Die Geschichte von Iak dem Frosch
Teil 7
"Hch...hch...hcccch....pffffft".
Sehr vorsichtig rappelte Iak sich auf im Gesicht so bleich, Gevatter Tod wäre neidisch. Vornübergebeugt drehte er sich und wollte herauszufinden was ihn zu dieser Erfahrung in Sachen Schmerz verhalf. Ein hölzernes Kästchen! In einer Wurzel verklemmt lag es wohl schon länger im Wald. Obwohl die Schmerzen im Bereich von "dort wo es sehr unangenehm ist" noch tobten erwachte in Iak die Neugier. Was mochte in diesem Behältnis sein: Gold, Silber, Juwelen oder eine aufblasbare Frau?
Efp Midreib (Blumenhändler und einer von Iaks vielen Nachbarn) versteckte in seiner Scheune eine solche Frau. An zwei Abenden in der Woche, wenn er sich unbeobachtet glaubte (und die Dorfbewohner schon hinter der Scheune auf den...äh...Biologieunterricht warteten) ging Efp in die Scheune, holte ein schlabbriges Ding aus einem Geheimversteck (welches außer ihm, den Dorfbewohnern sowie etwa hundert königlichen Soldaten niemand kannte) und pumpte Luft hinein. Aufgepumpt sah das Ding einer Frau ähnlich, irgendwie. Wie ansprechend die aufblasbare Frau wirkte, hing entscheidend von Alkoholpegel und Sehstärke des jeweiligen Nutzers ab. Bei den Männern der Umgebung war die "Dame" sehr beliebt, wurde gern genutzt aber selten gesäubert. Einzig Efp Midreib reinigte das Ding nach Gebrauch.
Eines Abends versuchte Iak sich an der Dame, ohne daneben liegenden Blasebalg...ein echter Kerl braucht solch technischen Firlefanz nicht. Wie viele andere Menschen ebenfalls überschätzte auch er sein Lungenvolumen. Nach 2 Stunden (Gesichtsfarbe wechselte von blau auf türkis), die Dame zur Hälfte mit Luft befüllt, ließ Namxap ( Efps alter Esel) ein lautes Lüftchen wehen. Warum Iak darüber so erschrak das er, schlagartig, die gesamte Luft aus der aufblasbaren Frau heraussaugte wird auf ewig ein Geheimnis bleiben. In den folgenden Tagen gab er beim ausatmen immer ein gut hörbares "Tüt" von sich, Efp Midreib's Scheune betrat er nie wieder.
Enthielt das gefundene Kästchen eine solche Frau?
Mit vor Aufregung zitternden Fingern öffnete er das Schloss, hob den Deckel und sah enttäuscht auf drei Karten die, auf schwarzem Samt, zwar hübsch aber nicht wertvoll aussahen. Neben den Karten war ein Knopf in den Samt eingelassen. Weder Juwelen noch aufblasbare Frauen, nicht einmal ein aufblasbares Schaf wie es Ecrofeht (Efp Midreibs Schwippschwager) gern benutzte. Er besah sich die Karten: eine war gelb, die andere rot, die dritte wechselte von gelb auf rot und zurück. Das war typisch für Iak, er fand 3 Karten und eine war kaputt. Ob unter den Karten noch etwas lag, zumindest das Bildnis einer aufblasbaren Frau? Er nahm die Karten aus dem Kästchen, stellte fest das sein Kleid keine Taschen hatte, sah sich schüchtern um...und steckte die Karten in den Bund seines Tangas.
"Hallo Hübsche!" Iak in Gedanken noch mit aufblasbaren Frauen beschäftigt, bemerkte den Reiter erst als dieser ihn ansprach. Der Reiter, ein dürrer Kerl, saß im Sattel wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Durch den tief ins Gesicht gezogenen Hut sah er fast verwegen aus, sein Silberblick nahm dieser Verwegenheit jedoch einiges an Substanz. An den Händen (in denen eine ungespannte Armbrust lag) klebten viele Pflaster. "Sei so nett und wirf die Wertsachen rüber, weil ich bin ein gefährlicher Räuber".
Hatte der Dorfhauptmann nicht von einem Wegelagerer erzählt? Er solle sich im Wald herumtreiben aber harmlos sein, weil er..."Autsch...Himmelsackzementundwolkenbruch"...sich beim spannen der Armbrust immer die Finger klemmte.
"Schönes Kind, das mit den Wertsachen war natürlich nur ein kleiner Scherz" *hüstel*. "Wärst du wohl so gütig und ziehst ein wenig an diesem Seil...sehr gut und nun noch etwas hier... verbindlichsten Dank". "Reichst du mir nun bitte noch einige Pflaster aus der Satteltasche...nochmals herzlichen Dank". "Ich wünsche einen schönen Nachmittag und empfehle mich". So ritt der Reiter wieder seines Weges, gelegentlich klang ein leises "Mist und zugenäht" und "... muss doch irgendwann mal klappen" zu Iak herüber. "Jetzt muß ich mir von der Alten wieder anhören": "Ed Ewhcs du bist eine Null, selbst das spannen einer Armbrust überfordert deine geistigen Fähigkeiten". *grummel* "Ich hätte damals mit Sirahc durchbrennen sollen. Einmal zur falschen Zeit "ja" gesagt und schon geht das Leben den Bach runter".
--------------
Fortsetzung folgt