• Habe vorhin etwas über Embossed Flights gelesen. Mir ist bekannt, das der Golfball aus aerodynamischen Gründen die kleinen Vertiefungen hat und deswegen besser fliegt. Aber macht sich das tatsächlich beim Dart bemerkbar??

    Viele Grüße


    Michael

  • Golfball: http://www.wer-weiss-was.de/theme50/article2014722.html

    Embossed Flights: http://www.heiku.de/Dart-Flight-Pe…etail_1836.html

    Also ausgehend von Form und daraus resultierenden Luftwiederstandsunterschieden kann man ausschliessen das die Wölbungen bei beiden Gegenständen dem gleichen Zweck dienen! Das die Wölbungen der embossed Flights jedoch tatsächlich der Stabilität zuträglich sein sollen wage ich ebenso zu bezweifeln, da ein auf die Kante des Flights treffender Gegenstand die gleiche Fläche trifft und gegebenenfalls beschädigt wie bei einem glatten Standartflight. Obwohl ich seid langer Zeit selber mit embossed Flights spiele (bin ja ehrlich, mag das Aussehen) bin ich sicher das rein vom Flugverhalten keinerlei Unterschied zu anderen Flights besteht!

    Don't call it Schnitzel!

  • Die Aerodynamik von Darts und Golfbällen ist schlicht gar nicht miteinander zu vergleichen.
    Ich spiele sowohl Darts als auch Golf und würde mal schätzen, dass ein Golfball gut 20x so schnell fliegt wie ein Dart. Ein Golfball braucht für 200m geschätzte 4 Sekunden, ein Dart für 2m ungefähr 1 Sekunde, was einem Faktor von 20-25 entspricht.

    Die Geschwindigkeit geht nun aber in viele aerodynamik Formeln QUADRATISCH ein -> eine 20fach höhere Geschwindigkeit hat eine 20^2 = 400 fach größere Wirkung! Das gilt noch viel mehr für Vergleiche mit Gewehrkugeln o.ä. die gerne mal gezogen werden.

    Die Dimples auf dem Flight dienen in aller erster Linie seiner Strapazierfähigkeit haben aber den m.E. unangenehmen Nebeneffekt, durch die vielen kleinen Luftwirbel den Dart stark abzubremsen. Ähnlich wie Stoff-Flights übrigens. Folge, die Darts sacken tendentiell ab.

    Wer das mal testen will, einfach mal einen Shoot-Out zwischen verschiedenen Flight-Formen und Materialien und Shaftlängen machen. Die verschiedenen Kombinationen zeigen dramatische Unterschiede.

  • Hallo Mr. House...oder darf ich Mad sagen (aaach was´n Brüller!!!). Wie sieht denn so ein Shoot-Out out...äääähhhh aus?
    Meinst du, z.B. mit verschiedenen Set-Ups auf einen Doppel zu werfen und nachher die Ergebnisse zu vergleichen?
    Würde mich interessieren, wie du das praktizieren würdest - meine ich im ernst!
    - Dauer...wieviele Einheiten á wieviele Minuten über hoffentlich nicht allzuviele Tage?
    - Welche Komponenten in welcher Reihenfolge ändern (Shaft-Länge, Flights-Form, evtl. Spitzen, usw...)?
    - Wann merke ich, dass ich mit dem Körper versuche, die Veränderungen auszugleichen?
    - Fragen über Fragen...

    Das würde mich und sicherliche andere auch interessieren; jeder hat doch schon mal daran herumgebastelt ...

    ... bitte keine Diagramme...

    ...Danke

  • Sollten die Dimples tatsächlich der Strapazierfähigkeit dienen sage ich mal das da der Wunsch Vater des Gedanken war, denn Entlastung können im Belastungsfall doch ansich nur Leerräume (Ausstanzungen) bringen, da bei Formverschiebung (Einbuchtungen) doch das Material noch vorhanden und fest verbunden ist! Also sind diese Formverschiebungen (Dimples) doch nur bedingt bis garnicht als quasi Knautschzone wirksam!

