Meine Erfahrung ist ebenfalls, dass es eine große Rolle spielt, ob der Verein in einer Kneipe spielt oder nicht. Ich hatte bei uns schon immer das Gefühl, dass die Leute zum Darten kommen und nicht zum Saufen. Und wenn es wirklich nur noch ums Saufen geht, macht es mit denen keinen Spaß. Nichts gegen ein paar Bierchen, aber manche übertreiben da echt und sehen dann auch nicht ein, dass für andere das Darten im Vordergrund steht.
Sexismus ist auf jeden Fall auch da, aber den würde ich wirklich nicht auf das Darten beziehen, weil diese klassischen frauenfeindlichen Begrifflichkeiten bei uns kaum benutzt werden. Die Sache mit den Spitzen bei Niederlagen gegen Frauen ist auch enorm zurückgegangen in den letzten Jahren bei uns.
Was mich ein wenig nachdenklich gestimmt hat, war dieser Gegenwind gegen Darter, die sich offen gegen Faschismus, Rassismus und Sexismus aussprechen. Da wird sich dann teilweise über die politische Botschaft aufgeregt, die nichts im Dart zu suchen hätte, aber ich finde diese Sachen sind nur gesunder Menschenverstand.
GDF hat auch einen Generationenkonflikt dargestellt. Ich stimme da grundsätzlich zu, auch wenn es leider Menschen gibt, die wenn sie endlich trinken dürfen, das dann privat und am Dartboard exzessiv ausleben. Da wäre es mir deutlich lieber, wenn diese das privat machen und wenigstens beim Darten sich zurückhalten.
Dart ist aber sowieso leider sehr weit entfernt davon ein Sport zu sein, denn zu Sport gehört auch Gemeinschaft und Solidarität. Das vermisse ich aber leider sehr im Umgang mit der Jugend. Bei uns haben sich Topleute eines Vereins komplett abgetrennt, weil sie mit der aktuellen VH-Situation unzufrieden waren. Das waren auch zugleich die Hälfte der vollzahlenden Mitglieder. Vorher hat man die Jugend subventioniert und das ist auch normal im SPORT, denn Jugendspieler können nicht die gleiche monetäre Leistung bringen wie Erwachsene. Aber der Egoismus dieser Spieler hat dazu geführt, dass der einzige Verein in der Region mit einer nennenswerten Jugendarbeit ins finanzielle Schleudern kam. Daraufhin wurde gespart und die Mitgliedschaft im LV gekündigt, weil diese nicht unbedingt notwendig ist für Liga und Turniere. Dies führte dann zu wilden Aktionen gegen den Verein durch den LV-Präsidenten, der auch Solidarität vermissen ließ. Die Abspaltung spielt übrigens in einer Kneipe, wo man auf dem Weg zu den Boards durch einen kleinen Raucherraum durch muss. Untragbar für Jugendarbeit.