DDV und NADA, Doping und Alkohol

  • Jetzt will ich mal etwas für mich untypisches tun und auf einen schon fahrenden Zug aufspringen: Kritik am DDV (bzw. an der Dartpolitik im Allgemeinen).

    Durch das ganze Hickhack in anderen Threads zum Thema DDV bin ich momentan mehr als üblich auf deren Seite. Da bin ich doch glatt auf die Anti-Doping Richtlinien der NADA gestoßen. Man kann es kaum glauben, aber unter Punkt P1 sind doch tatsächlich Sportarten aufgeführt in denen Alkohol verboten ist. Mag sein, dass ich mich täusche, aber meines Erachtens bringt in keiner dieser Sportarten Alkohol mehr Leistungsförderung als im Dartsport.

    Warum zum Teufel ist in dieser Liste Dart nicht aufgeführt? Das ist doch mal wieder nur eine Pseudo - Bemühung den Dartsport als seriös darstellen zu wollen. Habe ich Kopfschmerzen, muss ich aufpassen welche Schmerztablette ich einnehme, sonst bin ich gedopt. Alkohol, der das Spiel wirklich verbessert darf ich mir aber in Massen reinschütten. Das ist ja mal ne Logik.

    Der entscheidende Aspekt hierbei ist, dass andere Sportverbände bereits vorgemacht haben, dass es gar nicht so schwer ist den Aktiven Alkohol zu untersagen.

    Bevor jetzt wieder die "Kneipensport" Fraktion um die Ecke getorkelt kommt: Dann sollte man Anti-Doping Programme gleich lassen und dazu stehen, dass man nicht das ist, was auch nur im entferntesten daran denken kann eine olympische Sportart zu werden. Aber wenn schon, dann bitte auch richtig.

  • :daumen: :daumen:

    Du hast es geschafft, ich muss jetzt mal pro DDV schreiben.

    Richtlinien der NADA, meinst du der DDV kann ihnen diese vorschreiben. Aber sicher wieder ein guter Aufhänger zum Thema "Alkohol".

    Eisi

    Genau darum geht es doch. Eben nicht Richtlinien der NADA!
    Wenn Alkohol laut NADA in anderen Sportarten verboten, dann gehts im Dartsport auch, wenn der Dartsport es denn will.

  • Hatten wir schon -> Suchfunktion

    Hast Du meinen Beitrag gelesen?
    Den Kern um den es mir geht konnte ich in den alten Threads nicht finden.

    Es geht hier nicht um eine Platte "Alk ja oder nein Diskussion", sondern darum, dass halbherzig wichtige Themen angegangen werden um mal wieder eine weile Ruhe zu haben, anstatt sich mal wirklich in Richtung "Sportart" bewegen zu wollen.

  • Der DDV kann da gar nichts selber angehen. Dopingregeln sind keine nationalen Angelegenheiten und können/müssen daher eh von der WADA, evtl. in Zusammenarbeit mit der WDF, beschlossen werden. Die NADA sowie der DDV haben diese Regeln dann umzusetzen.

    Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann

  • Unterstellen wir mal, dass das so ist:

    "Kritik am DDV (bzw. an der Dartpolitik im Allgemeinen)." --> genau deshalb war dies meine Formulierung.

    Nichts desto trotz hat man das Gefühl, dass es dem DDV ganz recht ist so argumentieren zu können. Jedes Glied eines Verbandes (und das ist der DDV dann ja in diesem Fall), kann zumindest den Versuch unternehmen Einfluss zu nehmen. Geschieht dies?


    Mir geht es jetzt nicht Primär um Kritik am DDV (passte nur als Aufhänger des Themas ganz gut), sondern eben um Kritik an mehr oder minder allen Fuktionsträgern im Dartsport. Es ist zwar einfach zu sagen "DDV kann ja nix dafür, Thema erledigt, noch 2 Bier bitte", ist aber keineswegs zielführend. Da taucht die Frage auf, ob das Verhalten der Funktionäre nicht auch immer ein stückweit Spiegelbild der Mitglieder des Vereins/Verbandes ist (irgendwie passt die Bezeichnung "Verein" da besser).