    Zum Thema Bremswirkung der Dimples bin ich hellhörig geworden, da ich wie bereits an mancher Stelle angesprochen in einem Formtief stecke. Sollten etwa die Dimples mich in diesem Formtief gehalten haben? Ich habe erst nach Beginn meines Formtiefes auf diese Flights umgestellt, weil sie mir optisch gefielen. Unterschwellig ergo als psychologische Stütze nach dem Motto, gefällt mir, macht mir Spaß und mich zufriedener. Auf jeden Fall werde ich es testen und glatt gegen embossed (dimple) spielen!

    Gruß und Dank Josh

    Don't call it Schnitzel!


  • Hmmmmmm, Knifflig. Ich versuchs mal:
    1) Grundgedanken:
    a) bei einem "kontrollierten" Experiment IMMER NUR EINE VARIABLE ÄNDERN. Hier also niemals Flight-Form UND Shaftlänge oder Flight-Material UIND Flight-Form

    b) "Messungen" in Form von "Trefferquoten" halte ich nicht für sinnvoll. Da fließen zuviele andere Parameter mit ein.Stattdessen beurteilen WIE die Darts stecken, also sauber im Board und vor allem GLEICHMÄßIG d.h. alle auf einem Fleck und alle im gleichen Winkel

    c) Extrem wichtig, das subjektive Gefühl von Kontrolle und Reproduzierbarkeit. Das zeigt sich natürlich auch in b) ABER man kann sich auch "unwohl" fühlen und zeitweise ganz gut treffen. Das geht aber oft auf Dauer nicht gut. Also diesen "gefühlten" Parameter berücksichtigen und notieren

    d) Die beiden Extrem-Pole von Dart-Shaft-Flight Kombis sind die "Murmel" und der "Segler". Die Murmel spielt sich, als würde man selbige aufs Board Werfen (26gr John Lowe mit kurzem Shaft und Slim Flight). Der Segler, erinnert an die Papierflieger, die wir alle aus der Schule kennen (18gr. Bob Anderson, Standard Shaft mit Standart Flights). Die anderen Kombis liegen irgendwo zwischen Murmel und Segler

    e) Shaftmaterial und Flightmaterial
    Würde ich zunächst NICHT varieren, sondern zunächst mit den bis dato von mir verwendenten Materialien arbeiten um eine gute "geometrische" Kombination für mich zu finden

    2) Shootout

    a) Testdauer einer Kombi Minimum 2h. Man braucht alleine 1h um sich an ein neues Setting auch nur zu gewöhnen. 2h ist m.E. die absolut untere Grenze

    b) Testdisziplin: Pfeiffer-Gambit ( :lach: das schließt Ausgleichsbewegungen des Körpers aus)
    Also werfen, OHNE zu zielen, nur aus dem Augenwinkel auf die T20. Sich dabei nur auf die Wurfbewegung und das Wurfgefühl konzentrieren. Nur versuchen, den Dart "sauber zu treffen" und kontrollieren wie 1b) aussieht.

    c)Variationen
    Shafts: Short - Medium (Standard) wer mag noch Ultra Short
    Flights: Slim - Fantail - Pear - Kite - Standard
    Flight-Formen und Größen

    1) Zuerst den aktuellen Shaft beibehalten und die Flightformen von links nach rechts wechseln
    Jede Kombi mit 0 - 100% Bewerten

    2) jetzt den Shaft verändern und wieder die Flights von links nach rechts

    3) in einer weiteren Runde nun die Besten Kombis gegeneinander antreten lassen, diese auf ca. 3 eindampfen.

    4) mit diesen 2-3 Kombis kann jetzt bei Wunsch mit dem Material der Flights experimentiert werden. Das Material der Shafts hat nach meinen Erfahrungen kaum/wenig Einfluß -> würde ich weg lassen

    5) JETZT kann ich die beiden besten Kombis in echten Spielen testen.

    (Ich glaube, irgendwann schreib ich doch noch mal ein Buch über die ganzen Themen 8o ...)

    Einmal editiert, zuletzt von madHouse (28. März 2010 um 23:27)

  • Hi Kai,

    das mit dem Buch würde ich an deiner Stelle mal wirklich ins Auge fassen! Habe kürzlich deine Trainingstips auf einer anderen Seite gelesen und habe mein Training und Spielverhalten entsprechend angepasst. Sogar mit einigem Erfolg. Es dauert zwar wohl noch bis ich annähernd wieder an meinen vorherigen Leistungsstand herankomme, doch nichts geht von heute auf morgen! Ich glaube nicht nur ich sondern die meisten User des Forums schätzen dich als Tip und Ratgeber. Danke dafür mal von mir, zumal du deinen Rat und deine Erfahrungen ohne Vorbehalt und selbstlos anbietest.

