Die Geschichte von Iak dem Frosch
Teil 3
Iak strecke dem Weisen also seine Faust entgegen, richtete den Mittelfinger auf und sah den alten Mann wieder fragend an.
Als er das Bewusstsein wiedererlangte blutete seine Nase und Dilos war weg.
Es war zum verzweifeln, statt eines Weibes hatte Iak eine blutende Nase und Erfahrungen im Gefängnisalltag. Was lief da nur falsch?
Ob er es vielleicht doch mit Iep versuchen sollte? Bekanntlich frisst der Teufel in der Not auch Fliegen.
Oder ein letzter Versuch bei den Trad'è? Aber wer konnte schon wissen was dort wieder in die Hose ging.
Iak seufzte tief und guckte sehr, sehr traurig gen Himmel.
Obwohl Iak am nächsten Morgen immer noch traurig war, machte er sich ein leichtes Frühstück
(Müsli, Orangensaft, Eier, 6 Scheiben Schinken, 4 Würstchen, Kartoffelsalat, 2 Hühnchen und 4 Stücke Kuchen),
zog sich dann Kleid und Stöckelschuhe an und ging hinaus in den Wald.
War er traurig, ging er gerne in den Wald. Nicht das ihn dort etwas aufmunterte...aber wenn es im Wald knackte und raschelte,
lenkte ihm die Angst von der Traurigkeit ab. Wer schon in einem Wald war (das ist ein Ort mit ganz vielen Bäumen), wird wissen das es dort ständig raschelt oder knackt.
Iak stolperte also durch Wald...nicht den Zauberwald. Dorthin hätte er sich niemals getraut.
Nicht nur er, alle Bewohner seiner Welt, selbst die Soldaten des Königs Eshce (von seinen Untertanen liebevoll „Derniedaist“ genannt)
würden sich nicht in den Zauberwald wagen. Es hieß, dort leben zwei mächtige Trolle die jeden Eindringling sofort fraßen.
Der Name des einen Trolls war bekannt, wurde aber nur ausgesprochen um kleine Kinder zu erschrecken:
„Wenn du deine Suppe nicht isst, kommt der wilde Isie...der frisst dich und die Suppe“.
Isie war so bösartig, er biß sich manchmal selbst...nur um in Übung zu bleiben.
Den Namen des anderen Trolls wusste niemand, selbst in ältesten Schriften wurde er nicht erwähnt.
Iak stolperte weiter durch den Wald. Die Bäume standen enger, die mächtigen Kronen der Bäume nahmen immer mehr Licht, am Boden wurde es dunkler.
Plötzlich ein knacken...rascheln...etwas flitzte über den Boden.
Sollte es Iksmàh mit seiner Bande sein? Oder gar Annàz ?
Iksmàh war Anführer der örtlichen Kobolde.
Kobolde sind kleine, hinterlistige, bösartige Wesen...nichts als Schabernack im Kopf.
Reisende die Kobolden begegneten konnten froh sein, wenn ihnen anschließend nur Wertsachen fehlten.
Die meisten Betroffenen empfanden es als ausgesprochen ärgerlich, wenn zusätzlich auch das Leben fehlte.
Iksmàh aber war anders, er war...eben anders.
Er wollte böse sein, übte sogar jeden Überfall vor einem Spiegel. Scheiterte letztlich aber an seinem weichen Herz.
Fing eine Dame, die er ausrauben wollte, das weinen an...reichte Iksmàh ihr ein Taschentuch, sprach tröstende Worte und begleitete sie sicher an ihr Ziel.
Dieses Verhalten sprach sich bei den Kaufleuten herum und so gab es in kurzer Zeit niemanden mehr, der ohne flennendes Weib durch den Wald reiste.
Iksmàh und seine Bande wären sicher bald verhungert...hätten Kaufleute und Bewohner des Waldes ihm nicht unter die Arme gegriffen.
An verschieden Stellen im Wald wurden Lebensmittel, gelegentlich auch einfache Broschen oder Ringe, „vergessen“.
Schließlich war ein Kobold wie Iksmàh im Wald besser, als sich plötzlich "echten" Wesen dieser Art gegenüber zusehen.
Für Iak war Iksmàh kein Problem, seine Stöckelschuhe und die langen Kleider waren der beste Schutz...im flennen war er sowieso Weltmeister.
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Fortsetzung folgt