  • Geschieht dies?


    Das habe ich Stephan Mischke auch gefragt, als dieses Thema von mir im DDV-Forum angestoßen wurde. Ich hatte nämlich ähnliche Bedenken wie Du. Und Stephan hat sich die Zeit genommen und mir in einer PM sehr ausführlich geantwortet. Ich kann hier den Inhalt seiner Mail natürlich nicht unautorisiert wörtlich zitieren, aber dem Sinn nach kurz zusammenfassen.

    1. Alkoholverbote sind ein kontrovers diskutiertes Thema, das man nicht einfach so von oben durchdrücken kann. Die Thematik muss behutsam angegangen werden, auch wenn man das Ziel hätte, ein völliges Alkoholverbot im Rahmen der DDV-Veranstaltungen zu erreichen.

    2. Der DDV musste die NADA-Dopingordnung schon wg. der Landesverbände, die bereits Mitglied in ihren Landessportbünden sind, verabschieden, da hiervon die finanzielle Sportförderung abhängt.

    3. Zeitgleich tat der WDF selbiges im Rahmen der WADA, was den DDV als Mitgliedsverband wohl ebenfalls zu dieser Ordnung verpflichtete.

    4. Dito bzgl. der WDF-Mitgliedschaft in Sportaccord, einer Art Vorstufe zum "gelobten Land" Olympischer Sportbund.

    5. Baustelle für den DDV: die Aufnahmekriterien für den DOSB erfüllen, wozu erstmal noch ein Landesverband die Aufnahme in den LSB schaffen müsste.

    6. Bzgl. Alkohol könnte theoretisch auch die NADA aktiv werden, falls sie Bedarf dazu sähe. Sie könnte dann bei der WADA beantragen, Alkohol bei Darts auf die Liste zu setzen.

    7. Der WDF hat Angst vor einem großen Mitglieder-Schwund im Falle eines Alkoholverbots.

    Insgesamt hat mich diese Einsicht in die Verbandsarbeit dahingehend beruhigt, dass unser Präsidium und auch der WDF (wo wir ja durch Sabine Shanahan jetzt prominent vertreten sind!) durchaus auch die Vision hat hat, nach Olympia zu kommen. Hinsichtlich größerer Akzeptanz und Attraktivität wäre das bestimmt ein Durchbruch für die Sportart. Wenn man dies denn anstrebt, denn Darts müsste sich dazu verändern. Ob das nur gut sein muss, sei mal dahingestellt. Mir hat neulich jemand gesagt, dass er ganz froh ist, dass Darts nicht olympisch ist. Denn so könnte man sicher sein, dass die Spieler wegen des Sports spielen, nicht wegen der Anziehungskraft Olympiade. Ist ein Punkt. Aber ich finde an Träumen auch nichts verkehrt. Es ist also nicht so, dass der DDV feige eine unbedeutende Tralala-Ordnung verabschiedet hat, um vom Thema Alkohol abzulenken. Und das ist gut so.

  • Hey, Force, Du kannst ja mal annonym einen Antrag oder eine Bedenklichkeitserklärung an die NADA schicken!

    Dies sieht jedenfalls wieder wie ein Querschläger gegen den DDV aus!

    Stimmungsmache ist ja ganz schön, aber irgendwann muß auch mal Schluß sein!

    Der DDV hält sich an die ihm vorgegebenen Richtlinien und Punkt!

    Soll er jetzt dagegen vorgehen oder was?

    Dann wäre dann aber noch die Frage, ob er dieses so will und ob das im Sinne unseres Sports wäre?

    Diese leidige Diskussion um Alk hatten wir hier schon lang und breit genug!

    Nich' schon wieder!

