Achtelfinale
RoadRunR - HansaFan92 3:2 (2:3, 2:3, 3:1, 3:1, 4:2) (68,34 : 64,25) https://lidarts.org/game/xGHLTSaW
//RoadRunR 171, 3x17, 2x18
//HansaFan 2x180, 177, 17
Man sollte einfach nicht glauben "noch intensiver geht nicht". Nach meinen 3 unglaublich intensiven Spielen diese Woche gegen MG90 und 2x TierSus180 hielt ich das Thema "Dramadart" für ausgereizt. Doch dann kam Steven und toppte das Ganze noch einmal.
Dabei fingen wir Beide sehr verhalten an. Mit 27 und 32 Darts teilten wir uns die beiden schlechten Legs des Spiels redlich. Ich kam dann in die Gänge, spielte einen 18er während Steven immer noch beim Warmwerfen war. Auch im 4. Leg war ich zunächst deutlich vorne. Doch mit 2x100 kurz vor Schluss fand auch Steven nun das Gaspedal und ich hatte nur noch einen Dart zum 21er. Knapp daneben und Steven nutzt die Chance zum Ausgleich. Und auch im ersten Decider des Tages hatte ich die Nase vorn, Bis, ja bis Steven mit einer 180 aus dem Nichts den Spieß herumdrehte. Ich hatte noch eine Chance auf DB und sogar noch eine um die 25 zu checken, traf aber nicht. Steven nutzte die Chance gandenlos und holt sich den 1. Satz.
Den 2. Satz durfte Steven anwerfen und war jetzt voll im Spiel. Ich kann mich zwar mit 18 Darts auf 74 stellen, aber Steven macht mit seinem 20. zu.
Bei meinen 2 19-Dartern im Anschluss war Steven wieder weit weg und ich durfte das 4. Leg zum Satz anwerfen. Schlecht gewählter Zeitpunkt für eine kleine Scoring-Pause, doch die kann man sich nicht immer aussuchen. Und wieder schafft es Steven kurz vor Schluss mit einer dicken 125 aufzuholen und wieder nutzt er die Chance nach meinen 3 vergebenen Checkdart zum Leggewinn. Jetzt darf er den Decider anwerfen und startet direkt mit 119. Dem renne ich das ganze Leg hinterher. Mit 18 Darts steht er auf D20. Als er die nicht direkt checkt komme ich beo 106 noch einmal dran. Doch alles weit weg und Steven vollendet zum Satzgewinn. 2:0.
Fast alle Stats versuchen zu suggerieren, dass ich eigentlich der besser Spieler bin und bestätigen damit meine alte These dass die Zahlen nicht immer die ganze Wahrheit sagen. Denn der bessere Spieler ist immer der, der den letzten Dart wirft.
Wenn es alleine mit spielerischer Schönheot nicht geht, muss halt die Kampfsau raus. Habe ich mir versucht einzureden. (Wobei ich immer noch nicht genau weiss, was "kämpfen" im Dart wirklich heisst). Immerhin geben ich Steven im 1. Leg mit einem 18er keine Chance. Dann wurde es plötzlich von beiden Seiten richtig gut, Steven stellt sich mit 21 auf D20 und ich mache ihm mit einem 19er vor der Nase zu. Im 3. Leg genau umgekehrt. Ich stelle mich mit 21 auf D20 und Steven zieht 72 zu. Und wie schon so oft spielt Steven mit dem Rücken zur Wand seine besten Darts. Nach 18 Darts steht er auf 52 Rest. Doch inzwischen sind sowohl Scoring als auch Doppel wieder meine Freunde, und schaffe mit eienm Break zum 17er den Satzgewinn zum 1:2. Aber das war ja "nur" mein Anwurfsatz.
Jetzt darf Steven wieder starten und , als wäre nix gewesen verpasst er zwar knapp den 17er finalisiert aber zum 21er. und 1:0 . Ich kann mit einem 17er zum 1:1 kontern aber ich brauchte ja unbedingt ein Break. Aber Steven wehrt sich mit allem was er ans Board bringen kann. 56 Rest nach 18. Also wieder der Zwang zum Shortleg. Das gelingt mit einem erneuten 17er tatsächlich, weil ich endlich die Doppel auf Anhieb treffe. Nun bei eigenem Anwurf zum Satzausgleich. Meiner 45 und 43 setzt Steven 67 und 71 dagegen und übernimmt das Leg. Doch nach 121, 83,85 und 92 geht es doch noch mit 18 Darts auf 32 Rest. Steven hat auch nur eine schwächere Aufnahme dabei und zieht auf 78 Rest nach. Doch meine inzwischen beste Freundin die D16 lässt mich auch dieses Mal nicht im Stich. Satzausgleich 2:2
Steven scheint von diesem Comeback völlig unbeeindruckt und eröffnet den Entscheidungssatz mit einem 17er zum Break. Und bei eigenem Anwurf hat er wieder einen Dart zum 18er während ich auf 162 Rest stehe. Ich kann dann dann aber mit einer 130 auf 32 Rest etwas Druck aufbauen (die letzten Legs habe ich auf 32 Rest alle direkt gecheckt). Und tatsächlich scheitert Steven knapp an der D9. Und ich hole mir direkt das Rebreak. Vorentscheidung vertagt.
