Hi,
ich war in fast allen Ligen TC, vor allem aber 10 Jahre in der BuLi beim Dartspub Walldorf. Jetzt bin ich es nicht mehr. Daher schreib ich jetzt in der Vergangenheitsform
Zur BuLi:
Von der Spielstärke her war ich sicher nie Vorbild oder ähnliches, denn ich spielte nicht annähernd so gut wie meine Cracks. Aber sie hatten mich damals gebeten das zu machen, weil sie wohl dachten, dass ich was vom Spiel verstehe, von Organisation, von der Psychologie und vom Umgang mit Menschen und von Konversation. Was ich sagen will: Der TC braucht das Vertrauen, die Anerkennung und die Autorität vom Team. Egal wie. Punkt. Dann können sie sich auf den TC verlassen, dass der seinen Teil optimal macht (optimal zu machen versucht) und dürfen sich nur auf ihr eigenes Spiel konzentrieren. Und sie haben gewusst, dass ich, obwohl ich ja nicht selbst spielte, mit mindestens dem gleichen Herzblut am Team hing wie sie selbst. Auch ein Mensur hat das damals sofort akzeptiert.... und alle weiteren Spieler, die mich vor der Übernahme des TC-Amtes nicht kannten, bevor sie zu uns kamen.
Und wenn du dieses Vertrauen hast, dann stellst du die Mannschaft auf, Reihenfolge Einzel, Zusammenstellung Doppel etc. Grundsätzlich ohne Diskussion am Spieltag. Aber selbstverständlich musst du deine Spieler kennen. Es gab z.B. sehr starke Spieler, die wollten nicht an 1 und 2 spielen (oder 7 und 8), obwohl ich immer gern stark angefangen habe (genau wie Putzi das sagte: 2:0 führen beruhigt viel). Dem muss man Rechnung tragen. Oder man findet sehr starke Spieler, die das machen. Da das Team immer inhomogen ist (8 gleich starke, wer hat das schon?), gibt es solche Situationen immer. Wenn deine Spieler wissen, dass du sie kennst, und erst mal immer schaust, dass du jeden so einsetzt wie es seiner Leistung am förderlichsten ist, dann vertrauen sie dir. Und bin ich davon abgewichen, dann wussten sie, dass ich mir dabei was denke (sie wussten dass ich immer analysiert habe, wie die anderen Mannschaften i.d.R. aufstellen (wenn es ein Muster zu entdecken gab) etc. etc.). Aber keine Regel ohne Ausnahme: in Einzelfällen habe ich auf besonderen Wunsch auch mal anders aufgestellt, kam auf die Situation an. Insgesamt muss einfach die Chemie stimmen......
Natürlich hat das nicht immer geklappt und ging auch mal daneben. Der Akzeptanz von mir als TC hat das aber nie geschadet, soweit ich das feststellen konnte. Aber da müsstet ihr vielleicht eher die Spieler fragen, die in den Jahren bei mir gespielt haben.
Vom Plan her wollte ich es auch immer so spielen: vorne in Führung gehen, in der Mitte ausgeglichen sein und hinten nochmal zuschlagen. Doppel kam drauf an: führen wir oder liegen wir zurück? wenn man z.B. 5:3 führt: 2 starke Doppel zum Sieg ? und diese dann nach hinten, weil der Gegner ja erstmal aufholen muss und mit seinen starken wohl eher anfangen muss? und immer auch unter dem Aspekt: wie stellt i.d.R. der Gegner auf? wer spielt dort am liebsten wo? und wer von meinen Leuten hat z.B. auf der anderen Seite einen Spezialgegner, gegen den er gerne spielt/nicht spielt? Oder will ich aggressiv angehen und die Spitzenspieler im direkten Duell aufeinander treffen lassen (wenn diese Spiele gewonnen werden hat das massive psychologische Auswirkungen auf den Rest des gegnerischen Teams; wenn sie verloren werden natürlich auch.... auf das eigene !) ?
Es ist also ganz schön viel Psychologie und Taktik dahinter, wenn man will.........
Und wenn du dann ganz viel Glück hast, dann beschenken dich deine Leute mit einem deutschen Meistertitel...........
zu den unteren Ligen hab ich jetzt nichts geschrieben..... da kommst es darauf an, was im Vordergrund steht: der unbedingte Erfolg oder der reine Spaß, oder was die Oberhand jeweils hat.
Als Spieler gilt für mich selbst aber folgendes: der TC stellt auf, ich spiele da, wo der TC mich hinstellt und ich versuche immer mein Bestes, egal wo oder mit wem (im Doppel). Das sollte selbstverständlich sein....
Viele Grüße
Stefan