Doku: Dämmung - die letzte

  • Hallo miteinander,

    als Forenfrischling möchte ich etwas zu einem Thema beitragen, das mich eigentlich erst in dieses Forum gebracht hat - die laute E-Dartscheibe.

    Eine kleine Vorgeschichte dazu: Im Keller bei mir hängt eine schöne Sisalscheibe, aber meine Frau ist nicht dazu zu bewegen gewesen, selber mitzuzählen. Also mußte ein Dartkasten her, der auch noch im Wohnzimmer hängen sollte. Schnell wurde ein JX 2000 oder besser gesagt, dessen eigentlich baugleichen Nachfolger Premium Silver, gekauft und am gewünschten Ort im Wohnzimmer hingeschraubt.

    Im Grunde genommen ist das eine ganz gute Dartscheibe, allerdings hat die doch ein paar Macken. Die erste Macke fällt gleich beim Einschalten der Scheibe auf bei dem man angebrüllt wird dass man jetzt schön Dart spielen kann. Um den lästigen Sound abzustellen darf man erst mal alle Lautstärkestufen nach oben durchnudeln bis man endlich die Mute-funktion einstellen kann. Natürlich speichert der Kasten das nicht so dass man bei jedem Einschalten dieses Gebrülle hat.

    Wem bis dahin noch kein Blut aus dem Ohr läuft der werfe nun den ersten Pfeil. Gut, man weiß ja, dass diese E-Dartscheiben prinzipiell einen wunderbaren Sound beim Auftreffen der Pfeile haben und wenn man fleissig die Rezensionen von diesem Ding gelesen hat weiß man auch, dass gerade dieser Typ eine besondere Lautstärke an den Tag legt, aber mit solch einem Gescheppere habe ich nun nicht gerechnet. Ich hatte mal nach einer kleinen Trainingseinheit auf der Kellersisalscheibe noch nicht genug vom Spielen und habe ein bisserl den Dartautomaten bearbeitet und verwundert festgestellt, dass meine Würfe so ca. 10 cm unterhalb der anvisierten Ziele landeten. Das lag allerdings nicht an der Höhe der Scheibe sondern nur am unwillkürlichen Zurückziehen beim Wurf aus Angst vor dem Einschlag in der Scheibe. Das hat sich zwar nach ein paar Würfen erledigt, aber das hat mir dann doch gereicht.

    Eine Rezension bei einem großen Versandhändler berichtet von einem erfolgreichen Dämmversuch mittels einer simplen Trittschalldämmung von Laminatböden, die einfach auf die Rückseite der Matrix gelegt wird. Auch die Lautsprecher sollten laut dieser Beschreibung mittels dieser dünnen Schaumstoffmatte auf ein erträgliches Maß an Gebrülle gedämpft werden.

    Da mir die nackte Scheibe im Wohnzimmer überhaupt nicht gefallen hat und ich eh vorhatte ein kleines Cabinet zu basteln, dachte ich mir, das könnte man beim Herumbasteln doch auch gleich versuchen. Und von diesem Versuch möchte ich euch in den nächsten Posts in Wort und Bild berichten.

  • Sodele, die Vorgeschichte ist erzählt, nun geht es ans Basteln.

    Um dieses Ding handelt es sich :

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    Sieht etwas verloren aus und ist nun nicht gerade eine Zierde für ein Wohnzimmer.

    Zuerst wollte ich ja nur den Tip aus der Rezension umsetzen. Eine Trittschalldämmung für Laminatböden gibt es zwar in jedem Baumarkt, aber nette Verkäufer nicht. Man braucht ca. einen halben Quadratmeter von diesem Zeug, verkauft wird diese Matte allerdings in 25 qm Gebinden. Aber ich hatte das Glück einen netten Verkäufer zu finden, der mir einen Quadratmeter von solch einer Riesenrolle abgeschnitten hat und mir diese für einen ganzen Euro verkauft hat. Eine gute Alternative zu dieser Trittschalldämmung habe ich auch noch zu bieten: Man renne in den nächsten Elektrofachmarkt und kaufe sich dort schnell entweder einen Monitor oder einen Fernseher. Diese Geräte sind üblicherweise in eine dünne Schaumstoffmatte gehüllt, die ungefähr die gleiche Dicke wie die Trittschalldämmung hat und sich hervorragend für dieses Vorhaben eignet.

