Mich hat vor allem Rod Harrington's Kommentar nach dem Spiel geärgert, in dem er behauptet dass die anderen Top-Spieler der PDC sich keine Mühe geben, um an Phil Taylor ranzukommen. Er behauptet Adrian Lewis sehe das ganze zu sehr als einen Spass an, Van Barneveld sei nicht mehr zu motivieren und James Wade vertraue zu sehr auf sein Talent. Wieviele Stunden sollte man sich Harrington's Meinung nach denn noch an's Board stellen? Er erwähnte Mervyn King, der während den Major-Turnieren ausgerechnet 7 Stunden täglich trainiert. Soll er schlafwandeln und Nachts noch trainieren? Ich glaube Phil denkt nur an Darts, doch das Leben sollte sich nie auf ein einzige Domäne reduzieren. Es gibt noch andere Sachen im Leben als Darts, die er nicht geniessen kann, weil er vom Dartsport besessen ist. Man kann einen Menschen loben, der zielstrebig ist, doch muss man auch seine Beschränktheit was alle anderen Sachen angeht beachten. Ich nenne Phil Taylor jetzt offiziell einen Fachidioten 
Das ist nun mal der Preis. Die Snookerspieler haben damals auch das süße Leben genossen und zum Training vielleicht mal eine Exhibition gespielt, dann kam Steve Davis und ist die Sache professionell angegangen: kein Alkohol, früh ins Bett, viel Training etc. Schwuppdiwupp war er der Dominator vor dem Herrn. Die anderen passten sich an, das Niveau stieg ungeheuerlich und inzwischen ist es schon ein bisschen zu professionell, weil es fast nur noch "Snooker-Roboter" und keine echten Persönlichkeiten und Entertainer mehr gibt (ironischerweise nimmt Davis heute selbst diese Rolle ein, obwohl er früher als stinklangweilig verschrien war). Ist also ein zweischneidiges Schwert, hat Davis dem Snooker mit der Einführung dieser neuen Professionalität auf lange Sicht geholfen?
Kann man das jetzt auf Dart übertragen? Indem sich Phil Taylor nur auf Dart fokussiert, setzt er neue Maßstäbe (zu denen der Rest irgendwann durch gleiche Hingabe aufgeschlossen haben wird). Wird er sich in 20 Jahren dann fragen, ob sein Beispiel das richtige war, indem er quasi eine Generation von Spielern "erschaffen" hat, die zwar außerordentliche Leistungen bringen, dafür aber auf alles andere außer Dart in ihrem Leben verzichten? Ich frage mich, ob sich Steve Davis diese Frage jemals gestellt hat?
Das möge man nun interpretieren, wie man will, vielleicht ein etwas zu theoretischer und philosophischer Ansatz, solange Taylor Erfolg hat, wird ihn das Danach nicht kümmern.
Ich möchte nur warnen, dass sich dann keiner wundert, wenn wir irgendwann die gleichen Verhältnisse wie im Snooker im Dart haben, wenn der Sport nur noch durch Leistung anstatt Spielerpersönlichkeiten geprägt wird. Denn die müssen auch ihren Platz haben.