Beiträge von Andreas30

    finde es auch sehr faszinierend in welche richtungen tehmen abdriften können

    Das Thema ist überhaupt nicht abgedriftet. Es geht hier darum, wie man von anderen Menschen, die sich eigentlich nicht dafür interessieren, konfrontiert wird, wenn man über Darts redet. Und da geht es grundsätzlich um den Suff. Kein Zeitungs- oder Fernsehbericht - egal wie seriös - kommt nicht ohne den Hinweis aus, dass bei den Events gebechert wird. Das ist inhärenter Bestandteil der Außenwahrnehmung des Darts. Wenn ich mit "Fachfremden" darüber rede, geht es nur um die "Party", die da wäre und es wie Karneval ist. Die kennen oft gar nichts außer "diese Verrückten in ihren Kostümen".

    Ganz ehrlich..... das ist doch deren Sache.

    Bedingt. Es ist fatal für die Außendarstellung, wenn sogar die Topspieler ihr Niveau nur mit Alkoholpegel halten können. Dann wäre da die Vorbildfunktion und zuletzt auch noch einfach fairness. Wenn ich kein Alkohol trinken will, kann, darf, aber andere ihre Nerven damit beruhigen können, ist das unfair. Ich meine... willst Du Leuten tatsächlich sagen: Ja dann sauf doch einfach auch? Nehmen wir mal ein paar Schritte Abstand und schauen darauf... ist doch schon ein bisschen krank oder?

    Und eben auch noch die sportethische Sichtweise, dass man im Sport seine Leistung ohne Hilfsmittel abliefern kann und es aus eigener Anstrengung passiert.

    Dass in anderen Sportarten gedopt worden ist und gedopt wird, ist übrigens ein Nullargument. Das eine rechtfertigt nicht das andere. Die Argumentationskette: Weil Radfahrer ihr Blut austauschen dürfen Dartspieler saufen ist Whataboutism (mal nach googeln wer es nicht kennt).

    Hat Dir ein alkoholisierter Darter (mit Wampe) einen Whitewash verpasst?

    Nun. Es haben überraschenderweise nicht alle getrunken. Und desto bekannter der Spieler war, desto eher hat man ihn da mit einem Bier rumrennen sehen. Wie gesagt... da waren Top10-Spieler. Weltmeister, Europameister, Weltranglistenerste.

    Das war super gesellig und macht die Stars "zum Anfassen", aber wenn Du Außenstehenden sagst, dass das eine Sportveranstaltung wäre, wirst Du natürlich ausgelacht.

    Willkommen in der Realität!

    Hat mich auch schockiert, als ich mal auf einem PDC Turnier einen Qualifier gespielt habe. Ich will keine Namen nennen, das soll ja kein Pranger sein. Aber da haben Top10 Spieler ihre Pfeile nicht angefasst, bevor sie nicht mindestens 2-3 Pints reingestellt hatten.

    Schön, dass sie den Alk und das Gequarze wenigstens von der Bühne runter haben.

    Ich spuck auch nicht rein, aber beim Darts trinke ich einfach nicht.

    Mir stellen sich da nämlich einige bedenkliche Fragen: Die meisten Profis trainieren ja täglich. Trinken die dabei immer? Wenn Du nüchtern trainierst und dann bei Turnieren becherst verändert sich doch deine Wahrnehmung. Was nützt dann das Training? Und wenn sie wirklich immer trinken, bedeutet das wirklich unironisch, dass Darts Leute zu Alkoholikern macht.

    Für mich hat das nichts mehr mit Sport zu tun, wenn man für dessen Asübung eine am Ende für den Körper schädliche Substanz benötigt. Sport - besonders auf höheren Niveaus - ist für mich zu einem erheblichen Teil auch die Überwindung innerer Schweinehunde. Gerade bei mentalen Sportarten wie Darts. Es quasi als Notwendigkeit darzustellen seine Nerven zu ertränken... das ist schon starker Tobak.

    Aber "Traditionen" bekommt man schwer raus. Es zu verbieten ist utopisch und sich zu wünschen, das Vereine Nachwuchsspieler darauf hinweisen es ohne zu versuchen...auch.

