Michael van Gerwens Reise

  • MvG war schon immer sehr gefährlich und in der Spitze sehr stark. Man darf ja auch nicht vergessen, dass er trotz seines jungen Alters nicht mehr neu in dem Geschäft ist. Die Konstanz fehlte noch. Ich glaube, dass er sich öfter selbst im Weg stand, als er noch jünger war. Er versuchte es dann zu erzwingen, was, wie wir alle wissen, eher zu schlechteren Darts führt, als zur besseren. Heute weiß er ganz genau, dass die guten Darts auf jeden Fall kommen, wenn er den Fokus behält oder in ein Spiel "hinein findet". Dazu kommt, dass er natürlich auch extrem selbstbewusst sein kann. Das beides zusammen genommen macht es, glaube ich, aus.

    Zu Smith: Als MvG den Rekord vor laufenden Kameras knackte, ich glaube zwischen 123 und 124, waren alle aus dem Häuschen. Smith hat kurz vorher in einem Pro Event ein Spiel mit über 133 im Schnitt gewonnen! Das ist nicht unbedingt vergleichbar, und ich will damit auch nicht sagen, dass Smith besser ist als MvG. Aber es lässt vlt erahnen, dass der Bully Boy die Gabe grundsätzlich hat. Ob er die konstant und auch bei den Majors permanent zeigen können wird, ähnlich wie der grüne oder sogar besser, kann, glaube ich, noch keine Sau wirklich sagen. Auch er wird dafür einen mental-richtigen Werdegang brauchen.

  • Zu Michael Smith: Also ein ewiges Talent wird der ganz sicher nicht bzw. ist er schon jetzt nicht mehr. Er hat zwar noch keinen wirklich spektakulären Erfolg, wie etwa einen Major-Titel, erzielt, ist aber Nummer 8 der Welt und hat so ziemlich alle Großen schonmal geschlagen. Deshalb verstehe ich nicht wirklich, warum über ihn hier so abfällig gesprochen wird, als hätte er noch nichts großes geleistet.

    Zu MvG und Gary Anderson ist anzumerken, dass es bei ihnen wie so oft beim Dart wohl auch eine mentale Sache war: MvG hatte Jahre lang nicht so recht Lust auf Dart und hat dementsprechend wenig trainiert, bis irgendwann der Knoten geplatzt ist. Bei Anderson war es wohl ähnlich und kamen noch persönliche Schicksalsschläge (Vater und Bruder verstorben) hinzu, aber zum Glück hat er die Kurve nochmal bekommen. Ein ähnlicher Fall wie MvG ist eigentlich auch Jelle Klaasen - auch von dem hätte man erwartet, dass er wesentlich schneller bei der PDC Fuß fasst, tatsächlich vergingen dann doch zehn Jahre seit seinem BDO-WM-Gewinn, bis er zum ersten Mal richtig abräumte und es in die Top 10 schaffte.

    Lieblingsspieler:
    :NED: Barney, van Gerwen, :BEL: Huybrechts, Van den Bergh, :ENG: Cross, Aspinall, Hogan, :ESP: Reyes, und natürlich alle :GER: und :AUT:

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