So, jetzt, wo alle Deutschen raus aus der WM sind, ist es an der Zeit, jeden einzelnen Deutschen nochmal im genauen zu Bewerten dieses Jahr. Damit sich nicht manche beschweren, warum beispielsweise ein Flo Hempel eine bessere Note bekommt: Ich bewerte das Jahr und benote auch deren Ansprüche, welche natürlich bei Gaga und Martin deutlich höher sind als bei einem Hempel, der mit einer WM-Quali zufrieden ist.
Martin Schindler: Er hat von allen Deutschen das beste Jahr gspielt und ist nun die deutsche Nummer 1. Vor allem auf der ET: 2 Siege, 3 Halbfinals und 3 Viertelfinals, bedeutet 8 mal in der letzten Session dabei. Er war die 1 der Euroopean Tour Order of Merit. Auf der ProTiur war es okay, aber nicht wirklich überragend. Er steht in der Pro Tour Order of Merit nun auf Platz 8. Durch seine European Tour hat er sich für alle Majors in diesem Jahr qualifiziert(außer World Series Finals) und steht auf Platz 22, sodass er sich fürs Hauptturnier im Msters qualifiziert hat. Die Majors trüben die so gute European Tour Saison und vor allem die schlechte WM beendet ein überragendes Jahr.
Note: 1-
Ricardo Pietreczko: Ricardo ist in diesem Jahr die neue Deutsche Nummer 2 geworden und wird wahrscheinlich Deutschland beim nächsten World Cup vertreten. Insgesamt hat Ricardo ein sehr durchwachsenes Jahr gespielt. Auf der Pro Tour war es zwischenzeitlich eine Vollkatastrophe, sodass er sogar die Players Championchip Finals verpasst hat. Auf der European Tour war er die ganze Saison gesetzt und hatte nach gutem Start in Belgien(Halbfinale) sehr große Schwierigkeiten sein Spiel zu finden und hat auch einige 1.Rundenniederlagen (bei ihm 2.Rundenniederlagen) gehabt. Ab den ETs nach dem Matchplay lief es deutlich besser und er hat auch noch 1 Finale erreicht, wo er auf dem Weg dorthin auch Humphries geschlagen hat. Generell liefen die Majors eigentlich alle gut, hatte leider oft Pech, hat aber (abgesehen vom Matchplay) keine Erstrundenniederlage gehabt, allerdings hatte er auch nur 1 Majorviertelfinale, also größere Runs blieben leider aus. Jedoch war er für den Grand Slam und die PCFs nicht qualifiziert. Bei der WM war er auch der beste Deutsche und hat u.a. van Veen und Williams geschlagen. Das Achtelfinale war nicht gut gespielt gegen Aspinall und er ist mit 0:4 und einem unter 80er Average rausgeflogen. Trotzdem kann man sagen: Auf dem Floor war es schlecht, jedoch auf der Bühne war es ein gutes Jahr und er steht am Ende der Saison in den Top 32
Note: 3+
Gabriel Clemens: Gaga ist in diesem Jahr leider aus den Top 32 rausgeflogen und ist jetzt nur noch die deutsche Nummer 3. Insgesamt war es von den Zahlen gar kein so schlechtes Jahr, allerdings fehlten die Ergebnisse. Auf der Pro Tour und auf der European Tour (dieses Jahr nur einmal in der letzten Session) lief es am Anfang eher wenig, sodass er dann in die ET Qualis(die ganz okay liefen) musste. Dadurch hat er dann zum ersten Mal seit 2019 das World Matchplay verpasst. Danach lief es etwas besser, ihm gelang als einziger und er hat bei den PCs und ETs etwas bessere Ergebnisse gehabt, allerdings schaffte er trotz einer guten Aufholjagd nicht die Qualifikation für den Grand Prix. Danach lief es eher schleppend, den Grand Slam verpasste er erneut, aber immerhin gelang die Qualifikation für die EDC in Dortmund, bei der er gegen MvG in R1 rausflog. Bei den PCFs war in R1 gegen Humphries Schluss und auch bei der WM flog er in seinem Auftaktmatch gegen einen guten Robert Owen raus, sodass er in diesem Jahr kein TV-Sieg hatte. Am Ende muss man sagen: Die Phase zwischen Matchplay und GP war gut, der Rest eher nicht so und er konnte sich nur für 4 Ranking Major Turniere qualifizieren, was für seinen Anspruch zu wenig ist
Note: 4
Florian Hempel: Flo war in diesem Jahr phasenweise echt okay und phasenweise hat er da auf der Tour weiter gemacht, wo er letztes Jahr aufgehört hat: Die Pro Tour lief dieses Jahr deutlich besser als die Jahre zuvor(ein Halbfinale). Zwei ET-Qualis sind durchschnitt für seine Position. Er konnte sich zum ersten Mal für die PCFs qualifizieren, hat dort ein Match gegen Clayton gewonnen und war damit nur einer von drei Deutschen dieses Jahr, denen dies gelang. Im gelang zum ersten Mal seit 2021 die WM-Quali über die Pro Tour. Bei der WM bezwang er de Zwaan in einem guten Match und verlor trotz guter Leistung in Runde 2 gegen einen guten Gurney. Insgesamt kann man sagen, dass Hempel zum ersten Mal die Ziele eines normalen TC-Holder erreicht hat: die PCFs und die WM zu erreichen und er hat bei beiden Turnieren ein Spiel gewonnen. Die PCs waren ok und auf der ET hat er auch immerhin 1 Spiel gewonnen.
