Wie weit die Meinungen zum Thema Mentales Training auseinander gehen sieht man hier im Forum oder in diesem Thread sehr gut.
Hier ein paar kleine Anregungen von mir wie der Ein oder Andere sein Spiel etwas verbessern kann.
Wenn ihr das nächste mal trainiert oder ein Turnier spielt, beobachtet die Spieler. Beim Einwerfen und beim Wettkampf.
Was verändert sich?
Mimik, Körpersprache ?
Wie geht er mit einen schlechten Score um ?
Hat man den Eindruck "Der hat Spaß am Spiel"?
Seht Euch die erfolgreichen Spieler an!
Sind sie verbissen oder eher locker ? (Alkohol ist kein Thema)
Wie fokussiert sind sie ?
Wie schnell hakt er einen schlechten Wurf ab ?
Es gibt natürlich Spieler die eher von Natur aus sehr ruhig sind , und das im Spiel dann auch umsetzen.
Aber sehr oft sieht man eine Veränderung. Aus Spaß wird Verbissenheit...aus Verbissenheit Verkrampfung....aus Verkrampfung Frust...
Ist die Abwärtsspirale erst mal im Gange kann sie kaum mehr gestoppt werden, es sei denn man hat das richtige Werkzeug.
Und dieses richtige Werkzeug ist sich selbst zu kennen, eigene Reaktionen schnell und exakt zu erkennen und dagegen zu steuern.
Des weiteren wichtig ist die generelle Einstellung zum Dart SPIEL .
Fragen die man sich stellen könnte :
" Warum spiele ich Dart? " (klar...weils Spaß macht Blödmann denkt sich vielleicht jemand..... Aber macht denn der Wettkampf wirklich Spaß mit dem Druck
den sich viele selbst machen? )
"Wie sind meine Gedanken beim Spiel?" ( Du denkst nicht ? Glückwunsch....Wer seine Gedanken unter Kontrolle hat, der hat den "heiligen Gral" zum erfolgreichen
Spiel schon fast gefunden...es fehlen jetzt nur noch Talent und Trainings Fleiß
Wie steht es um mein Selbstbewusstsein während des Spiels und generell im Leben ? Für mich einer der alles entscheidenden Faktoren ...Selbstbewusstsein.
Klar....wenn man ein paar Shortlegs ins Board donnert dann ist es leicht selbstbewusst zu sein! Aber wie sieht es aus wenns nicht läuft ....wenn gar nix geht?
Seht Euch auch hier andere Spieler an . Nur durch beobachten ...andere Spieler und sich selbst, kann man schon sehr viel lernen. (auch wenns weh tut
)
Ein Beispiel : Spieler x hat einen Job der in ankotzt, denkt er verdient nicht genug, und seine Leistung wird nicht gewürdigt. Mehr verdienen wäre möglich,
dafür müsste X aber auch mehr Verantwortung übernehmen.... das jedoch traut er sich nicht zu.
Zuhaus in der Familie läuft es so lala, auch hier ist er nicht von Selbstbewusstsein beseelt ....
Aber X hat noch einen Trumpf im Ärmel...er spielt Dart
Er spielt in seinem Umfeld sehr gut und erfolgreich, hier bekommt er die ersehnte Bestätigung
die er in Arbeit und Familie so vermisst. Soweit so gut .....eigentlich ....
Da X aber ein Mensch ist hat er folgendes Problem ...er will mehr ....wird gierig....mehr Erfolg...mehr Anerkennung ....das Gefühl zu den GUTEN zu gehören...
kein Mitläufer mehr sein ....
Er wird besser doch irgendwann kommt der große Crash bei X ! Er kommt nicht mehr weiter und stagniert ! Verbissenheit macht sich breit....
Von Spaß keine Spur mehr ... von Selbstbewusstsein noch weniger ....alles bricht zusammen wie ein wackliges Kartenhaus....
An manchen Tagen kann X jetzt nicht mal mehr den Dart loslassen......als klebe er fest....genau sowenig kann er seinen übertriebenen Ehrgeiz
und seine Verbissenheit loslassen.
Nur ein Beispiel wie eine Darter Karriere enden kann wenn die Mentale Einstellung nicht passt .
Ein absoluter Leistungskiller ist meiner Meinung nach Stress! Meine Definition von Stress :
" Stress entsteht, sobald man wahrnimmt dass die gestellten Anforderungen mit den zur Verfügung stehenden eigenen Möglichkeiten nicht oder nur schwer erreicht werden können."
(Diese Wahrnehmung muss nicht richtig sein, aber mit unserem Denken schaffen wir auch unsere eigene Realität....
"wenn ich denke ich bin nicht gut genug , bin ich auch nicht gut genug")
Das können eigene Anforderungen und Ziele sein oder auch Anforderungen von Außerhalb.
Nun Stress fühlt sich meist nicht schön an....es erzeugt eine Emotion. Jede Emotion wiederum erzeugt eine körperliche Reaktion.
Im Fall von Stress kann die Emotion Angst sein. Angst zu Versagen. Und die körperliche Reaktion darauf Verkrampfung, erzeugt durch eine
stark überhöhte Adrenalin Ausschüttung wie sie bei Angst gerne vorkommt. Ergebnis ist dann das Gefühl der Verkrampfung und des "schweren Armes".
Zu vermeiden wäre dies mit einer realistischen, zum Leistungsvermögen passenden , Zielsetzung .
Ein weiterer Punkt von Problemen im Spiel können negative Erfahrungen in der Vergangenheit sein.
Hatte man schon einmal eine Situation in der man gescheitert ist und es taucht eine ähnliche wieder auf, wird in der Regel das gleiche
"ungute" Gefühl wiederkehren. Denkt mal zurück vielleicht findet sich ja was in der Vergangenheit. Das muss nicht im Dart sein, das kann auch
in anderen Bereichen gewesen sein in denen Leistung gefordert war. Auch und besonders in der Kindheit und Jugend.
Wenn jemand zb. in der C- Jugend im Fußball den entscheidenden Elfmeter bei einem Turnier versemmelte (
Börnd) kann genau dieses
Gefühl auch 20 oder 30 Jahre später wieder Auftauchen beim entscheidenden Check Dart. Unser Gehirn arbeitet nun mal so dass alle Erfahrungen innerhalb
Sekundenbruchteile mit der gegenwärtigen Situation verglichen wird..... und warnt uns davor was passieren könnte ...erneutes Versagen.
Angst kommt auf ... Verkrampfung ....und futsch isser der schöne Checkdart
Alsooooo ...Mentales Training geht mit einer Selbstanalyse los , einer Bestandsaufnahme....einen ehrlichen ...schonungslosen Blick in den Spiegel....
Oder man wirft einfach seine Darts ohne zu denken....trifft ....freut sich ...hat Spaß ....und alles ist gut