    Mit der Matte bewaffnet wurde der Kasten mal aufgeschraubt.

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    Laut der Beschreibung in dieser Rezension sollte ein Kreis in der Größe der Matrix ausgeschnitten werden und einfach dort draufgelegt werden. Das einzige was hierbei noch zu beachten wäre ist, dass man für die 4 kleinen Schräubchen, mit der die Matrix an der Rückwand des Automaten festgeschraubt ist, jeweils ein kleines Löchlein freilegt. Das geht mit einem Locher ganz gut. Die freigelegten Löcher kann man auf dem Bild sogar halbwegs erkennen.

    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/TK3taQG.jpg]

    Die Lautsprecher sollten mit dem gleichen Material gedämpft werden. Dazu werden kleine Kreise ausgeschnitten, die in die Vertiefung vom Lautsprecher passen.

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    Somit wäre also schon der Rezensionstipp abgearbeitet.

    Einmal testweise das Gerät angesteckt und eingeschaltet - und der Kerl schreit mich schon wieder an. Man überlegt: Was faselt der Typ die ganze Zeit eigentlich. Er sagt die Zahlen an, die man gerade geschmissen hat und die in 10cm großen Lettern auf der Anzeige stehen. Sondertöne wie beim Löwenautomaten gibt es hier nur beim Bull (auch beim Single Bull) und beim Überwerfen - da lacht er recht dreckig. Ist ja ein-zweimal ganz lustig, beim 5. Mal geht einem doch langsam das Messer in der Tasche auf.
    Eine Millisekunde nach diesen Überlegungen befanden sich die Lautsprecher abgezwickt im Mülleimer.

    Auf einen Wurfversuch nur mit diesem Mättlein auf der Matrix habe ich mir gespart, denn an dem Kasten gab es noch einige andere Schwachstellen. Um die will ich mich im nächsten Post kümmern.

  • Hallo,

    Schön geschrieben. Ist sehr unterhaltsam. :lollol:
    Ich freue mich schon auf die weiteren Ausführungen.


    Bis denne im Forum
    TSOAF

    Dieter Nuhr : "Wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach mal die Schnautze halten !!


    Und wenn er Leute trifft, die nicht wissen, wer Gary Anderson ist, dann stellt er sich vor und sagt, er spiele Darts. "Und wenn sie dann nachfragen, ob ich gut bin, dann sage ich: 'manchmal'."

  • @ Kadoffe

    :thumbup:

    Diese Geräte sind üblicherweise in eine dünne Schaumstoffmatte gehüllt, die ungefähr die gleiche Dicke wie die Trittschalldämmung hat und sich hervorragend für dieses Vorhaben eignet.

    Auch gut geeignet als Unterlage für die Platine in mechanischen Cherry-Tastaturen. Tja. Noch ein Vorteil, den die Röhrenmonitore hatten. Mehr Verpackungsmaterial, das man zweckentfremden konnte.

  • Vielen Dank, dann will ich mal weiter berichten.

    Eine weitere Lärmquelle bei diesem Automaten sind diese absolut innovativen Darthalterungen. Das sind die Löcher unterhalb der Doppel16 und der Doppel15. Steckt man da jetzt tatsächlich einen Dart rein, ragt der Fight einem fast in die Doppelfelder rein so dass nicht nur Halbdilettanten die Flights von den dort aufbewahrten Pfeilen zusammenschießen. Was nützt einem ein Aufbewahrungsort für Darts wenn ich diese bei jedem Spiel alle entfernen muß? Gut, man muß diese Löcher ja auch nicht nutzen, aber gebraucht hätte es die Dinger trotzdem aus zwei Gründen nicht. Zum einem sind sie nicht gerade ein optischer Genuß und zum zweiten ist die Machart von diesen Darthalterungen etwas problematisch, was auf diesem Bild leicht zu erkennen ist:

    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/wEHgWxn.jpg]

    Es handelt sich hierbei also nur um eine Art Dübel, die einfach in die Frontplatte locker eingehängt sind. Mit anderen Worten: Bei jedem Einschlag vibrieren 12 Plastikdübel munter mit.

