Da war ja bisher einiges zu lesen...
Interessanterweise wird der im HDV verbreitete LSA-Vorschlag zur neuen Preisgeldstruktur ja irgendwie als gegeben und wirksam angesehen, aber wie ich schon mal geschrieben habe, das Ding muss noch die Deligiertenversammlung passieren. Ich habe sicher auch schon geschrieben, dass die vorgeschlagenen Preisgelder aus meiner Sicht keine praktikable Lösung darstellen... Ich sehe es schon ähnlich wie Gordon, dass eine Leistung, also ein Gewinn eines Ranglistenturniers mit in etwa durchschnittlichen 120 Teilnehmern, von denen aber nach der so oft kritisierten Round Robin nur 48 Herren übrigbleiben, da die 16 bestplatzierten Teilnehmer dann in der Single-KO-Phase des Turniers einsteigen, mit Sicherheit besser "honoriert" werden sollte als mit € 50 am Turniertag plus zusätzlich eine eventuelle Jackpotausschüttung am Ende der Ranglistensaison... Wenn man da die oberen 4 bis 8 Plätze zum Beispiel verdoppeln würde in Sachen Preisgeld, würde sich das Ganze sicher etwas freundlicher lesen.
Den Gedanken Jackpot finde ich persönlich gar nicht so verkehrt, allerdings sehe ich das auch, wie Holger, etwas ausgrenzend... Da im HDV die Plätze zur Masters-Teilnahme nach der Rangliste vergeben werden, käme eine Zuwendung aus den Jackpot für diese Spieler einer Art "Doppelsubventionierung" gleich, da der HDV ja doch in irgendeiner Form versucht, die Teilnehmer an den Masters je nach Mittellage zu bezuschussen. Dies habe ich selbst als hessischer FTS-Wildcardgewinner für das Einzel bei den Masters erleben und nutzniessen schon dürfen. Da wäre es aus meiner Sicht vielleicht günstiger, die knapp an der Qualifikation gescheiterten mit einem kleinen Obulus aus dem Jackpot zu bedenken, besonders dann, wenn sie möglichst viele Turniere der Ranglistensaison gespielt haben.
Aber das bleibt, wie die ganze Geschichte um die Preisgeldstruktur sicher noch mal etwas genauer zu bedenken...
Was leider immer wieder auffällt, ist der Punkt, dass sich ausgehend hier vom Landesverband die Diskussion um grundlegende Änderungen im Bundesverband anknüpft. Wir alle haben sicher mit Bedauern den Rücktritt von Kai zur Kenntnis nehmen müssen... Ich persönlich frage mich manchmal, ob da nicht die Erwartungshaltung einfach zu gross war. Jetzt haben wir Kai, morgen ist alles besser. Wie schon jemand treffend gesagt hat hier, einen Tanker dreht man nicht auf der Stelle, aber möglicherweise wurde das doch zu sehr erwartet, nachdem die "Mischke-Ära" ja doch eher unrühmlich zu Ende ging und eine Menge im DDV in Frage gestellt wurde (ich will das aber nicht weiter werten oder kommentieren, weil es aus meiner Sicht hier nicht passt). Eine gewisse Erwartungshaltung liest man aber auch hier immer wieder: Man will mehr Mitglieder werben und für unseren Sport interessieren, und dafür braucht es Ideen und Ideenträger. Aber gleichzeitig verteidigt man gewisse "Pfründe" bis aufs Messer (Motto: ein grosser Teil der bisherigen Top-16-Spieler wird bei solch einem Preisgeld nicht mehr antreten... Aber bisher hat nur einer der "Betroffenen" genau das Gegenteil bekundet, wenn er sich auch nicht zufrieden und glücklich über den Vorschlag zeigte).
Leider ist die Struktur in den Landesverbänden und im DDV eher etwas alt und möglicherweise nicht mehr ganz zeitgemäss, aber dennoch werden Änderungen nur auf dem Weg der Kompromissfindung und, wie durch die Satzungen vorgegeben, eben Basisdemokratisch erfolgen müssen. Dazu müssen aber auch alle Beteiligten aufeinader zugehen müssen, sich gegenseitig zuhören und dann eine für alle Seiten als praktibel erscheinende Lösung finden. Und den passenden Rahmen dazu bildet eben die Deligiertenversammlung... und die sind leider allzu oft nicht wirklich gut frequentiert.
Und was ich schade finde, ist der Punkt, dass sich hier kaum Hessen beteiligen... was jedoch leider - und das ist wohl viel schlimmer - im Forum des HDV nicht anders darstellt. Klar sind "Best Practices" aus anderen Verbänden interessant, aber ob sie dann auch auf den HDV umsetzbar sind, bleibt noch die Frage. Dazu sind die Landesverbände wohl doch zu unterschiedlich.
Warum auch nicht mal was ganz Neues und revolutionäres versuchen? So schlimm finde ich Gordons Ansatz von wegen einer Leistungseinstufung nicht, wenn dafür ein objektives Kriterium gefunden wird und vor allem, wenn jeder dabei mit lauteren Mitteln arbeitet.
Aber selbst dieses System bräuchte mal eine Saison als Vorlaufszeit, und aussagefähige Averages zu ermitteln und Einstufungskriterien festzulegen, also auch keine Sofortlösung. Aber ich denke, Sofortlösungen wird es nie geben.
Sicher fände ich es sehr angenehm, eventuell von einem weiter gestreuten Preisgeld zu "profitieren", aber ein Preisgeld ist für mich nicht der Grund zur Teilnahme an einem Ranglistenturnier... ich geniesse es, immer mal wieder gegen andere Spieler anzutreten, denn ich kann nur gewinnen dabei - entweder das Spiel, oder nen Stift. Und wenn mein Gegner besser war als ich in diesem Spiel, habe ich gelernt, dass ich versuchen muss, mich zu verbessern. Und nebenbei, ein Preisgeld bei einem Ranglistenturnier? da fehlt leider bisher die spielerische Kompetenz meinerseits...
Just my 5 cents....