Note:3-
Allen anderen Spielern ist es schwierig eine Note zu geben, weil wenig bis gar keine Erwartungen vorhanden waren und bei Klose und Rupprecht auch nur wenige gedacht haben, dass es tatsächlich mit den Top 64 klappen wird. Daher fasse ich bei allen anderen nur das Jahr zusammen, gebe ihnen aber keine Note:
Daniel Klose: Man muss leider sagen, dass es insgesamt einfach das Niveau nicht gereicht hat. Nach dem PC Finale letztes Jahr blieb ein größer Ausreißer nach oben aus. ET-Qualis waren okay(2), aber bei den PCs sind sind 13,5k Pfund einfach zu wenig. Schade, man hätte es ihm gegönnt, vor allem, da er alle PCs mitgespielt hat.
Pascal Rupprecht: Auch bei ihm muss man sagen, dass das Niveau im zweiten TC Jahr einfach nicht gereicht hat. Nach einem eigentlich ordentlichen Niveau im ersten Jahr, war das im zweiten Jahr einfach zu wenig. Er hat auch einige PCs ausgelassen, weil er ja noch mit seinem Beruf beschäftigt war. Und auch die 7,5k Pfund bei den PCs sind halt einfach zu wenig. Schade, aber vielleicht sieht man ihn in den kommenden Jahren auf anderen Touren.
Lukas Wenig: 21,5k Pfund sind fürs erste TC Jahr nicht gut, aber mit einem besseren zweiten TC Jahr kann da etwas in Richtung Top 64 gehen. Zumindest hat er angedeutet, was er theoretisch spielen kann. Die ET Qualis waren wirklich gut (3). Die PCs waren anfangs durchwachsen, er konnte oft sein erstes Spiel gewinnen, mehr aber nicht, dann waren die PCs auch schwach und gegen Ende war es dann wieder besser. Die Formkurve zeigte auf jedem Fall am Ende nach oben. Es wird dennoch sehr schwer die TC zu halten.
Paul Krohne und Tim Wolters: Beiden wurde am Anfang sehr wenig zugetraut. Beide Spieler hatten dennoch einen überraschend guten Start(Krohne nach 4 PCs bei 4,5k Pfund und Wolters bei UK Open R4 aus gegen Clayton trotz guter Leistung), danach gewann Krohne nur noch 3 Spiele auf der Tour bei PCs. Wolters wurde gegen Ende etwas besser, allerdings darf man auch nicht vergessen, dass beide Spieler einige PCs ausgelassen haben. Krohne wird ja die TC abgeben und Wolters wird mit diesen Leistungen die TC nicht länger als 1 Jahr noch haben. Allerdings hat man auch bei beiden Spielern nicht viel erwartet
Die Zukunft: Nächstes Jahr bekommen wir mit Springer einen sehr talentierten Spieler auf die Tour, der vor allem auf der DT schon gezeigt hat, was er kann und welcher Scott Williams im Ally Pally richtig herausgefordert hat. Wenn die Doppel einigermaßen klappen sehe ich bei ihm ein großes Potenzial. Gotthardt und Grüllich sind ansonsten die beiden, denen ich bei der QSchool es am ehesten zutraue sich eine TC zu erspielen. Vielleicht bekommen wir ja wieder mindestens einen überraschenden neuen deutschen Namen auf die Tour, mit dem keiner rechtet? Man weiß ja nie