    Nun gäbe es zwei Optionen diese Dinger zum Schweigen zu bringen.

    a) Die Brachiallösung: Raus mit den Dingern.
    Geht bequem mit einer leichten Drehung , denn sie sind ja nur locker eingehängt. Aber was nun machen mit den Löchern? Optisch hätte man sich nun ja auch nicht gerade verbessert. Man könnte versuchen die Löcher zuzukleben, aber da es sich bei dem Gehäuse um PE handelt ist das mit der Kleberei so eine Sache. Da hält ja nichts dauerhaft, zumindest nicht, was man im Baumarkt so bekommt. Nieten wäre eine Option aber ich denke es reicht, wenn die Nieten vorm Board stehen und nicht auch noch drinstecken.

    b) Die sanfte Lösung: Schaumstoff
    Geht nicht ganz so bequem weil das doch eine ziemliche Fummelei ist die ganzen Schaumstoffstückchen fest um die Dübel zu wickeln aber mit einem nicht ganz so weichen Schaumstoff ist das machbar.

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    Somit sind die tollen Dartaufbewahrungen auch noch gerettet worden und weil man schon so schön geübt war mit dem Umgang mit dem Schaumstoff konnte man gleich die gesamten Hohlräume innerhalb des Dartautomaten ausstopfen.

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    Somit wäre mal ein Schwingen und Hallen zumindest innerhalb vom Automaten unterbunden.

    Allerdings gibt es immer noch ein paar Kleinigkeiten die mir bei diesem Kasten nicht so gut gefallen und bei denen ich noch einen gewissen Handlungsbedarf gesehen habe und dazu gehört vor allem die Aufhängung des Automaten.

    Die Aufhängung der Scheibe gefiel mir von Anfang an gar nicht. Man hat zwei Ösen oben an der Rückseite der Scheibe mit denen man das Trumm in zwei Schrauben einhängen kann. Wenn man den Kasten nun einfach an diesen zwei Schrauben aufhängt rumpelt dieser bei jedem Wurf gegen die Wand. Das wäre bequem zu lösen indem man einfach eine Schaumstoffmatte hinten an den Kasten klebt. Dann ist es zwar ruhiger aber es bleibt ein anderes, auch lästiges Problem. Die Pfeile stecken nämlich ziemlich fest in den Löchern und man muß doch einen gewissen Kraftaufwand investieren, die Dinger wieder rauszubekommen. Der typische Automatenspieler ist ja leicht an der Hornhaut am kleinen Finger zu erkennen, der als Hebelfunktion beim Rausziehen der Darts dient, aber hier holt man sich nach ein paar Spielen trotz Hornhaut leicht einen blutigen Finger. Zieht man nun die Darts ohne den lädierten kleinen Finger raus nimmt man das gesamte Board mit. Da hat man doch Angst, dass die Plastikaufhängungen irgendwann brechen könnten.

    Es empfiehlt sich deshalb, den Automaten auf ein Brett zu schrauben um den Kasten richtig fest an die Wand montieren zu können. Bevor man den Kasten nun schnell mal aufs Brett nagelt sollte man vielleicht daran denken, Löcher für die 14 Schrauben zu bohren um später den Automaten auch wieder zuschrauben zu können.

    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/GqJd3yk.jpg]

    Zur Dämmung zwischen Board und Brett wurden Schaumstoffmatten benutzt die man normalerweise als Unterlage für Aquarien hernimmt.

    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/zlZ0HGK.jpg]

    Um nun jede Möglichkeit von Schwingungen innerhalb vom Automaten zu unterbinden wurden mit einem weichen Schaumstoff die letzten Hohlräume zugestopft.

    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/c8sGza7.jpg]

    Auch die an der Rückseite des Automaten befindliche "Spinne" wurde verschaumstofft...

    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/RBMHyob.jpg]

    ... allerdings habe ich hier einen fürchterlichen Fehler gemacht der zu diversen Schreikrämpfen meinerseits geführt hat.

    Unter diesem Schaumstoff befinden sich die 4 kleinen Löchleins für die am Anfang erwähnten 4 kleinen Schräubleins die die Martix an die Rückwand befestigen. Falls das mal irgendjemand nachbauen will, denkt unbedingt daran diese kleinen Löchleins irgendwie freizuhalten wenn ihr euch eine halbe Stunde Gefummele und Gefluche ersparen wollt.

    Nach der Schrauberei sieht das dann so aus.

