Nachdem du auf der Suche nach verschiedenen Antworten bist, möchte ich mich mal als Senfautomat betätigen und meinen Genfer Senf dazugeben.
Klar wird man beim Dart langfristig besser, indem man Dart spielt. Logisch, versteht jeder, weiß jeder. Ich nehme an auch der Threadsteller.
Aber trotzdem sehe ich bei vielen Spielern große Unterschiede, was Einstellung zum Sport, Lernfähigkeit, Entwicklung usw. betrifft. Meine Karriere ist zwar erst 4 Monate alt, seitdem habe ich mich aber mit so ziemlich jedem an dem ich rankam über Darts, sein Training und alles dahinter stattfindende unterhalten (da waren auch welche aus dem DDV Umfeld dabei, nicht nur die Bezirksklasse-Feierabend-Darter).
Erstmal: Die Dauer, seit der man Dart spiel hat nichts, überhaupt, rein gar NIX zu sagen! Habe bereits Leute gesehen, die nach einem Jahr konstant 60 gespielt haben. Gleichzeitig auch viele, die nach einem Jahr gerade so 35-40 spielen und unter Druck ausnahmslos am Doppel scheitern.
Es ist nicht entscheidend, wie oft du spielst, sondern wie du spielst. Genauer gesagt: Mit welcher Konzentration du spielst und wie deine Einstellung zu dir selbst (Vertrauen in deine Wurftechnik, allgemeines Selbstwertgefühl, da gibt's ganz viel vom Kopf her - sprengt aber den Rahmen). Du solltest wenn du zu Hause trainierst dich definitiv auch zu 100% im Training befinden. Keine Kinder im Hintergrund, die schreien. Keine Frau oder Freundin, die gleichzeitig was von dir will. Nicht währenddessen an Arbeit, Freunde oder anderen Stress denken. Handy aus oder ganz weit weg legen. Du musst es schaffen, alle möglichen Störfaktoren raus zu bekommen. Der eine schafft das einfach, in dem er sich eine professionelle Anlage mit Monitor, Beleuchtung usw. baut, sodass er dieser gegenüber automatisch eine positive Haltung hat. Das Equipment stimmt einen optimistisch, und schon läuft's besser.
Zum Werfen selbst kann ich dir nur den Tipp geben, dass du gedanklich visualisieren solltest, wie dein Wurf aussehen sollte. Davon musst du eigentlich eine Vorstellung haben, sonst kannst du alles was du am Oche machst, gleich vergessen. Auf Punkte spielen und Ergebnisse mitschreiben würde ich jeden Tag erst, sobald ich in meinen Wurf gefunden habe. 10-30 Minuten Einwerfen ist auch bei Semi-Profis ganz normal. Wichtig ist halt, dass du davor nicht deine Würfe beurteilst, d.h. nicht schon nach 30 Darts die Haltung "Heute läuft's einfach nicht für mich", "Immer gehen die Dinger in die Triple 1", "So treffe ich ja nie ein Doppel" annimmst. Natürlich solltest du im Optimalfall niemals so denken, aber das kommt schon auch bei Guten vor. Wenn du aber einmal in diesem negativen Gedankenstrom drin bist, war's das in der Regel für den restlichen Tag.
Auf der anderen Seite musst du natürlich auch die Bewegungsprogrammierung - kann man rein von sportwissenschaftlicher Seite - betrachten. Das Lernen der Bewegung braucht Zeit, achte aber unbedingt darauf, dass sich in der Bewegungsausführung eine gewisse Konstanz einschleift. Das ist wichtiger als, wohin dein Dart geht. Du kannst heute per Zufall oft die T20 treffen. Wenn du aber morgen keine Ahnung mehr hast, wie du die Darts dahin gebracht hast, dann war alles umsonst.
Kleiner Denkanstoß.
Ist so ein Thema, über das man Abende lang reden kann.
Durch stures Werfen kann man schon auch besser werden, aber man kann das natürlich durch positive Verstärker beschleunigen.
Immer schön weitermachen!