Ich dachte ich schreibe mal die Erfahrung von meinem ersten Turnier hier rein - Ich hoffe das ist in Ordnung @GDF 
Ich bekam am Freitag einen Anruf eines Kollegen, mit der Frage ob ich nicht Lust hätte am Samstag an einem Turnier in einer Kneipe in seiner Nähe mitzuspielen.
Da ich noch nie an einem Turnier mitgespielt hatte, musste ich kurz Überlegen. Jedoch siegten die Lust und die Neugier und ich sagte zu.
Ich habe mir für das Turnier dann die E-Darts meines Vaters ausgeliehen.
Da ich erst seit Anfang 2020 ernsthaft Dart spiele und ich noch nie an so einem Turnier teilgenommen habe, wusste ich überhaupt nicht das da auf mich zukommt.
Als wir in die Kneipe kamen, war ich erstaunt wie „professionell“ manche Spieler ausgerüstet und vorbereitet waren. Einige Spieler hatten Ihre eigenen Dart-Trikots an, andere hatten einen Ausrüstungskoffer dabei, mit dem ich für eine Woche in den Urlaub fliegen könnte.
Anhand der Trikots konnte man erkennen, dass dort auch mehrere Spieler aus dem lokalen Darts-Verein anwesend waren.
Das Turnier war für alle „offen“ so gab es keine Einschränkungen bzgl. Ligazugehörigkeit usw. Beim Einspielen konnte man schon sehen, dass dort einige sehr starke Spieler anwesend sind.
Gespielt wurde mit 40 Teilnehmern, zuerst auf 3 Automaten – windgeschützt, im freien- und später noch einem Automaten drinnen. 501 MO- Best of 3 Legs.
Als die Turnierleitung die ersten Spiele bekannt gab, stieg in mir eine Nervosität auf, die ich bisher beim Darts noch nicht kannte.
Dann musste ich mich daran erinnern, was ich hier schon mehrmals gelesen habe – Meistens läuft es an Turnieren um einiges schlechter als daheim.
Ich ging mit dem Ziel ins Turnier nicht letzter zu werden und mindestens ein Leg zu gewinnen.
Ich war schon sehr früh dran mit meinem ersten Spiel. Ich spielte gegen eine Dame (Vereinsspielerin) die zu einer großen Gruppe gehörte und deshalb auch lautstark unterstützt wurde. Nun merkte ich eine hohe Nervosität, welche sich beim Ausbullen schon bemerkbar machte. Mein Dart landete näher an der D12 als am Bullseye. Somit durfte meine Gegnerin beginnen.
Das erste Leg lief für mich so gut wie gar nicht. Streuung wie eine Schrotflinte. Sie spielte konstant auf die 19 und konnte sich sauber stellen, während ich noch bei über 100 Punkten stand. Sie konnte dann mit dem dritten Dart auf die D4 checken. Ich eröffnete das zweite Leg. Die Aufregung wurde langsam kleiner und ich konnte beginnen Darts zu spielen. Das Scoring war weiterhin nicht gut, aber gut genug um auf die D8 das 1:1 zu machen. Das dritte Leg war ausgeglichen und ich konnte auf die D10 checken und somit meinen ersten Sieg einfahren. Ich war sehr froh und erleichtert- wobei ich wusste, dass ich viel besser spielen kann.
Nach rund einer Stunde Wartezeit hatte ich mein zweites Spiel. Dieses Mal gegen einen „alten Hasen“ aus der gleichen Gruppe wie meine Gegnerin zuvor. Ihn hatte ich beim Einspielen gesehen und war mir sicher, dass es nun die erste Niederlage geben würde. Er unterschätze mich wohl auch und diskutierte im ersten Leg noch fleißig mit seinen Leuten und regte sich über seine Darts auf.
Ich konnte sauber runterspielen und dann auf die D16 zum 1:0 checken. Nun merkte auch mein Gegner, dass man ein Match erst gewonnen hat wenn der Pfeil zur richtigen Zeit im richtigen Feld steckt. Im zweiten Leg war mein Scoring besser und ich konnte auch endlich mal das T20 Feld finden. Als ich noch 64 Rest hatte stand mein Gegner auf 212 – Er warf (wie soll es auch anders sein) eine 180 und stellte sich 32. Nun war der Druck da. Ich stelle mich ans Oche – atmete 1-2-mal durch und warf. T16 – D8 – Sieg. Ich hatte das Gefühl nun im Turnier angekommen zu sein.
