Mich beschleicht das Gefühl, dass einige hier diesem zwanghaften "Dart ist ein anerkannter Sport"-Gedanken verfallen sind. Sport hin oder her, aber was bringt es am Ende des Tages, wenn die Taschen der Spieler und der Verbände leer sind? Mir ganz persönlich war und ist es wirklich völlig egal, ob Dart in Deutschland als Sport anerkannt ist! Deutschland hatte wahrscheinlich schon in jeder Sportart einen Weltmeister, also wird man auch in Zukunft gut und gerne auf Dart verzichten können. Dart wird momentan nicht auf "Sport1" übertragen, weil es der DDV in den DOSB geschafft hat, sondern weil Dart eine gigantische Show ist, die von der PDC richtig in Szene gesetzt wurde. Die Turniere der WDF/BDO werden doch nur von einem Bruchteil der Darter verfolgt. Sorry, aber das sind drittklassige Turniere - siehe Winmau World Masters - Darts on Ice!
Man sollte endlich von diesem Wahnsinnstrip wieder runterkommen! Die von Stephan Mischke damals in Aussicht gestellten Fördergelder sind in meinen Augen völlig unrealistisch und utopisch. Fördergelder werden nach bestimmten Schlüsseln vergeben und diese sollte man sich mal genau anschauen...
Wenn 4.000 - 5.000 Spieler zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft nach Geiselwind fahren, dann kann der DSAB doch gar nicht soviel falsch machen, oder? Ist mir doch völlig egal ob das Kommerz ist, wenn der Spieler einen Mehrwert, Spaß und ein bißchen Geld in der Tasche hat, oder nach Las Vegas fliegt. Natürlich zahlt das die Basis, aber in unseren Strukturen zahlt auch die Basis, aber keiner bekommt etwas. Was will denn der Darter? Richtig, er möchte möglichst viel spielen und Spaß haben. Ist das wirklich so schwer umzusetzen? Muss es denn zwingend den DOSB und die NADA geben? Sollte irgendwann ein Deutscher im Halbfinale einer PDC-Weltmeisterschaft stehen, dann dürfte es völlig egal sein, ob der DDV im DOSB ist. Und wenn es einen deutschen Halbfinalisten bei der WDF/BDO-Weltmeisterschaft geben sollte, dann kann es wahrscheinlich sowieso keiner sehen und richtig interessieren tut es auch keinen... Zumindest nicht den DOSB. Ich würde gerne mal wissen, was der DOSB denn selbst über "Dart" denkt! "Jetzt müssen wir uns auch noch mit den fettgefressenen Alkoholikern rumschlagen!" - so, oder so ähnlich! Da haut sich keiner auf die Schenkel und freut sich, dass man endlich die Megatrendsportart "Dart" in den DOSB aufnehmen konnte. Den DOSB interessiert Dart nämlich überhaupt nicht! Einige traditionsreiche Sportarten, wie z.B. Tischtennis, würden vor Freude Luftsprünge machen, wenn sie "unsere" Sendezeiten hätten. Ich bin mir sicher, dass es 1.700 Menschen in Düsseldorf völlig egal war, ob Dart als Sport anerkannt ist! Die Leute bekamen eine tolle Show und hatten sehr viel Spaß. Und darum sollte es uns in unserer Freizeit auch gehen.
Meine ureigene Meinung zu diesem Thema ist, dass sich der DDV so schnell wie möglich aus dem DOSB verabschieden sollte. Es gab den DDV ja auch schon ein paar Jahre ohne DOSB und NADA. Diese ganze typisch deutsche Vereinsmeierei ist für mich unerträglich! In Hessen ist es nicht möglich am Ligabetrieb des HDV teilzunehmen, wenn man kein "e.V." ist! Nicht alle Menschen möchten sich in ihrer kostbaren Freizeit mit den Statuten eines "e.V." befassen. Manchmal denke ich, dass es manchen Funktionären mehr um die eigene Selbstverwirklichung geht, als um die Sache selbst. Da ist die Präsidenten-Visitenkarte wichtiger als alles andere...
"Darts" in den deutschen Medien ist der alleinige Verdienst der PDC. Da war weder die WDF, die BDO, der DDV und schon gar nicht der DOSB beteiligt! Das Umdenken muss nicht nur in den Landesverbänden beginnen, eher schon in den Vereinen. Warum geht ein Teil meines Beitrages direkt an den DDV? Das wissen vielleicht 10% der Darter, den Rest interessiert es nicht, weil sie eigentlich nur spielen und Spaß haben wollen. Gebt den Spielern endlich den Spaß zurück und schafft Anreize, dass Leute wieder selbst zu den Pfeilchen greifen.
Gruß Gordon