Problem mit hohen Würfen

  • Hallo, mir ist aufgefallen, dass ich (Anfänger) ein Problem mit hohen Würfen habe. Wenn ich zum Beispiel auf die Triple 20 oder höher werfen möchte muss ich mich irgendwie richtig anstrengen um die Höhe zu erreichen und kann nicht mehr so locker werfen. Woran könnte das liegen bzw was kann ich tun damit ich auch in diese Höhe locker und unverkrampft werfen kann?
    In diesem Zusammenhang wurde mich auch mal interessieren wohin eure Dartspitze vor der Rückwärtsbewegung zeigt wenn ihr den Dartpfeil in der Hand haltet (wenn Ellenbogen 90 Grad). Bei meiner Darthaltung zeigt die Spitze zu diesem Zeitpunkt nach unten, eine andere Haltung kommt mir aber ungewöhnlich vor.

    Danke euch!

  • Hallo Oli,

    beim Abwurf des Darts sollte die Spitze nach oben zeigen. Es passiert oft das gerade kurz vor dem Loslassen des Darts (selbst bemerkt man dies oft gar nicht)
    das Barrel mit der Spitze leicht nach unten gedrückt wird.
    Dadurch ist es nicht mehr möglich das der Dart eine bogenförmige Linie zum Ziel annimmt und er landet eben, wie von dir beschrieben unterhalb des anvisierten Ziels.

    Also beobachte / fühle einmal ob nicht ein Finger dein Barrel im Augenblick des Abwurfes unbemerkt nach unten drückt.

    Zu beachten ist auch der Ellbogen, der im Moment der Vorwärtsbewegung nicht nach unten gehen sollte.

    Ansonsten sehe dir mal die Superzeitlupenvideos der Profs auf YT an oder mache mal ein Video von deinem Wurf (sollte mit den modernen Handys gehen)
    und sieh mal genau nach.

  • Hallo Oli,

    wenn du länger am Ball bleibst, wird sich dein Wurfstil vermutlich immer wieder verändern, bis du dich auf eine verlässliche Technik einpendelst. Dabei wirst du auch feststellen, dass sich deine Problem- und Vorzugszonen mitunter fröhlich austauschen werden. Ich hatte zunächst auch Probleme mit den hohen Feldern, war aber auf D16 und D10 eine Bank. Momentan treffe ich D20 dafür super gut (und D1, was wirklich von Vorteil ist im Notfall), dafür hakt es bei D16.

    Im Prinzip steuerst du bei Darts fast nichts über Kraft. Jeder Mensch (sogar ein Kind) hat genug physikalische Kraft im Körper um einen wenige Gramm schweren Wurfgegenstand knappe 3m zu schleudern. Es kommt einzig und allein auf die Technik an, d.h. auf das Zusammenspiel der einzelnen Muskelpartien, damit du den Schwung bzw. deinen Krafteinsatz auch optimal steuerst.

    Die Höhe kannst du prinzipiell über drei Faktoren steuern:
    1) Kraft: je "fester" du wirfst, desto stärker überwiegt deine Beschleunigung gegenüber der Schwerkraft und desto weniger weit fällt der Pfeil nach unten, bevor er ins Board trifft. Wie ein Stein, den man mit halber oder voller Kraft wirft.
    2) Ellbogenhöhe: Setzt du den Ellbogen weiter oben an, hast du ein Höhenplus gegenüber einem tieferen Ansatzpunkt
    3) Release-Zeitpunkt: dazu hab ich dir eine Grafik angehängt. Deine führende Hand macht eine halbkreisförmige Bewegung. Lässt du den Pfeil im Zenit los (Bild oben), erfolgt die Beschleunigung nur geradeaus, weshalb der Pfeil unmittelbar nach dem Release absackt. Lässt du ihn ein Stückchen vorher schon los, wird er zusätzlich ein wenig nach oben beschleunigt. Lässt du ihn noch früher los, fliegt er einen richtigen Bogen. Bei entsprechendem Schwung wird dieser Bogen durch das Board unterbrochen und der Pfeil steckt kerzengerade drin

    Welche der drei Methoden zum Zielen auf unterschiedlichen Boardhöhen verwendet wird, dafür gibt es hier irgendwie auch schon Diskussionsfäden. Ich selbst versuche immer mit der gleichen Kraft und gleicher Ellbogenstellung aufs Board zu werfen und variiere deshalb nur den Abwurfzeitpunkt. Bei den ganz tiefen Zahlen (z.B. D3) lasse ich erst im Zenit los, bei D20 schon weit vorher (im Aufschwung).

