Ich denke, das Problem kennt hier wirklich jeder, der nur ansatzweise mehr ist als ein Party-Darter.
Wenn es läuft, dann hat man das Gefühl, nie wieder einen schlechten Dart zu werfen. Dann fühlt es sich einfach super leicht an und man sitzt dem Irrglauben auf jetzt ENDLICH genau zu wissen, wie man zu werfen hat. Dabei ist der gute Lauf eigentlich eher ein Resultat ganz vieler einzelner Faktoren, die zusammen das ergeben, was man in der Psychologie einen "Flow" nennt. Nächstes Mal sieht die Welt aber vielleicht schon ganz anders aus. Die Darts fliegen nicht mehr gerade und stecken schräg im Board. Und wenn manv ersucht das zu korrigieren, wird es nur schlimmer statt besser. Wenn das nur eine kurze Phase war, habe ich das Training immer noch mit ein paar einfahcen Spielchen abgerundet und dann die Pfeile wegglegt. Wenn die Phase länger dauert, habe ich sie genutzt um meine Technik wieder ein wenig umzustellen und bin nach einiger Zeit immer besser rausgekommen, als ich in die "Krise" reingegangen war.
Als Naturwissenschaftler sehe ich das ganze immer aus Sicht der Statistik. DIe Leistungskurve ist nicht monoton steigend, sondern eigentlich eine periodisch schwankende Linie, die Stück für Stück nach oben klettert. Trotzdem macht sie aber immer diese Bewegung nach oben und unten. Und dass man besser wird erkennt man daran, dass die "Krisen" irgendwann bessere Averages erzeugen, als früher die Hochs... sich aber anders anfühlen.
Was tun wir denn eigentlich? Wir werfen Pfeile auf eine Holzschreibe. Und das tausend- und millionenfach. Was treibt uns also immer wieder zurück zum Board? Es ist die Suche nach dem perfekten Wurf, nach dem geilen Gefühl zu treffen. Und wenn wir einmal daran schnuppern durften, so einen Flow zu erleben, wollen wir da immer und immer wieder hin. Und wenn wir das nicht schaffen und sogar schlechter werden, fühlt sich das furchtbar an, ist doch klar.
