Wie kann man Turniere wieder nach oben bringen?
Das ist wohl eine sehr gute Frage und dürfte nicht leicht zu beantworten sein!
Ich denke, die äußeren Umstände spielen da eine große Rolle.
Auch Turniere werden als Geschäftsmodell angesehen, das fängt auf Clubebene schon an!
Da wir uns mitten in einer Wirtschaftskrise befinden, gestaltet es sich aber recht schwer daraus Profit zu schlagen.
Man kann sich jetzt die Frage stellen, ob man dem Enthusiasmus entgegen setzt und wieder zurück zu alten Wurzeln kommt?
Womit wir zu dem berühmten Spruch kommen *Früher war alles anders!*.
Ja, das war es früher. Da war auch alles noch günstiger und wir hatten alle mehr Zeit.
Zeit, ein sehr wichtiger Faktor um ein großes Event zu organisieren. Opferung von sehr viel Freizeit, neben Familie, Beruf und Hobby.
Wenn da am Ende der Veranstaltung nur ein schöner Tag steht, bei dem ich gerade mal Freigetränke bekommen habe und unter dem Strich kaum etwas bei rum kommt. Ja, dann verliert man auf Dauer die Lust daran.
Fangen wir doch mal ganz unten an! Ich hole dabei absichtlich sehr weit aus! 
Die Probleme fangen in den Verbänden auf Bezirksebene doch schon an.
Jeder kocht irgendwo sein eigenes Süppchen, Talente werden wenig bis gar nicht gefördert, Turniere sind nicht mehr attraktiv genug, Wege sind weit usw. und sofort.
Ich könnte da Seitenweise Punkte aufführen, die einfach so sind wie sie sind, aber nicht unbedingt zum Guten beitragen.
Der Schluss daraus ist doch der:
Als Spieler verliert man schnell die Lust, somit geht die Spielpraxis verloren und letztendlich der Mut auf Landes- oder DDV-Ebene zu spielen. Von Weltverbänden möchte ich gar nicht erst sprechen.
Man sieht dort immer wieder die selben Gesichter und immer wieder die selben Gesichter machen sich den Erfolg unter sich aus.
Dagegen ist auch keineswegs etwas einzuwenden, schließlich haben sich diese Gesichter das auch erarbeitet. Nicht das wir uns da falsch verstehen.
(Bitte den Ausdruck Gesichter nicht persönlich nehmen
)
Als ein großes Problem sehe ich ebenso an, dass man in bestimmten Regionen täglich Turniere spielen kann.
Das mag für den Einzelnen, in dessen Nähe, völlig ok sein, allerdings wird dort nie ein besseres Feld zusammen kommen. Man ist dort meistens unter sich, bringt einen auf Dauer aber nicht weiter.
Es ist bequem und warum soll man weite Wege fahren, wenn das Gute doch vor der Haustür zu finden ist. 
Einen weiteren Punkt, den ich aufführen möchte, sind die Ligen!
In der Regel haben wir 16 Spieltage, kann natürlich von Liga zu Liga etwas variieren, aber das sind im Schnitt 16 Wochenenden. Dann gibt es da die Sommerliga, 4er-Team, Pokalwettbewerbe und ich weiß nicht was noch alles.
Wieder eine Menge Wochenenden die verloren gehen können.
Wo blieben da Familie, Beruf und andere Freizeitaktivitäten?
Von den Sprit-preisen mal ganz abgesehen.
Man könnte jetzt sagen, dass man das ja aus freien Stücken macht!
Ja, klar.
Aber was bleibt mir auch anderes übrig?
Es gibt auch so nette Argumente, dass man für Fußball, Handball, was weiß ich, ja auch so viel Zeit aufbringen würde!
Auch das kann ich nachvollziehen, allerdings spiele ich als z.B. Fußballspieler nicht zusätzlich 3 weitere Ligen, ettliche RLT-Turniere im Jahr und ich Spiele in einem Team von bestimmt 15 Leuten, die sich die Sprit-kosten teilen. Mit Glück unterhält der Verein sogar einen Bus, dann halten sich die Kosten noch mehr im Rahmen.
Noch ein weiterer Punkt, was die Ligen betrifft.
