Beiträge von Kevin Barth

    Wenn Dimitri bei einer Players Championship früh ausscheidet, zieht er sich im Übrigen nicht zurück, sondern bleibt da, unterstützt die Freunde und Teamkollegen und fühlt sich nicht zu höherem berufen. Ich glaube kaum, dass irgendein Spieler der PDC eine Einladung für ein TV-Event ausschlagen würde, egal aus welchem Grund. Die Sponsoren würden sich bedanken. Wenn es Ratajski schafft, fürs Matchplay gesetzt zu sein, dann vermutlich an einer Position, wo schon in der zweiten Runde ein ganz großer Name wartet. Ob es das "wert" ist?

    Dimitri hat sich zum wiederholten Mal in ein WM-Viertelfinale gespielt, für die er sich jedes Mal auch wieder ohne Umwege qualifiziert hat. Das ist der PDC wichtiger als 7 Floor-Titel. Das Finale von Dimitri beim World Series Event in Deutschland war übrigens 2018, nicht 2019. Auch ich finde diese Diskussionen müßig, weil die World Series einfach einen sehr geringen Stellenwert hat. Ich werde dieses Jahr wenn überhaupt nur die Turniere im deutschsprachigen Raum verfolgen.

    Ich bin schon auch dafür, die Challenge-Tour nicht nur in UK stattfinden zu lassen und mehr Karten darüber auszuspielen. Aber den Festlandeuropäern und vor allem den deutschen Spielern mit einer eigenen Challenge-Tour noch mehr Geschenke zu machen, nachdem sie durch die European Tour bis heute bevorzugt werden? Nicht mein Ding.

    Exakt und noch dazu wäre auch ein WM-Startplatz drin. Es ist nicht realistisch, nur über die European Tour so viel Geld einzuspielen, dass man zur WM fährt. Das wird nur realistisch, wenn das erste Wochenende der Challenge-Tour gut läuft und er als Nachrücker die ersten zwölf Players Championships spielen kann. Dann wäre es fast so, als hätte er noch den Tourkarten-Status.

    Wenn ich mir die deutschen Anmeldungen so anschaue, stechen für mich zwei heraus: Michael Unterbuchner und Florian Hempel. Beiden traue ich die Karte sowohl über die Rangliste, als auch über einen Tagessieg zu. Flo braucht dafür natürlich die Form, die er in der ersten Jahreshälfte von 2019 hatte. Alle anderen Deutschen haben in meinen Augen nicht die Konstanz, um es über die Rangliste zu schaffen. Für einen Tagessieg könnte ich mir schon so jemanden wie Horvat oder Daniel Klose vorstellen. Nico Kurz wäre meine erste Wahl gewesen, aber da er nur einen Tag spielt, würde ich ihn jetzt nicht zum Kreis der Tourcard-Anwärter zählen.

    Um auf die österreichischen Teilnehmer zurückzukommen: Ich sehe bei Aaron Hardy durchaus Potential, nur würde es mich sehr wundern, wenn er die finanziellen Möglichkeiten für eine Tourkarte hätte. Christian Kallinger ist seit Jahren für seine Sprunghaftigkeit bekannt (mal E-Dart national, dann E-Dart international, dann mal ein Bisschen European Tour etc.) und seine Leistungen waren vor allem seit man es auf Dartconnect verfolgen kann dürftig (meist unter 80). Zoran, Rusty und Michael Rasztovits räume ich realistische Chancen auf die Tourkarte ein, wobei Rusty konstanter spielen müsste als zuletzt und auch Rasto seine Krise des Vorjahres abschütteln müsste. Gödl hat letztes Jahr schon am ersten Tag gezeigt, was bei ihm möglich ist, aber da geht es wenn über einen Tagessieg und weniger über die Konstanz.

    Für mich sieht das aktuell danach aus, als würden 61 Prozent der Tourkarten über die Rangliste nach UK gehen und der Rest in die andere Q-School. Wenn beispielsweise 32 Karten insgesamt verteilt werden, gehen 4 an die Tagessieger aus Europa, 8 an die Finalisten aus UK, 12 an die Rangliste nach UK und 8 an die Rangliste nach Europa

    Es braucht schon mindestens ein bestrittenes Match soweit ich informiert bin. Auf der anderen Seite bewirkt jeder Spieler, der nicht um eine Tourkarte spielen möchte Wettbewerbsverzerrung gegenüber denjenigen, die es möchten. Es verändert sich die Auslosung und so weiter. Von daher sollte die PDC an diesem System auch noch mal schrauben. Halte das aber eher für unrealistisch. Gab ja auch schon genügend Diskussionen zu diesem Thema in den vergangenen Jahren hier.