Beiträge von Horst Girtew

    Ein Shirt habe ich inzwischen auch schon hingekriegt. Weil ich zum üben nur ein altes Spannbettlaken hatte, sieht es zwar aus wie ein Krankenhaushemdchen, vom Schnitt ist es aber schon dicht dran. Jaaaa, die Tasche geht auch noch schöner…

    So, jetzt noch eine kleine Drehbank, zum Darts selber bauen.

    Wenn alle Stränge reißen, dann doch per Hand. Man kann es ja anstatt auf einen Zettel, dann eben in eine Excel-Tabelle schreiben und die ließe sich dann ja auch an die Wand beamen. Ist eben nur doof, dass man auf diese Weise die Möglichkeiten von Excel nicht nutzt, die vieles vereinfachen würden. Dann kommen am Turniertag genügend Leute an »Warum machst du das nicht so und so?« und schon hast du welche, die es beim nächsten Mal unbedingt machen wollen.

    Ich stolpere bei den Ausführungen immer über Details, die für mich nicht logisch sind bzw. nicht zueinander passen. Irgendwo stand zum Beispiel sinngemäß die Aussage:

    »Vorher bin ich von den Kameraden belächelt worden und jetzt lache ich.«

    Diese Aussage suggeriert ja, dass es einen gewissen Entwicklungszeitraum gab. Wenn man als blutiger Anfänger irgendwo hinkommt, wird man in den ersten paar Wochen ja wohl noch nicht ausgelacht. Dann beginnt man das »spezielle Training«, dass muß erstmal irgendwann greifen, dann stellen sich die Erfolge ein und dann ist man derjenige, der lachen kann. Soweit so gut, aber über welchen Zeitraum reden wir da? Dieses Training begann ja erst im April, aber für April stehen schon diverse 180er, Shortlegs und Highfinishes in der Statistik. Wann soll das alles passiert sein, dass man das in dieser »Vorher-Nachher-Form« beschreibt? Außerdem muß man ja erstmal ein paar relevante Veranstaltungen absolviert haben, damit diese anfangs lächelnden Kameraden zu einem seriösen Urteil kommen. Das alles innerhalb von zwei, drei Monaten, wo man nahezu bei Null anfing? Das ist zeitlich alles sehr schwer nachzuvollziehen.

    Aus anderen Beschreibungen und Ergebnissen heraus, mutmaßten ja einige User, dass da von Anfang an ein phänomenales, von Gott gesegnetes Talent da war. Das würde erklären, dass von Anfang an gut Ergebnisse da waren, widerspricht aber der Tatsache, dass man anfangs belächelt wurde. Da hätten die Kameraden ja schon am Anfang staunen müssen.

    Was hier wirklich helfen würde, wären Resultate aus realen Spielen unter Berücksichtigung aller Legs. Dazu im Vergleich meinetwegen auch die Trainingsstatistiken, aber dann auch mit allen Legs und es wird keins abgebrochen, sondern jedes zu Ende gespielt. Dann kann man die erbrachte Leistung auch irgendwo einordnen.


    Horst Girtew
    Das ist dann aber auch der typische Selbstbetrug. Du hast ja vermutlich nicht direkt neben den Draht gezielt, sondern mittig vom Feld. Dann ist die Abweichung nicht 2mm, sondern ein paar Zentimeter, je nachdem wie hoch Du ansetzt. Ein Dart der direkt neben dem Draht einschlägt (egal auf welcher Seite) ist ja schon mal weit weg von dem Punkt auf den gezielt wurde.

    Darum ja meine Konsequenz aus der Situation:

    …Ich übe einfach immer weiter, so genau wie möglich in die Mitte des gewünschten Segments zu treffen…

    Ansonsten gibt es schon auch Situationen, wo zum Beispiel ein bereits steckender Dart den Folgenden Richtung Draht ablenkt und dann ist es nur der winzige Millimeterbereich der entscheidet, auf welcher Seite vom Draht der Dart einschlägt. Da betrüge ich mich ja nicht damit. Ich treffe oder ich treffe nicht.

    Oder man sieht es von einer ganz anderen Seite. Dann kann man positives Denken auch als bewußte Manipulation des Gehirns sehen, um mental mit Situation umgehen zu können und dann ist diese Form des »Betruges« ja Sinn und Zweck der Sache.

