu werfen und wieder auffangen. Wenn sie damit Übung hat würde ich erst anfangen mir über die eigentliche Wurftechnik Gedanken zu machen.

    So, gerade zurück aus der Halle. Das Publikum bis auf einzelne Ausnahmen sehr angenehm, Highlight des Abends sicherlich die überraschend entdeckte Liebe zu Gibraltar. Der Floor war zu ca. 70 Prozent besetzt, die Ränge noch leer, ich schätze mal 600-700 Leute. Am Wochenende sollen es laut Ansage 3000 werden.

    @dartlibri Da es beim Darten gewaltig viele Parameter gibt die aus dem Ruder laufen können ist so eine Ferndiagnose immer gewagt. Wenn es irgendwie möglich ist wäre es hilfreich mal ein Video von Deinem Wurf zu posten, ansonsten ist das natürlich ein wenig Kristallkugellesen.

    Trotzdem versuch ichs mal, weil mir viel von deiner Beschreibung recht bekannt vorkommt. Ich vermute dein Hauptproblem ist irgendwie mit dem Griff verbunden, d.h. du schaffst es noch nicht den Dart konstant mit einer für Dich "komfortablen" Handhaltung zu greifen, das führt dann zwangläufig zu Variationen in der Handgelenkstellung und macht einen konstanten Wurf praktisch unmöglich.

    Dafür gäbe es meiner Meinung dann 2 Lösungsansätze:

    1) Mehr Konzentration auf das Greifen des Darts beim Üben legen. Sehr viele Darter schlampen bei dieser Bewegung bzw. reissen die Hand nach dem Wurf förmlich zurück zur Geberhand. Versuch mal diesen Teil der Bewegung bewusst langsamer ablaufen zu lassen.

    2) Evtl. solltest Du tatsächlich mal den Griff selbst hinterfragen. Das ist ein gefährlicher Tipp, weil man sich mit Griffexperimenten auch die Pest ins Haus holen kann, deswegen solltest du da nich ungezügelt rumprobieren. Persönlich bevorzuge ich Griffe bei dem der Daumen vor dem Wurf in Richtung Schulter zeigt, damit bekommt man in der Regel auch guten Druck auf den Dart. Auch wenn ich grundsätzlich dafür plädiere hauptsächlich mit Daumen/Zeigefinger zu greifen kann es durchaus hilfreich sein, mit Mittel bzw. Ringfinger an der Spitze den Winkel des Darts zu stabilisieren solange das Ganze nicht verkrampft.

    Spätestens seit den Erfolgen von Lewis und MvG hat sich der Rhythmuswurf als ernstzunehmende Technik etabliert, inzwischen wird dieser Stil ja auch von der jungen Spielergeneration ja immer häufiger kopiert. Persönlich halte ich so eine durchgängige Wurfbewegung für hochinteressant, allerdings ist das Ganze auch nicht so einfach zu übernehmen weil viele Elemente bei der Wurftechnik perfekt sitzen müssen damit das auch in einem Guss funktioniert.

    Mal eine neugierige Frage in die Runde: Wer von Euch hat denn Erfahrungen mit der Rhythmustechnik bzw. hat schon beide Varianten (mit und ohne bewusstem Innehalten zum "Zielen") ausprobiert?

    Hätte ich ja fast übersehen, da gabs ein paar richtig gute Resultate aus deutscher Sicht u.a. Steffi Zwitkowitsch 2x im Viertelfinale .... uuuuund:

    Gratulation an Daniel Zygla zum 2. Platz im Police Masters, im Finale auch nur knapp mit 6:4 gegen Martin Phillips verloren! :thumbup: :huepf:

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