Vielen Dank für ein weiteres tolles Match zwischen uns....und ich freue mich schon auf's nächste Duell.... bis zum nächsten Mal... LG Sven
Dieses Fazit kann ich nur unterstreichen und mich ebenfalls für ein unglaublich spannendes und hochinteressantes Spiel bedanken.
Es spricht für den Sportsgeist von Sven, dass er seine eigene, leistungsmäßige Überlegenheit in diesem Match, etwas herunterspielt.
Egal wie man es dreht und wendet: Sven hat in diesem Match einfach grandios gespielt und ich, selbst bei einer sehr milden Einschätzung, höchtens "solide".
Fast alle Zahlen können das untermauern:
In den 9 Legs die Sven gewonnen hat, war ich nur in 2 auf dem Doppel. Also 7x völlig chancenlos.
In den 7 Legs die ich gewonnen habe , war Sven 5x auf dem Doppel. Als nur 2x chancenlos.
Sven lag fast das gesamte Match in Führung. Lediglich einmal konnte ich zum 2:2 ausgleichen
Sven spielte in 6 von 16 Legs einen AVG von 80+. Ich gerade mal 2.
Sven spielt einen First 9 von 88,19. Ich 69,58.
Sven spielt 5 Shortlegs. Ich gerade mal 2
Was ist das für ein komischer Sport bei dem sich ein solch gewaltiger Leistungsunterschied, kaum im Ergebnis widerspiegelt?
Ich hatte am Ende 5 Checkdarts um in den Decider zu kommen. Und man stelle sich vor ich hätte das Match noch gewonnen.
An den Zahlen oben, hätte das nur wenig geändert. Aber der deutlich schwächere Spieler hätte den deutlich stärkeren besiegt.
So ungerecht kann Darts tatsächlich sein.
Wie viele wissen, beschäftige ich mich ja durchaus öfter mit Zahlen und glaube sie inzwischen ganz gut zu verstehen. Und tatsächlich hat mir genau diese Erkenntnis (die für mich nicht wirklich neu ist) : "Nicht immer gewinnt der Spieler mit der besseren Leistung" , geholfen die Motivation in diesem Spiel bis zum Schluss ganz oben zu halten. Die Chance war zwar klein, aber es gibt durch den Leg Modus immer eine. Jedes Leg fängt wieder bei 501 an.
Ich fand die Endphase in diesem Spiel fast Lehrbuch reif.
Nachdem Sven mit einem 18er zum 6:3 in Führung gegangen war, hätte jeder gesunde Menschverstand gesagt: Der Drops ist gelutscht.
Sven stand bei einem AVG von 75 und ich bei 64.
Doch Im nächsten Leg unterläuft Sven ein ganz kleiner Patzer und ich kann das Leg mit viel Glück mit 23 Darts holen. 4:6
Das nächste Leg machte zunächst den Eindruck eines Gamechangers. Sven ballert wie gewohnt und stellt sich mit 12 Darts auf 110 Rest.
Doch ich habe einen meiner wenigen lichten Momente und stelle mich mit 2x140 auf 69 Rest nach 12.
Als Sven dann die T20 mit dem ersten Pfeil sicher trifft und mit dem 2. die S14 verfehlt braucht er den 3. um sich auf 36 Rest zu stellen und ich darf noch einmal ran. Der 69 Check zum 15er und 5:6 hätte viele Spieler nicht nur beeidruckt, sondern auch verunsichert.
Nach langer Zeit hatte ich mal wieder bei eigenem Anwurf die Chance zum Legausgleich. Sven war zwar beeindruckt, aber nicht für 5 Cent verunsichert. Er ballerte sich mit 15 Darts auf 66 Rest. Ich schaffe es nach 18 nur auf 86 Rest und er zieht bombensicher zur erneuten 2 Leg Führung zu. Und weil das Ganze so schön war und er immer noch ein bisschen besser geht, setzt er bei eigenem Anwurf noch ein 15er zum 8:5 drauf.
Jetzt haette ich mal verzweifeln dürfen, angesichts dieser brutalen Spielstärke. Nö, habe ich mir gedacht - irgendwas geht immer noch.
Sven schaftte es nach längerer Pause einmal wieder nicht mit 18 Darts auszumachen. Da reichten mir dann 20 um noch einmal zu verkürzen.
Und als Sven sich noch einmal mit 18 Darts "nur" auf 67 Rest stellt, kann ich ihm die 112 vor der Nase zuziehen und das Momentum wieder auf meine Seite. 7:8 und ich werfe das nächste Leg an.
Das Leg läuft für uns beide ok, aber nicht überragend. Jeder hat 2 Aufnahmen ohne Triple und wir stehen nach 18 Darts bei 24 (ich) und 78 (Sven)
Statt D12 treffe ich S5 und auch der letzte Dart will nicht in die D8.
Sven dann ganz sicher in S18 und S20 doch der 1. Matchdart geht gaanz tief in die S20 statt in die D20.
Nochmal 3 Darts für mich für den Decider. Es waren zwar "gute Darts" aber alle auf der falschen Seite vom Draht.
Und Sven durfte noch einmal. Ganz nach dem Motto: "Der letzte tut besonders weh" setzte er die ersten beiden daneben und den Dritten mitten rein ins Glück.
Und das ist am Ende voll verdient. Über eine Distanz von 16 Legs den Fokus so aufrechtzuerhalten ist eine unglaubliche Leistung. Die ständigen Wechsel im Momentum, die ja in erster Linie auf meine Ondulationen zurückzuführen waren und die stoische Ruhe mit der Sven darauf reagiert hat ist mehr als respektabel.
Ich habe dieses Spiel zwar nicht gewonnen, aber es war trotzdem eines der erfreulichsten in den letzten Wochen für mich. Es hatte einfach alles was Darts ausmacht und uns allen Freude bereitet. Auch wenn die Kirsche auf der Torte dieses Mal an Sven geht: Lass sie dir schmecken.
Liebe Grüße
Jörg
PS: Sorry, dass es etwas länger geworden ist, aber ich finde dieses Spiel und Sven haben es einfach verdient