Es soll Spieler geben, die nach einer so vergebenen Chance einknicken. Doch nicht Steven. Der scort mich im 3. Leg schwindlig. 85,100,69,177 heisst nach 12 Darts 70 Rest. Ich bin da noch bei 285. Steven trifft die T10 doch dann S20 und S10 für 10 Rest. Diese 10 sollten sich dann in den nächsten beiden Aufnahmen als unbezwingbarer Endgegner erweisen. So komme ich bei 40 Rest noch einmal dran. Und anders als in den ersten beiden Sätzen schloss sich nun auch Tops wieder meiner Freundschaftclique an. 2:1 . Leg 4 darf Steven anwerfen und nach durchwachsenem Scoring auf beiden Seiten bekomme ich einen einzigen Breakdart der gleichzeitig auch Matchdart war. Leider vorbei und Steven nutzt es dieses Mal eiskalt aus. 2:2 und die Verlängerung haben wir schon einmal gewonnen. Und jetzt auf einmal scheinen wir beide von der Situation beeindruckt. Bei Steven brach der Score ein (u.a 36,33,22,40). Der lief bei mir immer noch sehr gut: Nach 15 Dart auf 60 Rest. Doch dann wollten die Doppel auf einmal nicht mehr. Zwei Aufnahmen versemmelt und Steven kommt mit einer 125 plötzlich auf 85 Rest. Dann endlich ging der insgesamt 7 Checkdart doch noch in die D1. 3:2 . In Leg Nr.6 ließen wir uns im Scoring beide Zeit. Nach 21 Darts stand Steven auf 90 und ich auf 87. Steven durfte zuerst. S20 S20 und "Klack" SIngleBull am Draht zum Bullseye. Dann durfte ich S18 S18 und "Klack" SIngleBull am Draht zum Bullseye. Schade eigentlich - das wäre ein würdiges Ende dieses Spiel gewesen. Doch es sollte sich noch die alte Dartweisheit "der letzte Dart ist der schwerste" bestätigen. Steven hatte noch 2 Aufnahmen für die 25 Rest. Und da er sie nicht nutzte bekam ich sie auch. Mit dem 28. Dart dieses Legs landete mein 5. Checkversuch satt in der D8 und beendete ein legendäres Spiel.
Mit einer Stunde und 40 Minuten war das sicher eines meiner längesten Matches. Körperlich fix und fertig und im Kopf total leer konnte ich diesen Bericht nicht direkt im Anschluss schreiben. Es war eines jener Spiele die 2 Sieger verdient gehabt hätten. Die Zahlen sagen dass es ein gutes aber kein absolut hochklassiges Spiel war - aber die sagen eh nicht immer die ganze Wahrheit. An Spannung und Dramatik war es aber kaum zu überbieten. Es gab bei keinem von uns, trotz der sehr langen Distanz keinen gravierenden Einbruch und unglaublich viele Situationen "machst du nicht zu, mach ich es halt".
Man braucht eine Menge Können um sich überhaupt in die Möglichkeit zu bringen ein solches Spiel gewinnen zu können. Um es dann auch tatsächlich zu gewinnen, braucht es neben diesem Können auch eine große Portion Glück (andere nennen das "Momentum"). Ich habe das Glück heute sogar arg strapazieren müssen.
Am Ende möchte ich Steven zu seiner großartigen Leistung gratulieren und mich für die tolle Athmospäre und die Fairnis während und auch nach dem Spiel ganz herzlich bedanken.
Wir sehen uns in Kürze beim Pokalspiel und ich wünsche uns beiden ein ebenso tolles Spiel, wie immer es dann ausgehen mag.
Sorry für den etwas länglich gewordenen Bericht. Ich fand aber, dass dieses Spiel es verdient hat.
LG
RoadRunR (Joerg)