    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/GEcmsAC.jpg]

    Somit wäre eigentlich das Kapitel Dämmung fast abgeschlossen. Jetzt gilt es nur noch, das Ganze optisch ansprechend zu verpacken. Das wird im nächsten Post gezeigt.

  • Krass bin gespannt ob es den gewünschten Effekt bewirkt
    Wenn ja wer ich auch bereit mir so ein teil zu kaufen


    Und dann selbst zu Dämmen

    “Gott lenkt, der Mensch denkt und der Saarländer schwenkt”

  • Schön geschrieben. Ist sehr unterhaltsam. :lollol:
    Ich freue mich schon auf die weiteren Ausführungen.

    Uneingeschränkte Zustimmung :thumbup: Das ist einer unserer besten IchMachMalSelberUndBerichteEuchDavon-Threads! Gute Ideen, die Hand und Fuß haben ... nachvollziehbar und unterhaltsam geschrieben ... gut bebildert * :thumbup: Bin gespannt wie's weitergeht. Und drück' dem Kadoffe sämtliche Daumen, dass er mit einer der leisesten HomeDart-Scheiben aller Zeiten belohnt wird :)


    * wenn auch ein büschen riesig :whistling:

    Einmal editiert, zuletzt von DerDartagone (29. März 2015 um 11:54)

  • Die Lautstärke von Lautsprechern kann man mit einem Widerstand reduzieren, oder? Wäre eine Alternative zur Demontage. Ich hätte sie allerdings auch rausgeschmissen.

  • Das ist mal ein wirklich gut beschriebener Thread. Die Art und Weise wie Du es gedämmt hast gefällt mir. Das kann ich direkt mal meinem Schwager erzählen. Der legt dann morgen bestimmt los mit dem dämmen.

    Gruß Mirco75 :vic:

  • Na hoffentlich schreibt der Kadoffe auch weiter und berichtet, wie's letztendlich ausging. Wäre echt schade, wenn er wegen EINER blöden Antwort die Lust verloren hätte :huh:

  • Na hoffentlich schreibt der Kadoffe auch weiter und berichtet, wie's letztendlich ausging. Wäre echt schade, wenn er wegen EINER blöden Antwort die Lust verloren hätte :huh:


    Keine Angst, so etwas juckt mich nicht im gerinsten. Heute Abend bzw. nachts (lass mir doch den Judgement Day nicht entgehen) kommt der Rest nebst Testergebnissen. Deswegen hat das auch noch etwas gedauert denn ohne hinreichende Tests wäre der ganze Bericht eigentlich wertlos.

  • Hallo nochmal.

    Im letzten Teil in dieser Doku geht es noch ein bisserl um den Cabinetbau und natürlich um Testergebnisse.

    Zuerst will ich aber folgende Frage noch schnell aufgreifen:

    Zitat

    ich frage mich, wie kann ich so eine Anlage überhaupt ins Wohnzimmer bringen??

    Wer sich heute z.B. den Spieltag in der Premier League angeschaut hat und dabei ca. 86mal zuschauen mußte wie sich ein paar alte Deppen ein vergammeltes Vereinsheim herrichten weiß wie wertvoll so eine Anlage im Wohnzimmer sein kann.

    Da der nackte Automat im Wohnzimmer nicht gerade eine Augenweide ist, soll der Kasten in einem Cabinet versteckt werden und dabei könnte man doch auch gleich für eine vernünftige Beleuchtung der Scheibe sorgen.
    Dafür eignen sich hervorragend so kleine Halogeneinbaustrahler, die ungefähr halb so groß sind wie die üblichen Halogenlampen.

    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/Vs58YlN.jpg]

    Leider hinken die Baumärkte in Punkto LED Technik noch etwas hinterher und deshalb wurden vorsorglich ein paar LED-Lampen bestellt, denn diese Halogendinger werden bekanntlicherweise verdammt heiß und man will sich den Kasten ja nicht zusammenschmelzen lassen.

    Hätte nicht gedacht, dass diese drei kleinen Strahlerchens ein solch gutes Licht auf die Scheibe werfen. Leider kommt das im Bild nicht so gut rüber, aber ich bin von der Beleuchtung absolut begeistert.

    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/CBsonyV.jpg]

    Ich will euch nun nicht mit dem Möbelbau langweilen und deshalb rotze ich euch die fertige Anlage einfach mal so hin.

    So sieht das Ding geschlossen aus...

