Beiträge von Fastdrin

    Hi Peter, ich halte das ganze bei 95% der Spieler für eine Marotte, wahrscheinlich weil sie öfter das Gefühl haben den Dart nicht sauber gegriffen zu haben und so versuchen das Ganze zu ertasten. In diesem Zusammenhang denke ich schadet das eher als dass es nützt.

    Es gibt aber auch Beispiele wo eine gewisse Systematik zu erkennen ist, hier wird der Dart konstant anders gegriffen als beim Wurf und der Griff wird über das Drehen dann regelmässig "scharfgemacht". Extrem zu beobachten bei James Wade, hier sind das nach meiner Zählung gegelmässig über 2 Barrelrotationen. Auch zu beobachten bei Gary Anderson und anderen. Hier vermute ich dass sich die Spieler das Greifen des Darts erleichtern, in dem Zusammenhang kann das durchaus sinnvoll sein.

    du hast das z.T. sehr treffend beschrieben, du machst dir wohl selbst zu viel Druck. In der Trainingsphase führt es gerade bei Einsteigern zu besserem Fortschritt wenn sie sich eher auf einen rhythmischen und konstanten Wurf als auf das konkrete Ziel konzentrieren. Das sollte man nicht nur auf die berühmte 20 sondern abwechselnd auf bestimmte Boardbereiche variieren. Mit der Zeit wird dein Gefühl für den Wurf immer besser und du kannst das dann auch auf konkrete Ziele übertragen.
    Ein gutes Beispiel ist der frustrierte Wurf auf eine vernagelte Doppel 1, das kennt wohl jeder Darter. Beim Training wirst du dich nicht verbessern wenn du das bis zum Exzess zu Ende spielst, im Gegenteil: Mental polst du dich drauf ein dass du das Ding eh nicht triffst und im Muskelgedächtnis sind jede Menge Fehlwürfe abgespeichert. Besser: Nach 3 Fehlaufnahmen abbrechen und das Leg als verloren abschreiben. Beim nächsten Mal klappts vielleicht mit dem ersten Projektil, so ist eben Darts.

    Omnibolt das finde ich hochinteressant, danke für den Selbstversuch!

    Ich habe die letzten Tage auch über das Thema nachgedacht und komme immer mehr zu dem Verdacht, dass hier evtl. der Wille die eigentliche Wurfbewegung zu steuern zu wollen eine Rolle spielen könnte. Da die Bewegung zu schnell ist um Details bewusst zu variieren funkt das Gehirn eine Art "SOS, bin überfordert, alles Stop..." zurück und die Blockade ist da. Ist jetzt aber nur meine aktuelle Arbeitshypothese..

    Die Sportwissenschaft beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit dem "Quiet Eye" Phänomen das Spitzenathleten bei bestimmten Zielsportarten wie z.B. Basketball oder Bowling aufweisen. Oder eben auch Darts.

    Worum gehts? Während dem entscheidenden Bewegungsablauf bleiben die Augen dieser Athleten auffällig lang und stabil auf das Ziel fokussiert. Hier kann man sich einen schönen Beitrag vom schweizer Fernsehen darüber ansehen.

    Wer sich die Dart Pros ansieht stellt fest dass dieses Phänomen ganz offensichtlich auch hier bei Spitzenspielern zu beobachten ist. Ich glaube dass die starke Fokussierung auf das Ziel während des gesamten Wurfes vor allem 2 erstrebenswerte Fähigkeiten erleichtert:

    1) Der Körper muss zwangläufig ruhiger bleiben

    2) Es erleichtert Fremdeinflüsse auszublenden und nur den erlernten automatisierten Wurf auszuführen, das hilft vor allem unter Druck

    Vor allem fortgeschrittene Spieler können hiervon profitieren wenn sie das Quiet Eye am Practice Board bewusst "schulen". Anfängern würde ich hier eher empfehlen das Thema erstmal zu vertagen, das Ganze setzt ja schon eine recht stabile und automatisierte Wurfbewegung voraus.