    Ich war früher auch immer jemand der gerade bei solchen Dingen immer wollte, dass alles so bleibt, wie es ist. Dabei bin ich eigentlich gar nicht so eingestellt und alles andere als konservativ. Und seitdem ich mir darüber bewusst geworden bin, versuche ich zu erkennen, wann eine Tradition aufgegeben werden muss.

    Die englischen Kommentatoren unterhalten sich bevors losgeht darüber, dass Hitler Mein Kampf in Landsberg geschrieben hat wo Unterbuchner geboren ist, was die alles wissen.

    Ich habe gerade was anderes gemacht und hab mir dann gesagt "Ich habe mich gerade bestimmt verhört". Aber wie du schreibst, haben sie das wohl wirklich gesagt. Fangen die da mit Mein Kampf an bei einem deutschen Spieler...

    Ich verstehe diese Aufregung einfach nicht.


    Ich kenne ehrlich gesagt keine PL seit es sie gibt, ohne dass es Diskussionen um die Teilnehmer gab. Ich verstehe den Drang jedes Fans, dass man möchte, dass die sportliche Leistung zählt. Aber da ist man bei der PL an der falschen Adresse.

    Hier zählt einzig und allein, mit welchen Spielern man die größtmögliche Aufmerksamkeit erreicht. Um die Hallen voll zu kriegen, um die Fernsehzuschauer zu bekommen und somit fette Werbedeals abschließen zu können. Die PL ist Aushängeschild und Einnahmequelle.

    Und wie Du richtig schreibst: Um Fallon Sherrock gibt es momentan einen riesen Hype, weil sie die erste Frau ist, der man zutraut sich sich bei den Männern durchsetzen zu können.
    Sie ist dazu noch Friseurin, hat ein krankes Kind. Das ist, als wenn jemand ein Drehbuch geschrieben hätte. From Zero to Hero. Die haben bei der PDC wahrscheinlich keine 3 Sekunden überlegt. Man kann nur gewinnen. Man wird hohe Quoten erzielen, gibt sich progressiv und was viele vergessen: Wenn eine Frau spielt, schauen auch mehr Frauen. Mehr Mädchen spielen Darts. Da ist gleichzeitig eine riesen Erweiterung der Zielgruppe.

    Die PDC ist durch und durch kapitalistisch geprägt. Der Verband, der es anders versucht hat, wird wahrscheinlich bald nicht mehr da sein. Das tut mir als Sportromantiker sehr weh, aber man muss halt anerkennen, dass es in unserem Wirtschaftssystem so verlaufen muss.

    Also ich bin hier irgendwie zwischen den Extremen im Thread. Einerseits sollte man das einfach so sehen, wie es ist: Eine Spaßveranstaltung bzw. Exhibition. Ist doch ganz lustig diese Paarungen zu sehen mit Profis und Promis. Manche Promis kenne ich gar nicht und manche finde ich auch recht zweifelhaft und die Privatsender... ja da läuft viel Quatsch. Aber Darts ist Darts.

    Wenn allerdings gesagt wird, dass es "Werbung" für den Sport wäre... Die "Ausziehen" Gesänge oder "Bayern H***söhne"... na gut, dagegen kann man wohl nichts machen. Aber ProSieben hat das Gesaufe im Publikum geradezu zelebriert. Ich sage nur die Pappnasen, die sich da bei jeder 180 einen Kurzen gegeben haben. Das wurde immer brav eingeblendet.

    Es wird seit Jahren darüber gejammert, dass es dieses Bild vom Darts gibt, dass es nur ums Saufen geht... und wenn Barry Hearn sagt, das IOC könnte sich f***en (fuck off) wenn sie ihnen bei einer Aufnahme als olympischer Sport Alkohol verbieten würden, hilft das auch nicht.
    Die deutschen Fans im Ally Pally bekleckern sich auch selten mit Ruhm.

    Sportlich hat der Sport extreme Fortschritte gemacht und sich professionalisiert. Die Fans... not so much.