Ich möchte mal zum Ausgangspunkt des Beitrages zurückkommen, indem – wenn ich es richtig verstandenhabe – vielen Dartsportlern eine „Andersfeindlichkeit“unterstellt wird, die sich insbesondere in Frauenfeindlichkeit bzw.Sexismus, Homophobie und Ausländerfeindlichkeit äußert.
Das kann man so sehen, wenn man jeden Spruch auf die Goldwaage legt und alles so hindreht, dass die eigenen Vorurteile bestätigt werden.
Beim Thema Frauenfeindlichkeit ist mir, seit seit 25 Jahren Dart spielt, etwa neu, dass die 26 bundesweit als Schlampe bezeichnet wird. Fakt ist für mich, dass viele Frauen Dart
spielen, ohne dass es mit den Männern grundsätzlich Probleme gibt. Dass viele Männer ungern gegen Frauen spielen, weil es besonders peinlich ist, gegen eine Frau zu verlieren und gerade diese Angst dazu führt, dass man dann erst recht verkrampft und schlecht spielt, mag sein, ist aber sicher kein Problem von Frauenfeindlichkeit. Man mag sich auch mal die Namen von Frauen-Dartmannschaften ansehen, wie etwa „Die Thekenschlampen“. Ansichtssache ist etwa auch, ob es richtig ist, eigene Frauenturniere auszutragen, denn darin lässt
sich bei der nötigen Böswilligkeit auch eine Ausgrenzung von dartspielenden Frauen sehen.
Ich habe selber mehrere Jahre in einer Kneipe mit einem schwulen Wirt Dart gespielt. Ich achte nicht auf die Farbe der Dartpfeile meiner Gegner. Aber wenn ein Spieler mit lila
Flights wirft, sollte er sich über dumme Bemerkungen nicht wundern. Jedenfalls bestreite ich, dass es eine ausgeprägte Schwulenfeindlichkeit unter Dartspielern gibt. Blöde Bemerkungen über Schwule gibt es natürlich auch beim Dart, aber gerade die schwulen Dartspieler, die ich kenne, stehen darüber. Aufregen tun sich wohl eher die nichtsnutzigen Schwulenfunktionäre bzw. Schwulenbeauftragten, aber nicht die Betroffenen.
Was Ausländer angeht, so spielen in meiner Mannschaft Türken und Araber, die Alkohol trinken und noch nie eine Moschee von innen gesehen haben. Überspitzt formuliert sind
das die integrierten Ausländer, mit denen Dartspieler keine Probleme haben. Dass Asylanten und radikale Moslem von vielen Dartspielern – darunter auch solchen mit Migrationshintergrund – abgelehnt werden, mag sein, muss aber ja nicht unbedingt negativ gesehen werden.
Alles in allem meine ich, dass es im Dart keine nennenswerte Andersfeindlichkeit (das Wort kennt übrigens mein Duden nicht) gibt. Deshalb gibt es auch kein systemisches
Problem, das beseitigt werden müsste.
![]()