    Druck, der aus den eigenen Ansprüchen an seine Leistung entsteht

    Das trifft auch meine Vermutung recht genau, ich denke dass da eine übertriebene Konzentration auf den perfekten Wurf mit im Spiel ist, frei nach dem Motto "der muss jetzt rein, ich weiss das ich das kann". Trotzdem scheint mir das ganze zu komplex um es auf eine einzige Ursache zu reduzieren, wahrscheinlich kommen mehrere Faktoren zusammen.

    Für Betroffene ist die Ursachendiskussion dann aber auch nicht mehr so hilfreich, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist hilft es einem ja auch nicht weiter wenn man weiss warum.

    Probleme mit dem Standbein deuten meistens darauf hin, dass man zu weit vorgebeugt ist. Da das gleichtzeitig in der Regel mit einem instbilen Stand verbunden ist würde ich dir raten aufrechter und damit entspannter zu stehen, auch wenn du das Gefühl hast ein paar Zentimeter zu verschenken. Wenn das nicht hilft stimmt in der Tat was mit deinen Fusswinkeln nicht, die Faustregel ist der Fuss steht in 90 Grad zur Schulterachse.

    Wenn du vermutest dass du zu ungeduldig bist liegtst du goldrichtig. ich find das klasse wie du dir Gedanken machst, aber im Moment geht es darum ein gleichmaesigen und entspannten Wurf zu entwickeln. Vertage die enderen Probleme erst mal nach hinten, es ist für ein gutes Training im Moment auch nicht so wichtig ob die Pfeilchen auch genau im Ziel sind.

    Hi Merten,

    kann deine Frustration komplett verstehen, auch wenn von der Dartritis bisher verschont geblieben bin weiss ich sehr genau wie hilflos es sich anfühlt wenn plötzlich die Kontrolle über den Wurfarm irgendwie weg ist.

    Wie du diesem Thread entnehmen kannst trainiere ich seit einiger Zeit beidhändig und kann durchaus bestätigen dass man auch mit seinem schwachen Arm anständig darten kann. Die Lernkurve verläuft zwar etwas langsamer, aber ohne Geduld geht beim Darten sowieso nichts.

    Da ich selbst noch keine Dartritis hatte kann ich nur meine Vermutungen dazu mitteilen: Ich glaube dass sowas aus einer Kombination aus 1. einer "Schachstelle" im Wurfstil (an irgendeiner Stelle wird in der Bewegung zu lange innegehalten und die Muskeln frieren fest) und 2. dem übertriebenen Verlangen nach einem perfekt geworfenen Dart entsteht. Mein Rat wäre daher über eine längere Periode einfach nur irgendwie locker aufs Board zu werfen ohne dich irgendwie um das Trefferbild zu scheren. Grundsätzlich kann ich dir empfehlen bei Trainieren rechte und linke Hand abzuwechseln, das gibt einen schönen Trainingsrhythmus und jeder Arm hat genug Zeit sich vom Wurf zu erholen.

    Ich drück dir die Daumen!

    Was die Regel angeht seh ich das eigentlich sehr entspannt. Offensichtlich kann man die DDV Regel unterschiedlich interpretieren, aber das liegt wohl daran dass sie ungeschickt forumliert ist. Ich bin mir sicher dass kein Verantwortlicher nur im Entferntesten beabsichtigt hat die Dinger zu verbannen, es gibt ja mit gesundem Menschenverstand nicht im Ansatz ein gutes Argument daffür.
    Solltes es jemals einen ernsthaften Konfliktfall geben gibt es dann nur eine sinvolle Konsequenz: Die Regel unformulieren.

