Manchmal glaube ich solche Spieler nutzen das gerne aus, als taktisches Mittel gegen "schnellere" Spieler wie z.B. Gary Anderson, die durch das verlangsamen der Partie doch deutliche Probleme bekommen.
Das ist bei JP alleine deswegen ausgeschlossen, weil er und Gary gute Freunde und Trainingspartner sind. Natürlich gibt es bei manchen Spielern auch taktische Überlegungen, den Gegner etwas auszubremsen, aber Justin Pipe wirft sehr ausgeglichen. Wenn seine Gegner damit nicht zurecht kommen, ist das deren Problem, denn erstens wüsste man bei großen Turnieren schon einige Zeit vorher, dass man gegen ihn spielt bzw. spielen könnte und zweitens haben die wenigsten Top-Spieler noch nicht gegen ihn gespielt oder ihn zumindest spielen sehen. Wenn man weiß, dass man gegen Justin spielt, ist auch klar, was auf einen zukommt. Wes Newton war bei der letzten WM zwar vom langsamen Wurfstil genervt, hat danach aber zugegeben, dass es alleine seine Schuld war, dass er den Fokus auf sein Spiel nicht halten konnte.
Noch etwas zum Unterhaltungswert: Für mich ist eine 180 von Gary Anderson auch spektakulärer als eine 180 von Justin Pipe.
Hier wurde in einem vorherigen Post geschrieben, dass JP nicht in die PL käme, auch wenn er es sportlich verdient hätte. Das denke ich nicht. Die PDC hat klare Regeln, was die PL-Teilnahme angeht. Wenn er es unter die Top 4 der OoM schafft, ist er dabei. Dass die Wildcards nicht immer zu 100% objektiv vergeben werden, ist ja in den letzten Jahren ab und zu deutlich geworden. Jedoch entspricht der Wurfstil von JP den Regeln und wenn die PDC als ein Weltverband anerkannt werden möchte und nicht nur als "Exhibition-Stadl" gelten möchte, muss man auch Spielern wie Justin Pipe alle Möglichkeiten einräumen, sich in der Weltspitze zu präsentieren.