Ich verstehe das mit den unterschiedlichen Modi generell nicht. Ich hatte die Next Gen so interpretiert, dass es halt eine Art zusätzliche Challenge Tour für den DACH-Raum sein soll. Also Matchpraxis auf hohem Niveau als Vorbereitung auf die ProTour. Warum dann die Abweichung vom allgemeingültigen Modus?
Die PDC Europe ist schlau und möchte Geld verdienen.
Ähnlich wie mit der Q-School verdient man genau dann Geld wenn viele für PDC-Level unterdurchschnittliche Spieler - oder gemessen am Niveau der Landesverbände gute Spieler - mit Average zwischen 60 und 70 auftauchen, oder natürlich noch niedriger. Diese haben rechnerisch genau so wenig eine Chance sich die Tourcard zu sichern wie auch über die Next Gen sich in die Super League zu spielen. Außer sie haben viel Glück oder verbessern sich mit der Zeit. Gelingt aber nur ganz wenigen.
Mit dem Modus Gruppenphase und solchen Spielereien wie Master Out zieht man mehr dieser Spieler an. Irgendwer muss ja das Teilnehmerfeld auffüllen. Und wir haben schon letztes Jahr viele Spieler gesehen die vermeintlich nur selten ein Kneipenturnier gewinnen würden, aber bei der Next Gen gespielt haben.
Dass man die Super League Quali jetzt an die Next Gen knüpft macht das Paradox perfekt. Die Semi-Profis / Profis, die sonst Challenge Tour spielen, werden dadurch verpflichtet die Turnierserie für Neulinge zu spielen. Und dann kommen natürlich gleich noch mehr Anfänger wenn du mal gegen Max Hopp spielen kannst.
Das Preisgeld steigt um nicht mal 40% während sich die mögliche Teilnehmerzahl um 100% erhöht. Heißt nicht, dass alle kommen. Aber bei ca. 110 Teilnehmern im Schnitt letztes Jahr, könnten schon 180 oder 200 drin sein.
Und der Season Pass hat für 14 statt 18 Turniere den gleichen Preis.
Nach zwei oder drei Wochenenden können wir mal die Startgelder gegen die Preisgelder rechnen und Annahmen treffen darüber, welche Bilanz für die PDC Europe rumkommt. Ich weiß, dass deren eigenes Personal, die Logistik und die Halle auch bezahlt werden möchte.
Aber wenn 200 Teilnehmer 50€ Startgeld zahlen (was erhöht werden müsste weil der Season Pass ja schon mehr als 50€ pro Turnier kostet), dann kommen eben 10.000€ in die Kasse und nur 7.000 werden ausgeschüttet.
Und das meiste Geld teilen am Ende die Challenge Tour Spieler unter sich auf. Die Überraschungen des letzten Jahres wie der Sieg von Moritz Bohrmann und die Halbfinals von Jeske, Gläßel und Nirschl werden wir so weniger sehen, da es für die Spieler viel schwerer zu erreichen wird.
Es werden bereits Season Passes verkauft und doch sind die genauen Turnierregeln noch nicht bekannt, genauso gibt es noch Verwirrung, um welches österreichisches Rust es sich handelt.
Genug Kritik. Soll sich keiner von angegriffen fühlen.
Und natürlich werden einzelne Spieler am Ende der Saison in der Super League landen, für die es ein enormes Sprungbrett war und die davor keiner kannte. Es wird bestimmt auch den Dartsport weiterentwickeln. Sehen wir es insgesamt mal positiv. Nur individuell kann ich mich wenig darüber freuen, da ich vieles anders an der Next Gen anders konstruieren würde.