    Mein Ziel ist es, einen Weg zu finden, mich bei Fehlwürfen oder Pechsträhnen oder wie immer man es definieren will, wenn man mal nicht trifft, was man früher traf, bei dem ich mich nicht weiter reinsteigere und die Situation damit verschlimmere. Im mentalen Bereich kann das irgenetwas sein, mit dem ich mich resette und alles Geschehene hinter mir lasse und mental nochmal von vorne anfange. Wenn ich mich und mein Gehirn dazu »betrügen« muß, aber es hilft, dann soll es mir egal sein.

    Ja, wobei ich mit 2-3 mm schon die Abweichung am Board meinte. Also wie man immer so schön sagt, dass es darauf ankommt, auf welcher Seite vom Draht der Dart trifft und an zwei Stellen entscheidet dieser Millimeterbereich über Höchst- oder Tiefstpunktzahl. (Nullwürfe mal ausgeklammert)

    Mich würde auch noch interessieren, wie Andere mit dem Phänomen umgehen, weil ich immer das Gefühl habe, dass ungern darüber gesprochen wird.

    Hier wird eigentlich sehr viel darüber geredet. Oft aus der verzweifelten Frage heraus, warum es plötzlich nicht mehr läuft oder so ähnlich. Ich habe hier gelernt, dass es Phasen sind, die jeder durch macht und alleine dieses Wissen darüber hilft mir damit umzugehen, wenn es mal nicht läuft. Ich fange dann nicht an zu verzweifeln, weil ich die Welt nicht mehr verstehe und warum ausgerechnet ich es auf einmal nicht mehr kann, weil ich weiß, dass es wie gesagt wohl fast jeder durch macht. Außerdem denke ich positiv. Das ist auch schon mehrfach ausgeführt worden. Wirf drei Darts auf die 20 und triff dann einmal 20, einmal 12 und einmal 18. Da freut man sich - Ja gut, nicht optimal gelaufen aber immerhin 50 Punkte. Einen Monat später wirft man die klassische 26 und ärgert sich, dass man so viel trainiert hat, aber seine Trefferpunkte nahezu halbiert. Möglicherweise falsch, man kann sich doch auch freuen, dass man seine Streuung reduziert hat und rechnet sich dann aus, wenn man noch besser wird, dann werden es nächstes Mal 60. Das bedeutet ja nicht, dass man sich über einen mißlungenen Versuch nicht auch mal ärgern darf. Ich trickse auch im Training mein Gehirn aus, indem ich statt einer versehentlichen 26, einfach mal eine absichtlich werfe und solche Späße.

    Jetzt kann man das aber so nicht übernehmen. Die mentalen Stärken und Schwächen sind ja bei jedem individuell und einer der sich in das positive Denken zu sehr reinsteigert und es übertreibt, baut sich vielleicht eine Scheinwelt auf, in der er sich sämtliche Mißerfolge einfach nur schönredet.

    Oder Gerwyn Price vorhin. Beim Stand von 0:3 wäre es eigentlich so, dass man normalerweise mental einbrechen könnte, wenn man sich zu sehr reinsteigert, aber Gerwyn Price hat genau diese Energie genutzt, um sich selber zu pushen. (Also so kam es mir vor) Jedenfalls auch ne Möglichkeit, wenn man es kann.

    Ich spiele ein Leg und habe Mühe, auf einen 40er Avg zu kommen, im nächsten Leg haue ich einen 18-Darter raus, als wäre es das Normalste von der Welt. Bei mir sind es diese berühmten 2-3 Millimeter. Ich kann nicht auf 3 mm Genauigkeit werfen, aber genau diese 3 mm reichen in Drahtnähe aus, um es eine Treble-20 oder eine 1 werden zu lassen. Ich übe einfach immer weiter, so genau wie möglich in die Mitte des gewünschten Segments zu treffen, zusammen mit der Automatisierungen meines Wurfes, dass ich den möglichst immer gleich hinkriege. Irgendwann muß es ja mal klappen.

    Man kann zu jemandem, der schon besonders gut spielt, obwohl er gerade erst angefangen hat sagen »Donnerwetter und das als Anfänger«, um die besondere Leistung hervorzuheben oder man kann zu jemanden, der noch nicht so gut ist, weil er gerade erst angefangen hat genauso sagen »Naja er ist ja noch Anfänger.«, um die Leistung zu relativieren.
    Man könnte die Beiden nebeneinander stellen und über Beide nur sagen »Das sind Anfänger.« und es würde nur beschreiben, dass Beide gerade erst angefangen haben. Es wäre keine Aussage, ob einer gut oder schlecht ist.
    Das Wort »Anfang« ist nunmal sehr eindeutig.