Das ist halt der Fluch der guten Leistung, unter dem jeder steht, der seine Sportart dominiert. Denn auf der einen Seite wollen wir Überflieger sehen, aber sobald sich jemand rauskristallisiert, der wirklich alles gewinnt, dann wollen wir den verlieren sehen. Das einzige, was unsere Gesellschaft lieber macht, als Leute in Windeseile auf ein Podest zu heben, ist es, sie von diesem Podest (auf das sie gar nicht wollten) schnellstmöglich wieder runterzureißen.
Die Phil Taylor Dominanz, die hat doch keiner wirklich erlebt. Ich schaue mir die PDC WM an, seit sie im Fernsehen kommt. Das erste WM-Finale, das ich gesehen habe, da hat Mike Dudbridge gegen Phil Taylor verloren. Seither schaue ich das. Taylor hat in einer Zeit gewonnen, als er das noch durfte, ohne von allen niedergemacht zu werden, weil er den Sport langweilig macht.
Wenn ich nur schon sehe, wie viele vor jedem größeren Turnier schon wieder Bauchschmerzen bekommen, weil ja doch wieder die beiden Lukes im Finale stehen werden. Das sind nun mal die beiden besten Spieler.
Littler machte mir heute auch immer wieder teilweise einen gelangweilten bzw. genervten Eindruck. Ich bin wirklich gespannt, wie lange der spielt.
Er hätte übrigens auch bei dieser WM durchaus einige Gegner. Die stehen halt nur fast alle auf der anderen Seite des Brackets. Nachdem sich Price frühezeitig verabschiedet hat freuen wir uns doch alle, dass sich mit Searle scheinbar aus dem nichts ein vielleicht interessanter Sparringspartner fürs Halbfinale ergeben hat. Wenn er an Clayton oder Harrysson vorbeikommt. Schauen wir einfach, was noch kommt.
Zumindest kann ich das Turnier jetzt entspannter schauen, wo alle Deutschen draußen sind. Muss ich mir nicht ständig den Kopf machen, was wäre wenn.
Boah, wenn Schindler Searle geschlagen hätte, dann, ja dann...