    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/MDbwaNj.jpg]

    ... und so offen mit Beleuchtung.

    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/UJmVDZm.jpg]

    Um ein Hallen innerhalb des Cabinets zu verhindern wurden die Seitenwände mit einem Noppenschaumstoff beklebt.

    Nur eine kleine Anmerkung zu den Scharnieren: Die Türen sollten sich ja so öffnen lassen wie ein Fensterladen damit man sich nicht jedesmal die Birne aufhaut wenn man einen Dart aufhebt, leider gibt es im Baumarkt solche Scharniere nicht, dazu muß man in ein Fachgeschäft rennen.

    Noch ein paar Bretter an die Wand genagelt und somit sieht das Endergebnis so aus:

    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/38XYdXv.jpg]

    So, jetzt wird es wieder etwas interessanter, wir wollen mal sehen, was das Ganze so gebracht hat.

    Die ersten Testwürfe waren sensationell, ein Krach wie bei einem Löwenautomaten. Statt dem Gescheppere dumpfe Einschläge. Die Tripple- und Doppelfelder hört man praktisch gar nicht mehr (die waren allerdings vor dem Umbau auch erträglich).
    Sogar die Gemahlin war begeistert.

    Somit wäre ja das Ziel erreicht wenn nun auch noch alles funktionieren würde.

    Mittlerweilen haben wir so ca. 30 Stunden auf den Kasten eingehämmert und deshalb kann ich schon mal eine grobe Auswertung aufstellen.

    Funktionalität der Scheibe

    Ich muß zugeben, dass ich schon etwas Bauchweh mit dieser Trittschalldämmung auf der Matrix hatte. Funktioniert die Scheibe denn nach diesem Umbau noch vernünftig?

    Im großen und ganzen funktioniert die Scheibe einwandfrei, nur gibt es ein paar kleine Problemchen.

    Wenn man genau das letzte Loch vorm Bull im Innensegment von der 7 und der 5 trifft kann es sein, dass der Kasten diesen Pfeil nicht zählt. Stört mich jetzt nicht besonders, denn das kommt jetzt nicht so oft vor und ein kurzes Drauftupfen auf den dort steckenden Pfeil erledigt das auch gleich.

    Ein zweites Problem gibt es wenn man ein Tripple getroffen hat. In der Anzeige steigen dann drei lustige Luftballons auf und während der Kasten deine Dreifacheins so ausgiebig feiert vergisst er hin und wieder mal den nächsten Dart zu zählen. Strichlisten haben ergeben, dass das ca. nach jedem 15. Tripple vorkommt. Allerdings glaube ich jetzt da nicht an ein Problem mit dem Umbau sondern eher an einen Fehler bei diesem Kasten im Allgemeinen. Leider habe ich wegen dem Krach vor dem Umbau nicht lange und oft genug gespielt um jetzt belegen zu können wer oder was nun wirklich schuld ist.

    Diese zwei Fehlerchens können mich allerdings bei weitem nicht dazu bewegen das Trumm wieder abzumontieren und die Trittschalldämmung wieder zu entfernen.

    Wurfqualität

    Recht wichtig finde ich beim Dartautomaten die Wurfqualität, will damit sagen, wie die Pfeile in der Scheibe stecken, wieviele abprallen usw. Mir fällt da jetzt einfach kein anderes Schlagwort dazu ein, da fehlt einfach das Fachvokabular.

    Ich habe oben mal erwähnt, dass die Pfeile in diesem Automaten sehr fest drinstecken und die wirklich nur mit Mühe rauszuziehen sind. Auch die Gemahlin hatte da so ihre Probleme mit ihren zarten Fingerchens die Darts wieder aus der Scheibe zu bekommen obwohl sie die bei weitem nicht so reinzimmert wie ich.
    Ausserdem hat mir an dieser Scheibe von Anfang an sehr gut gefallen, dass fast keine Darts abprallen. Ich sage mal von 100 Würfen hat man sich höchstens 3 mal bücken müssen, was für so einen Kasten eine ganz passable Quote ist. Auch in den schmalen Feldern steckten die Darts richtig gut.

