Habe glaube ich noch kein einziges Mal gegen einen Bot gespielt. Ich hätte einfach zu sehr im Kopf, dass da die typischen menschlichen Ausreißer nach oben und unten fehlen, und es würde sich dadurch nicht wie richtiges Darts anfühlen, das ja nun mal auch genau von solchen Ausreißern lebt.
Neben vielen Dingen, die hier schon genannt wurden, spielt bei mir persönlich die Zeit, die ich "an einem Stück" am Board verbringe, eine wahnsinnig große Rolle. Interessanterweise verläuft das Ganze bei mir wie eine Art Kurve: Die ersten Pfeile eines Tages am Board fliegen recht gut und ich habe ein sicheres Gefühl, dann kommt quasi immer irgendwann erstmal ein spürbarer Dip, bei dem ich plötzlich gar kein Gefühl für Griffposition, Wurfbewegung, Stand und Release habe, ehe nach einer gewissen Zeit dieses Gefühl sukzessive zurückkommt und ich mein persönlich bestes Level erreiche. Nicht selten sind dadurch an Spieltagen mit meinem Team meine späteren Matches auch deutlich besser als zum Beispiel das erste.
Meine allgemeine Theorie ist, dass es beim Darts gar nicht in erster Linie auf ausgeklügelte Trainingsmethoden oder detaillierte Trainingspläne geht, sondern vor allem darum, in den Flow zu kommen, also den vielzitierten "Tunnel", in dem sich Bewegungen, Scoringwege und Checkoutversuche mehr oder weniger automatisiert und intuitiv abspielen. Bei mir selbst merke ich diesen Zustand (neben dem besseren Gefühl für die Darts und natürlich auch höheren Scores und wahrscheinlicheren Checkouts) insbesondere daran, dass ich dann keinerlei Blick mehr für den Score und sonstige Angelegenheiten des Gegners habe. Ich bin dann komplett bei mir, aber gleichzeitig locker und gelöst.
Und auch wenn in diesem Zustand in meinem Fall etwa selten etwas (konstant) Höheres als ein 65er Average bei rumkommt, ist es einfach ein fantastisches Gefühl, während dem man mit dem Darten nicht mehr aufhören will.