  • Sorry, nein, das ist kein Querschläger gegen den DDV, dafür sind hier im Forum andere zuständig. Was mich aber wirklich ärgert, dass ihr ständig postet ohne die Beiträge davor zu lesen. Ich habe hier nun schon 2x betont, dass es nicht nur um den DDV geht. Es ist auch keine platte Alk-Diskussion (auch das habe ich schon 2x erwähnt). :wand:
    Ich schreibe jetzt nicht nochmal worum es mir geht, einfach lesen!

  • Endlich mal eine Antwort mit Sinn und Verstand auf deren Basis sich vernünftig diskutieren lässt!

    1. Verstehe ich natürlich, aber mir geht es gar nicht um ein Alkoholverbot für die Veranstaltung sondern darum, dass Alkohol eine Droge ist die sich (richtig dosiert) leistungsfördernd auswirkt.
    2. Hat er ja. Aber darum geht es mir ja gar nicht.
    3. Das ist ja auch gut so.
    6. Das ist wiederum ein Argument, das alles schön einfach macht. Hier muss der Verband (egal auf welcher Ebene) extrem stark daran interessiert sein seinen Sport sauber zu bekommen, auch um als Sportart glaubwürdig zu sein bzw. zu werden.
    7. Dieses Argument ist zwar auf der einen Seite nachvollziehbar, andererseits aber auch eine Bankrotterklärung. Das wäre ja, als würde die Funktionäre im Radsport sagen, wir erlauben Blutdoping und EPO wieder, weil wir Angst haben Mitglieder zu verlieren.

    Die Diskussion über Olympia ist IMO noch ein paar Schritte entfernt. Um es mal ganz platt runterzubrechen: Alkohol ist als Dopingmittel "anerkannt". Der Dartsport lässt es also zu, dass systematisch und offen gedopt wird. Das ist ganz weit weg vom olympischen Gedanken.
    Ganz ehrlich: Ich fände es nicht so schlimm wenn Olympia neue Spieler anzieht. Heute tut das doch v.a. die WM der PDC mit ihrer Präsenz im DSF. Das ist der Hauptpunkt an dem die Vereine immer wieder Zulauf von neuen Leuten bekommen. Ist deswegen die Fernsehübertragung schlecht? Kommen die dann auch nicht des Sportes willen, sondern wegen der TV-Übertragung?

  • Hey Force, nicht absichtlich falsch verstehen (1.), geheimnisvoll sein (2.) oder unpassende Vergleiche (7.) ziehen, bitte.

    6. Das ist wiederum ein Argument, das alles schön einfach macht. Hier muss der Verband (egal auf welcher Ebene) extrem stark daran interessiert sein seinen Sport sauber zu bekommen, auch um als Sportart glaubwürdig zu sein bzw. zu werden.


    Es ist kein Argument, sondern eine Information. Es ergibt sich eben NICHT irgendein Zwang aus der Sachlage - es reicht mir schon, dass in der Politik dauernd von alternativlosen Handlungen die Rede ist. Es gibt auch sowas wie Bestandsschutz, Tradition und Kultur. Zwei Dinge: 1. Dartkultur und 2. Dartsport, beides toll, nur in Kombination schwierig für den Club der "seriösen Sportarten" (die alle auch irgendwo ihre Problemfelder haben).

    Ich mag beides, was die Sache auch für mich schwierig macht. Ich stimme persönlich jedoch mit Dir überein, dass eine Weiterentwicklung in diese Richtung sehr positiv wäre. Realitätsnah müsste hier jedoch eine Trennlinie zwischen Leistungs- und Breitensport unterhalb der Bundesliga gezogen werden. Und das stelle ich mir schwierig vor.

  • Hey Force, nicht absichtlich falsch verstehen (1.), geheimnisvoll sein (2.) oder unpassende Vergleiche (7.) ziehen, bitte.