    Nach dem Umbau sieht das ganz anders aus. Interessanterweise sind die Darts nun mühelos und ohne Hornhautbildung aus der Scheibe zu ziehen. Das ist natürlich auf dem ersten Blick ein genialer Nebeneffekt, hat allerdings einen Nachteil: Wenn man das dritte Mal ins selbe Segment getroffen hat, kann es durchaus sein dass der erste Pfeil rausfällt. Juckt beim Automatendart nicht besonders denn er hat ja schon gezählt und hier kommt auch ein entscheidender Vorteil vom Cabinet ins Spiel, denn der herausgefallene Dart ist nun bequem vom Boden des Schränkchens abzugreifen.

    Was allerdings juckt ist die erhöhte Zahl der Abpraller. Man muß sich nun gut doppelt so oft bücken wie vorher, interessanterweise auch hier bei den Zahlen 5 und 7. Möglicherweise habe ich da irgendwo gepfuscht und somit ist das Gerät ein ideales Trainingsmittel geworden, denn man überlegt es sich nun zweimal ob man in die 5 oder 7 abrutscht und somit doppelt bestraft wird mittels niedrigem Score und körperlicher Arbeit beim Aufheben.

    Es ist übrigens interessanterweise vollkommen egal wie fest ein Dart geschmissen wird. Bei meiner Frau fallen genausoviele Darts runter wie bei mir und die angesprochenen Zählfehler gibt es bei ihr auch genauso oft.

    Langzeitbetrieb

    Ich habe schon erwähnt dass ich bei der Halogenbeleuchtung nicht sicher war ob die mir bei längeren Betriebszeiten womöglich den Dartautomaten zusammenschmelzen. Dem ist nicht so, das geht also auch ohne Umrüstung auf LED.

    Nach 6 Stunden Dauerbetrieb wurde auch am Dartautomaten selber keinerlei Wärmeentwicklung oder gar Überhitzung festgestellt. Man kann den Kasten also ohne weiteres auch längere Zeit mitsamt der ganzen Schaumstoffpufferung in so einem Cabinet betreiben.

    Garantieverlust

    Es dürfte natürlich jedem klar sein dass in diesem Moment, in dem man den Schraubenzieher am Gehäuse des Automaten anlegt, schlagartig jeglicher Anspruch auf eine Garantie erlischt.

    Fazit

    Ich persönlich bin auch trotz den kleineren Problemchens absolut zufrieden mit dem Umbau und würde das genauso wieder machen. Auch die Gemahlin ist hochzufrieden, das hat allerdings den Nachteil, dass ich zum Trainieren wieder in den Keller muß, denn in dem Moment, in dem ich einen Dart in den Automaten geschmissen habe, steht sie auch schon da und will mitspielen. Wenn dem nicht so wäre, würde ich die Sisalscheibe wegschmeissen. Die ist mir einfach zu laut.

    Schönen Gruß aus München

    Tom

  • Noch ein kleiner Nachtrag zur Testerei:

    Gestern war ja überraschenderweise ein nicht ganz so bescheidenes Wetter und somit haben wir den ganzen Tag auf der Terrasse gegartelt und dabei natürlich die Balkontür aufgelassen. Somit waren am Abend mollige 17° im Wohnzimmer. Um Heizkosten zu sparen dachte ich mir, etwas Dartsport könnte auch für etwas Wärme sorgen. Allerdings wurde das wirklich eine ganz schön sportliche Angelegenheit, denn ungefähr jeder dritte Pfeil lag auf dem Boden. Nachdem dann doch die Heizung angeknipst wurde und wieder normale 20° herrschten konnte man wieder normal spielen.

    Mit anderen Worten, für einen unbeheizten Keller taugt dieser Umbau scheinbar eher weniger.

  • für einen unbeheizten Keller taugt dieser Umbau scheinbar eher weniger.

    Sicher, dass es am Umbau liegt? Wodurch sollte das denn verursacht werden?

    Aber was anderes: Ich finde, dass es sich in einer kalten Umgebung ziemlich schlecht dartet. Gerade, wenn man kalte Hände und Handgelenke hat. Könnte das auch die Ursache für die rausfallenden Darts sein? Denn mit einem ungeschmeidigen Wurf kannst du die Darts eventuell nicht auf die Geschwindigkeit beschleunigen, die notwendig ist, um tief genug in die Löcher der Segmente einzudringen. Ich behaupte nicht, dass das die Ursache ist. Aber ich finde diese Erklärung näher liegend.

    Einmal editiert, zuletzt von D-O-S (4. April 2015 um 18:03)

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