    Vor ein paar Monaten hatte ich mal die Schnauze von dem ganze Flight-Schaftgefummel so gestrichen voll dass ich den Wirt meines Vertrauens einen Satz Plastikflights von den Messing-Leihdarts abgeschwatzt hatte. Anfangs nur für E-Dart gedacht hab ich die Flights seitdem konsequent auch beim Steeldart-Training genutzt (ca. 6 Monate), der Vorteil ist offensichtlich: Die Dinger sind fast unkaputtbar, Gefummel mit den Flights kann man getrost vergessen. Leider hat sich auch gezeigt dass diese Dinger deutlich häufiger die Darts aus dem Board ablenken als normale Schaft/Flight Kombis, offensichtlich bedingt durch die Flexibilität der Schäfte - für Trainingszwecke war mir das aber egal. Erstaunlich finde ich dass ich bzgl. Flugverhalten / Wurfpräzision eigentlich keinerlei Probleme in meinem Wahrnehmungbereich ergeben haben. Natürlich gibts die Flights nur in einer Standardgrösse*, aber bei mir ergibt das einen recht angehmen Einschlagwinkel.

    Leider hat mein erstes Set nach gut 1/2 Jahr dann doch den Geist aufgegeben, inzwischen hab ich mir aus England aber Nachschub besorgt. Verblüfft habe ich inzwischen feststellen müssen dass mit der neuen Lieferung das Problem der abgelenkten Darts komplett weg ist, ich hatte seitdem keinen einzigen Vorfall mehr. Das neue Material ist fühlbar ein klein wenig flexibler, offensichtlich reicht das aus um die Macke komplett zu beseitigen.

    Logisch spricht damit eigentlich nichts mehr dagegen diese Dinger zu 100% zu benutzen, trotzdem gibts da eine mentale Hürde gegen die ich auch nicht immun bin: Pubflights haben einfach diese Billig- bzw. Anfängerimage, vereintes Naserümpfen der Dartgemeinde ist da vorprogrammiert.

    Zusammenfassend sind die Teile eine unschlagbare Alternative was das Preis- Leistungsverhältnis angeht, jedenfalls wenn man mit der Standardgrösse* klarkommt. Ein paar Vorurteile muss man aber schon überwinden :)

    *Nachtrag: Hab gerade mein 1. Set nachgemessen und festgestellt dass diese ca. 4mm kürzer sind. Möglicherweise hat das auch mit der Neigung zu Ablenkern bzw. Bouncern zu tun, etvl. liegt es nur am Material. Jedenfalls werden die Pubflights offensichtlich in unterschiedlichen Längen hergestellt auch wenn ich keinen Anbieter mit entsprechender Auswahl gefunden habe.

    Einen Tick langsamer zurückziehen scheint mir sinnvoll, nach dem Rückholen aber zu stoppen halte ich für keine gute Idee. Ich glaube es wird dir schwerfallen so einen Wurf zu entwickeln der auch unter Druck konstant und flüssig bleibt, ausserdem scheint mir das so eine Sollbruchstelle zu sein wo sich gerne mal die Dartitis einnistet.
    Als Übung im Training kann ich mir das aber gut vorstellen wenn man es immer mal wieder einstreut um den richtigen Übergangspunkt der Bewegung zu erspüren. Trotzdem solltest du aus meiner Sicht versuchen eine möglichst flüssige Wurfbewegung zu entwickeln.

    @DOS Gummidaumen sind eben Talent, da kann man nix machen.
    Was Gripdiskussionen in dem Zusammenhang angeht wäre ich vorsichtig, das ist meiner Meinung nach eine völlig andere Party. Sich einen Follow Through einzuüben ist halt schwierig weil man ein ziemlich fastgefahrenes Muskelgedächtnis aufbrechen muss, da spürt man erst wie mächtig so ein Bewegungsgedächtnis sein kann.

    P.S.: Spiele seit kurzem meine Monster ganz ohne künstlichen Grip, das hat mein Weltbild bzgl. Grip doch stark ins Wanken gebracht!