    Es ist kein Argument, sondern eine Information. Es ergibt sich eben NICHT irgendein Zwang aus der Sachlage - es reicht mir schon, dass in der Politik dauernd von alternativlosen Handlungen die Rede ist. Es gibt auch sowas wie Bestandsschutz, Tradition und Kultur. Zwei Dinge: 1. Dartkultur und 2. Dartsport, beides toll, nur in Kombination schwierig für den Club der "seriösen Sportarten" (die alle auch irgendwo ihre Problemfelder haben).

    Ich mag beides, was die Sache auch für mich schwierig macht. Ich stimme persönlich jedoch mit Dir überein, dass eine Weiterentwicklung in diese Richtung sehr positiv wäre. Realitätsnah müsste hier jedoch eine Trennlinie zwischen Leistungs- und Breitensport unterhalb der Bundesliga gezogen werden. Und das stelle ich mir schwierig vor.

    :stop:

    Ich wollte nichts falsch verstehen, und auch nicht geheimnisvoll sein. War mit 1. das gemeint was ich meinte, dann ist ja alles gut. Was ist an 2. nichts zu verstehen?

    Hm ... Dartkultur, das könnte ein Argument sein. Auf der anderen Seite ist und bleibt es Doping, auch wenn es von vielen gerne anders dargestellt wird. Es stehen ja auch Substanzen wie Ephedrin auf der Dopingliste, die Jahrzentelang u. a. von Kraft und Ausdauersportlern eingenommen wurde. Ist das dann Kultur?
    Es hat ja niemand was dagegen, wenn beim Darten mit den Kumpels gesoffen wird, gerne auch nach dem spielen zusammensitzen und was trinken, mache ich ja auch.
    Aber nicht bei Turnieren der Landesverbände und Ligaspielen, da würde ich auch keine Grenze unter der Bundesliga ziehen, da gehören nunmal Landelsiga, Regionalliga und was da sonst noch kommt dazu. Okay, ehrlicherweise muss ich sagen, dass in anderen Sportarten in unteren Klassen auch nicht kontrolliert wird, da könnte man also ne Linie unterhalb der Regionalliga ziehen. Allerdings besteht auch noch ein gewaltiger Unterschied zwischen erlauben und nicht "kontrollieren".

    Zu 7. Ich gebe zu, der Vergleich war provokativ, aber nicht unpassend. Schließlich sprechen wir in beiden Fällen von Leistungssteigerung durch Drogenkonsum.

  • Es ist kein Argument, sondern eine Information. Es ergibt sich eben NICHT irgendein Zwang aus der Sachlage - es reicht mir schon, dass in der Politik dauernd von alternativlosen Handlungen die Rede ist. Es gibt auch sowas wie Bestandsschutz, Tradition und Kultur. Zwei Dinge: 1. Dartkultur und 2. Dartsport, beides toll, nur in Kombination schwierig für den Club der "seriösen Sportarten" (die alle auch irgendwo ihre Problemfelder haben).

    Ich mag beides, was die Sache auch für mich schwierig macht. Ich stimme persönlich jedoch mit Dir überein, dass eine Weiterentwicklung in diese Richtung sehr positiv wäre. Realitätsnah müsste hier jedoch eine Trennlinie zwischen Leistungs- und Breitensport unterhalb der Bundesliga gezogen werden. Und das stelle ich mir schwierig vor.

    Wo wir wieder beim Thema sind - das war schon immer so und wird es auch bleiben!
    Bestes Beispiel ist der Fußball, da funktioniert es schließlich auch.
    Die Spieler sind nüchtern, die Fans besoffen (Ausnahmen bestätigen die Regel)

    :troll:

    Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selbst. Er gibt auch anderen eine Chance.

    Winston Churchill

  • Wo wir wieder beim Thema sind - das war schon immer so und wird es auch bleiben!
    Bestes Beispiel ist der Fußball, da funktioniert es schließlich auch.
    Die Spieler sind nüchtern, die Fans besoffen (Ausnahmen bestätigen die Regel)

    :troll:

    Genauso sieht es aus. Jeder der Interesse daran hat, dass Dart als Sportart ernst genommen wird kann das gar nicht anders sehen.

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