Natürlich sollten wir erst einmal abwarten, wie sie sich schlagen - sie sind durchaus auch für Überraschungen gut und die gibt es bei solchen Turnieren immer. Ich habe sie ja alle bei Pro Tour Wochenenden spielen sehen und schlecht spielen sie dort nicht. Bloß die Anderen eben auch nicht und viele sind einfach besser...
Insofern regen mich die Aussagen in manchen Interviews auch manchmal auf - Selbstbewußtsein ist wichtig und auch gut, aber man sollte trotzdem auf dem Boden und realistisch bleiben, auch wenn man sonst zu hohe Erwartungen an sich selbst hat und auch diese hohen Erwartungen in den Fans weckt und das geht leider zu oft in die Hose.
Ich habe ja schon viele Interviews - auch mit den englischen Topspielern - geführt - und diese sind doch in ihren Aussagen viel realistischer, obwohl es auch ihnen nicht an Selbstbewußtsein mangelt. Aber wenn mir ein deutscher Spieler Anfang des Jahres sagt, dass er innerhalb von einem Jahr unter den Top 32 der PDC sein wird und dann schätzungsweise fünf Spiele auf der Pro Tour gewinnt, dann passt das einfach nicht zusammen. Ein englischer Spieler hätte in der Situation gesagt, er wolle erst einmal sehen, dass er innerhalb der Tour Card Ränge bleibt und dann mal weiter sehen...
Insofern denke ich auch, dass man durchaus Kritik an den deutschen Spielern äußern darf. Jetzt freun wir uns aber erst einmal, dass es so viele geschafft haben, sich überhaupt für die WM zu qualifizieren, dass ist nämlich auch schon eine Leistung. Und vielleicht lernen es die Spieler auch einmal ihre Aussagen etwas zurückzuschrauben und einfach wie die meisten internationalen Qualifikanten zu betonen, wie stolz sie darauf sind, dass sie sich qualifiziert haben und dass sie anstreben, dass nächstes Jahr wieder zu tun, statt gleich als Ziel mehr Weltmeistertitel als Phil Taylor ins Auge zu fassen...