Die Geschichte von Iak dem Frosch
Teil 4
Aber Annàz, das schielende Eichhörnchen?
Ein Eichhörnchen ist kein Tier dessen Anblick Panik verbreitet.
Bei Annàz war dies ähnlich...bis ihm ein Rudel Wölfe eine Nuss zu klauen versuchte.
Was wollen Wölfe mit einer Nuss?
Diese Frage beschäftigt nun auch einen Teil der Wissenschaftler in Iaks Heimat. Es wurde sogar ein neues Forschungsgebiet geschaffen...die Annàzlogie.
Die am Nussraub beteiligten Wölfe machten in Zukunft (zumindest jene, die noch eine hatten) einen großen, seeeeehr großen Bogen um Nüsse oder Eichhörnchen.
Trank, der Leitwolf mit dem blöden Namen, hatte noch etwas Zukunft...bis er, wenige Wochen später, von einer wütenden Spitzmaus totgebissen wurde.
Jedes Lebewesen, das seine sieben Sinne beisammen hatte (abgesehen von Isie, der wusste nicht einmal was Sinn bedeutet...er war nur bösartig),
begegnete Annàz nun mit größter Vorsicht.
Wenn Iak dem schielenden Annàz in den Weg geriet, war jetzt wieder ein idealer Zeitpunkt für eine große Prise Panik.
*Knack*...*knack*...*bumm*...*aua*
Iak drehte sich blitzschnell um (so schnell wie Stöckelschuhe es im Wald zulassen) und sah...nichts.
*Knack*...*knack*...*bumm*...*aua*, diesmal auf der anderen Seite.
Was war das?
Iak, schon immer das Gegenteil von mutig, ging so richtig die Düse.
"Na du grüner Windbeutel, haste dir schon 's Höschen eingenässt?"
"Hier vorne bin ich, du Pumpstragende Heulsuse."
Diese Stimme war Iak bekannt, es bestand keine Gefahr...das zittern der Unterlippe konnte eingestellt werden.
Ereml at Ràd, ein Waldwicht. Klein, frech, kurzsichtig...gehandicapt.
"Knack" verursachten auf dem Boden liegende Äste, an "bumm" und "aua" waren übersehene Bäume schuld.
Durch die nicht unerheblichen "bumm" und "aua" trug Ereml at Ràd den Beinnamen: Beulen-Paule.
Ereml at Ràd hielt sich für den größten Waldwicht der die Wälder, abgesehen vom Zauberwald, je unsicher machte.
Er erschreckte Reisende, kleine Kinder, alte Leute, junge Hunde.
Er machte nichts anderes als erschrecken...gelegentlich auch sich selbst (was er natürlich nie zugeben würde).
Das erschrecken klappte aber nur am Tag, nachts war er gehandicapt...der Star unter den Waldwichten fürchtete sich bei Dunkelheit.
Diese Furcht war, zum Leidwesen von Beulen-Paule, quasi allen Lebewesen, in und um den Wald, bekannt.
Iak hätte nur sagen müssen: "Oh, schon so spät, die Sonne geht gleich unter"...schon wäre Ereml at Ràd auf dem Weg ins Eigenheim.
Hätte und wäre.
Für den Normalsterblichen war dieser einfache Satz kein Problem, für Iak aber eine Katastrophe.
Iak hatte, ebenso wie Beulen-Paule, ein Handicap...den Sprachfehler.
Ihm kam eine Idee (ihm kamen oft Ideen, die leider oft in Katastrophen endeten): er streckte dem Waldwicht die Faust entgegen
und stellte dem Mittelfinger auf, vielleicht wusste der Wicht etwas mit diesem Geheimzeichen anzufangen.
Die Reaktion von Beulen-Paule war erstaunlich....er wurde erst rot, dann grün, dann ohnmächtig.
Tja, dies war das zweite, unbekanntere, Handicap des größten Waldwichts...er vertrug weder
Aufregung noch Beleidigung (er war wohl das sensibelste Sensibelchen unter den Waldwichten)
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Fortsetzung folgt