Wenn man immer davon ausgeht nicht zu treffen, wird man nie erfolgreich spielen. Wenn ich die T18 anvisiere dann rechne ich auch damit, dass ich zumindest die S18 treffe. Daher halte ich es nicht für sinnvoll, ständig nach nebenliegenden Feldern zu gucken.
Ich gehe ganz bestimmt nicht immer davon aus das gewünschte Triple zu treffen, aber ich gehe auch nicht davon aus, dass ich das Single verpasse, denn Selbstvertrauen und Selbstsicherheit sind in jeder Sportart extrem wichtig. Das gilt auch für Darts.
Da stimme ich Dir zu, uneingeschränkt. Und genau dieses Selbstvertrauen, die Lust auf's Spielen, die Lust auf's Gewinnen ermöglicht es uns, unser Leistungsvermögen abzurufen. Doch wie ist denn unser Leistungsvermögen?
Wir können ja mal ein paar Spiele durchspielen:
Du wirfst auf die T20 und triffst jedesmal nur die S20. Ein zum Stellen benötigtest Single und das Doppel triffst Du mit dem ersten Dart. Das wären dann 27 Darts und ein Ave von 56. Und jetzt kommt's:
Die Fehlerquote liegt bei ca. 93%, die Trefferquote dementsprechend bei ca. 7%. Von 10 Darts trifft noch nicht mal jeder neunte.
Wer aber so sicher wirft, dass er immer das Single des entsprechenden Treble trifft, wird natürlich auch mal das Treble treffen. Nehmen wir also an, dass zwei mal eine 100 dabei ist. benötigst du 22 Darts. Hier ist es aber so, dass das Single zum Stellen mit dem ersten, das entsprechende Doppel aber erst mit dem zweiten Dart getroffen wird. Das wäre dann ein Ave von 68. Herzlich willkommen in der 1. Dartliga NRW, wo Du die meisten Deiner Spiele gewinnen würdest. Aber auch hier liegt die Fehlerquote bei ca. 82%.
Solltes Du aber konstant 18 Darts werfen, wäre Dein Ave bei 84. Herzlich willkommen in der DDV-Bundesliga und zwar in der Spitzengruppe, da müsstest Du nur die großen im deutschen Dartsport fürchten. Alle anderen würdest Du vom Board fegen. Aber die Fehlerquote liegt auch hier bei ca. 72%. Nur mal so angemerkt.
Als deutscher Spitzenspieler, trifft nur etwa jeder 7 Dart und das mit dem notwendigen Selbstvertrauen. Hätte man dieses nicht, würde die Trefferquote ganz schön in den Keller gehen.
Natürlich sollte man nicht schlotternd vorm Board stehen und nur daran denken, dass man ja daneben wirft aber man sollte sich dieser Realität bewusst sein und seine Strategie oder Taktik danach ausrichten.
Und durch mehr Chancen hat man nicht zwingend eine höhere Wahrscheinlichkeit, da sich die Wahrscheinlichkeit des Treffens bei den Feldern unterscheidet.
Was Du wie beweisen kannst?
Das ist doch nur eine Behauptung, die in den Raum geworfen wird und durch nichts zu beweisen ist. Vermutlich ist das so ein Gefühl. Worum es bei dem "cleveren Wegen" geht, ist alleine die Vergrößerung des Bereiches, den ich treffen darf um weiter eine Chance zu haben ein Doppel zu stellen oder zu Checken.
Das Prinzip ist ganz einfach. Werfe auf das Bullseye. Der Bereich den du treffen darfst, ist das ganze Board. Hier hast Du vermutlich eine Trefferquote von 100%. Werfe wieder auf das Bullseye und und nur die Treffer in der rechten Boardhälfte zählen. Die Trefferquote dürfte weit unter den 100% liegen und je weiter der Bereich verkleinert wird, desto geringer ist die Trefferquote. Nicht ganz so dramatisch aber ähnlich verhält es sich um die Treblefelder. Erhöhe ich den Bereich um das Treblefeld, das ich treffen darf, je höher ist die Trefferquote und je länger halte ich mich im Spiel. Das ist ganz einfache Logik und man kann auch nicht dagegen argumentieren, außer so gefühlsbumsdingsdamäßig.
Wie ich schon oft gesagt habe: man sollte den Weg gehen bei dem man sich am wohlsten fühlt.
Bei Wegen, die gleichberechtigt nebeneinander stehen, stimme ich zu. Bei bestimmten Zahlen aber ist die Antwort eindeutig nein. Wenn wir den WizardOfOz klonen und wir haben einen zweiten mit identischen Fähigkeiten, d.h. Trefferquote, Selbstvertrauen, Spielfreude etc., wird in der Mehrzahl der gewinnen, der die "cleveren Wege" geht, weil er bei vielen Legs ein oder zwei Darts eher auf Doppel steht.
Ich bin der Meinung, man sollte den Weg üben, der einem am meistem Möglichkeiten offen läßt......und den übt man so lange, bis man sich dabei wohl fühlt.
Dem ist nichts hinzuzufügen
Ich möchte noch einiges allgemeines anmerken. Es wird ja so oft auf die Profis hingewiesen und welche Wege diese denn gehen. Diese sind aber in der Regel mit 14 bis 15 Darts fertig. Wer hier aus dem Forum das schafft, der möge seine gefühlten Wege gehen. Doch sollte man auch bei den Profis mal darauf achten, wie oft das in die Hose geht. Das ist mehr als einmal.
Wenn schon die Profis herangezogen werden, solltet ihr mal auf Simon Whitlok achten. Der geht immer die cleveren Wege, von ihm kann man viel lernen.
Nochmals zur Verdeutlichung. Wirft man eine 100 hört man ständig: "super Darts", schöne Darts". Zwei haben aber nicht getroffen.
Man sollte sich schon von Darts, die knapp ihr Ziel verfehlen, aufbauen lassen aber realistisch gesehen sind sie daneben und "On the wire" heißt nichts anderes als "daneben".