Nach wieder zirka 1h Wartezeit spielte ich gegen den Wirt der Kneipe. Ihn habe ich in der zweiten Runde beobachtet, als er seinen Gegner souverän 2:0 besiegte. Ich ging wieder ohne Erwartungen ins Match. Ich konnte das Ausbullen mit einem Treffer ins Single-Bull gewinnen und somit starten. Was sich dann abspielte, kann ich irgendwie noch immer nicht zu 100% begreifen. Ich kam in den berüchtigten Tunnel, von dem immer alle sprechen und konnte (für meine Verhältnisse) kontant stark Scoren. Das erste Leg beendete ich nach 20 Darts auf die D20. Das zweite Leg Beendete ich nach 18 Darts auf die T20 (501 MO).
Als ich das Ergebnis dann der Turnierleitung mitteilte wurde ich das erste Mal gefragt ich welchem Verein ich denn spiele. Dies war für mich ein schönes Kompliment, da ich in keinem Verein spiele.
Im 4 Spiel wurde ich aber wieder auf den Boden geholt. Mein Gegner (der spätere zweite Platz) ließ mir keine Chance – nicht einen Dart aufs Doppel – und schickte mich somit auf die Verliererseite. Ich war jedoch keineswegs enttäuscht, weil mein Gegner einfach um Klassen stärker gespielt hat als ich und ich nach den letzten Spielen eh nichts mehr zu verlieren hatte.
Im 5 Spiel – das erste in der Verliererrunde – spielte ich gegen einen Gegner, der seine Niederlage im Vorspiel wohl noch nicht verdaut hatte. Auf das Ausbullen verzichtete er mit den Worten „Du fängst an – das Spiel gewinn ich sowieso“. Ich fing an und konnte gut Scoren. Als wir beide im Finish-Bereich standen konnte ich als erster auf die D18 checken und 1:0 in Führung gehen. Dass dies meinem Gegner nicht gefiel, machte er lautstark klar. Mit seinem Verhalten brachte er zumindest die Zuschauer auf meine Seite
Das zweite Leg lief für mich nicht Optimal und er konnte auf 1:1 stellen. Nun war er sich wieder (zu) sicher, dass er das Spiel gewinnen würde. Das Leg verlief schleppend und keiner von beiden konnte sich absetzen. Beim Rest von 270 konnte ich mich mit einer 180 auf 90 stellen. Mein Gegnerkonnte nicht nachziehen und ich konnte die 90 über T20-D15 checken. Viele Zuschauer freuten sich für mich und in mir machte sich ein wenig Genugtuung breit. Auf das Abschlagen nach dem Spiel verzichtete mein Gegner dann auch.
Das 6. Spiel sollte dann leider auch das letzte sein. Mein Gegner und ich waren meist gleichauf. Das erste Leg konnte ich mir auf die ungeliebte D7 sichern. Die beiden Legs danach war mein Kontreahent einfach besser. Am Ende ist nur ein wenig ärgerlich, dass ich im Decider einen Matchdart auf Bull vergeben habe, der leider denkbar knapp im Single-Bull landete. Mit dem nächsten Dart konnte mein Gegner das Match für sich entscheiden. Aber das wäre wohl dann auch zu viel des Guten gewesen.
Nach dem letzten Spiel kam ein Spieler des lokalen Dart-Vereins auf mich zu und bot mir an, dass ich gerne mal beim Training vorbeischauen dürfe -> dies hat mich ebenfalls sehr gefreut.
Am Ende wurde ich 7. Von 40 Teilnehmern. Hätte man mir das vorhergesagt, hätte ich blind unterschrieben. Ich bin mit dem Ergebnis von meinem ersten Turnier sehr zufrieden und werde künftig auch öfters an Turnieren teilnehmen – Auch wenn ich weiß, dass es nicht immer so gut laufen wird.
Außerdem muss ich allen im Forum recht geben die immer sagen man soll einfach mal hingehen (egal ob Verein oder Turnier) und spielen. Man lernt sich selbst unter Druck kennen, lernt neue Leute kennen und kann einiges für sein Spiel mitnehmen. Alle Leute (bis auf 1-2 Ausnahmen) waren freundlich und cool drauf. Ich persönlich werde höchstwahrscheinlich mal bei einem Verein in meiner Nähe vorbei schauen, da mich das Wettbewerbs-Feeling ein wenig gepackt hat.
Ich hoffe mein Bericht hat euch nicht gelangweilt
Grüße KD44