Je höher ich spiele, desdo weniger Spiele mache ich an einem Spieltag!
Für viele ist das ein Argument, dort keine Mannschaft zu melden, selbst wenn sie die Qualifikation dafür geschafft haben.
Logischer Weise erhöhen sich auch die Anfahrtswege, sobald ich aus der Bezirksebene heraus bin.
Ich könnte jetzt noch viel viel weiter ausholen, aber das würde den Rahmen emens sprengen.
Meiner Meinung nach sollte man ganz unten anfangen und den Dartsport interessanter gestalten.
Welches Konzept auch immer dort zum Tragen kommen kann.
Seit Jahren werden immer wieder die gleichen Schienen benutzt und es fehlt der Mut andere Wege zu gehen. Vielleicht wäre das ein Ansatzpunkt etwas zu ändern.
Ich persönlich finde das Ranglistensystem nicht gut.
Für mich wäre eine andere Variante viel interessanter, die auch seine Reize hat.
1. Qualifikationsturniere auf Bezirksebene, mit einer festgelegten Anzahl an Teilnahmen um sich zu qualifizieren
- hier könnte man den Ranglistencharakter beibehalten
- untere Spielklassen kommen viel öfter mit Stärkeren in Berührung
- mehr Turniere auf Bezirksebene
- Wege kürzer
- ich als Spieler bin motivierter mich dort zu qualifizieren, spare dabei noch viel, viel Geld
2. 1 Turnier auf Landesebene, abhängig von Qualifikanten der Bezirksebene
- Qualifikation für ein bundesweites Endturnier (z.B. Deutsche Meisterschaften)
- Vertretung der Landesebene, ähnlich German Masters
3. Endturnier aller Qualifizierten der Landesebenen
Ein großer Vorteil für den Dachverband, man macht sich nicht von Traditionsturnieren abhängig.
Traditonsturniere können dennoch erhalten bleiben, denn solche Events wie Bochum werden weiterhin hoch frequentiert sein und sind eine weitere Option. Meistens handelt es sich dabei ja sogar um WDF-Turniere.
Aber selbst diese Turniere sind nicht davon befreit, aufgegeben zu werden.
Man bedenke, dass auch der Gold Cup in Bremen auf Messers Schneide steht und auch dort noch nicht klar ist, was die Zukunft bringt. 2013 scheint gerettet zu sein, aber darüber habe ich noch keine verlässlichen Informationen bekommen.
Wer auf solchen Turnieren spielen möchte fährt dort auch hin!
Wenn ich aber kurz vor der Quali beim DDV bin und mir noch wenige Punkte dazu fehlen, bin ich zur Zeit dazu gezwungen nach Donnersberg, Karlsruhe, Nürnberg usw. zu fahren.
Erschreckend weite Wege aus dem hohen Norden, um sich vielleicht sogar gar nicht zu qualifizieren. Die Wege in den hohen Norden sind genauso weit.
BREAK!!!! 
Ui Ui, das war jetzt verdammt viel und spiegelt nur einen Teil meiner Gedanken wieder.
Vielleicht spreche ich damit aber einigen aus der Seele.
Mir ist bewusst, dass man nicht einfach alles um schmeißen kann. Es werden ja auch nur meine Gedanken gespiegelt und keineswegs eine Allerheillösung präsentiert.
Ich gehe davon aus, dass viele, viele Punkte in diesem Thread zusammen getragen werden. Ob sich daraus ein schlüssiges Konzept entwickeln lässt, stünde dann auf einem ganz anderen Blatt.
Natürlich wird einiges nicht umsetzbar sein, aber Vorschläge sind Vorschläge und als Verband würde die Zufriedenheit meiner Mitglieder im Vordergrund stehen.
Aber als Verband muss ich auch flexibel auf die unterschiedlichsten Umstände reagieren können, um nicht wie jetzt auf einmal da zu stehen und dicke Backen zu machen.
Das waren jetzt meinen bescheidenen 5 Cent.
Ihr dürft mich jetzt auseinander nehmen, zurecht weisen und konstruktive Kritik üben!
Ich wollte das alles nur mal aus meiner Sichtweise schildern.
Und weg! 