    Josh

    Don't call it Schnitzel!

  • Es dauert zwar wohl noch bis ich annähernd wieder an meinen vorherigen Leistungsstand herankomme, doch nichts geht von heute auf morgen!


    Lass mich mal raten: Du hast vorher rein aus "Instinkt" gespielt, weil sich Deine Bewegungen einfach "natürlich und wie von selbst" ergeben haben. Du hast NICHT darüber nachgedacht WIE Du das gemacht hast?
    Aber dann, hat Dich der Instinkt irgendwann verlassen und Du mußtest die Bewegungen auf einmal bewußt steuern, wußtest aber nicht, wie Du das vorher gemacht hast?

    Falls das so war, willkommen im Club.
    Das passiert m.E. allen und führt zu einer Delle im Spiel, durch die man einfach durch muß. Da jibbet aber auch ein paar Strategien zu.

    Kleiner Gag am Rande. Der berühmte Paul Lim (9-Darter beim Embassy) wurde einmal aufgefordert, einen hoffnungslosen Fall zu trainieren. Er hat sich das Elend eine halbe Stunde angeschaut und dann ein Beispiel echter Zen-Logik gegeben:

    Hoffnungsloser Fall "Und Paul, was meinst Du, was sollte ich machen?"
    Paul Lim: " Wenn ich Du wäre, dann würde ich die Darts 3 Wochen bei Seite legen und nicht anfassen"
    Hoffnungsloser Fall: "Und dann?"
    Paul Lim: "Dann würde ich aufgeben!" :lollol:

  • Erstmal sorry an alle für dieses :offtopic:

    Gute und manchmal wahre Logik. (Aufbodenwelzvorlachen)

    Im Grunde hast du es recht gut beschrieben, nur leider bin ich recht früh, in etwa vor 16 Jahren schon vom Instinkt zum Trainingsspieler geworden und erst danach und dadurch gereift. Zu meinem Leitwesen nur mit dem Anspruch auf Lokaler Ebene glänzen zu können.

    Der Bruch kam bei mir im letzten Jahr durch eine Durchtrennung der Strecksehne des Daumens und durch den Willen schnellstmöglich wieder voll im Rennen sein zu können. Aus der Frustration das es nicht so schnell ging wie ich wollte wurde Frustration das Umstellungen nicht anschlugen. Letztlich hab ich mich zuletzt im Spielverhalten, im Menthalen und im Stil derart verändert, das ich erschrocken bin als mir ein bekannter alte Videoaufnahmen von mir vorführte. Das, und ein Rat meinerseits an jemanden anders hier im Forum, ich riet ihm nicht zu viel alleine zu Trainieren und den Spaß am Spiel zu bewahren (so wie der Trinker der dem Trinker rät "Hör auf zu saufen"), haben bewirkt das ich mich wieder auf das besinnt habe was mich und mein Spiel damals ausgemacht hat. Auch deine Beiträge und Tips, wo auch immer, haben mir bei dem Weg bis hierher schon geholfen!

    Don't call it Schnitzel!

  • (Ich glaube, irgendwann schreib ich doch noch mal ein Buch über die ganzen Themen ...)


    ...erstmal :danke: für deine Mühe (da habe ich dir ja mind. eine Stunde deiner Lebenszeit aus den Fingern geleihert...).
    Wie immer schön strukturiert und in diesem Fall mit dem Blick auf das Wichtigste; ich werde es auf jeden Fall mal testen. Die Kombis kann man ja aufgrund bisheriger, eigener Erfahrung schon mal minimieren und somit erscheint es mit auch nicht zu aufwendig, mal eine Session durchzuziehen.

    Ein Buch zum Durchlesen an einem Stück wäre mir sicherlich zu schwere Kost. Eine Online-Datenbank mit Suchfunktion, um bei Problemen mit einem Schlagwort die richtige Schublade mit guten Tipps öffnen zu können, wäre da sicherlich hilfreicher. Auf der anderen Seite ist dieses Art der Hilfe im Forum kommunikativer und witziger. Aufheben sollte man solche Texte auf jeden Fall.

    In diesem Sinne nochmal :respekt: und :danke:

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