    Zum Thema Spitze: Die zeigt bei mir immer in die gleiche Richtung wie meine Beschleunigung. D.h. du kannst die Pfeile in der Grafik sowohl als "Kraftvektoren" als auch als Dartorientierung interpretieren. Früher habe ich auch damit experimentiert, den Pfeil beim Ausholen zwischen Daumen und Zeigefinger zurückzuziehen und so die Spitze immer im gleichen Winkel zum Board zu halten, aber das hat mir zu viel Unruhe in den Wurf gebracht.

    Wenn du sagst, dass deine Darts-Spitze beim Ausholen nach unten zeigt, dann klingt das für mich nicht ganz optimal. Die Orientierung der Spitze muss dann quasi per "Strudeln" in der Luft oder (noch schlimmer) während der Wurfbewegung korrigiert werden und ich würde vermuten, dass das einiges an Präzission raubt und eine zufällige Komponente ins Spiel bringt. Zumindest so lange, bis du diesen Wurf so perfekt beherrscht, dass du die Ausgleichsbewegung perfekt vorhersehen kannst (wie bspw. bei Kyle Anderson, dessen Wurftechnik nur über Übung und nicht über phsyikalische Gesetze erklärbar sind :wacko:). Probier doch mal einfach verschiedene Ausholbewegungen. Pieks dir einmal vor Abwurf mit dem Flight in die Augen, einmal in die Nase, einmal ins Kinn und einmal auf die Brust. Versuch auch mal gezielt den Draht bei der "20" zu treffen und arbeite dich dann vorsichtig nach unten - beobachte dabei, wie sich dein Wurf verändert.

  • ) Release-Zeitpunkt: dazu hab ich dir eine Grafik angehängt. Deine führende Hand macht eine halbkreisförmige Bewegung. Lässt du den Pfeil im Zenit los (Bild oben), erfolgt die Beschleunigung nur geradeaus, weshalb der Pfeil unmittelbar nach dem Release absackt. Lässt du ihn ein Stückchen vorher schon los, wird er zusätzlich ein wenig nach oben beschleunigt. Lässt du ihn noch früher los, fliegt er einen richtigen Bogen. Bei entsprechendem Schwung wird dieser Bogen durch das Board unterbrochen und der Pfeil steckt kerzengerade drin


    Ich frage mich immer wie ihr den Abwurfzeitpunkt so genau merken und steuern könnt.

    Ich kann bei mir nicht feststellen wann und an welchem Punkt ich den Darts loslasse. Das ist reine Intuition.

  • Bei mir auch, hauptsache man trifft und im Video siehts gar net übel aus bei mir :D
    Mein Schwiegervater hats das Darts spielen auch für sich entdeckt und hat genau so Probleme die Darts hoch zu bekommen. Imo ist die Bewegung dann nicht flüssig und schwungvoll genau. Oberarm stabil und den unterarm gut durchziehen :)

    Einmal editiert, zuletzt von Narbennarr (1. Februar 2018 um 10:39)

  • Geht mir auch so. (schwer zu beschreiben) Also nicht, dass die Würfe tatsächlich technisch schwerer durchzuführen sind und dann nicht klappen (Tops ist ja gefühlt trotzdem einfacher als D3), sondern es kommt einem so vor, als wären die Würfe, auf die Doppel im oberen Halbkreis körperlich anstrengender, als auf die um Unteren. Auf die Single-Bereiche in den Segmenten ist das komischerweise nicht.

  • Der Ellenbogen geht nach oben, nicht die Schulter.

    Ich glaube mit diesem Prinzip lassen sich die Mehrheit der Probleme auf die hohen Felder kurieren. Von einer Anpassung der Wurfstärke oder des Releasezeitpunkts würde ich abraten.

  • ohne den Austausch nun unterbrechen zu wollen, wollte ich zwischendurch mal einwerfen, dass ich sehr positiv darüber überrascht bin wie viele zum Teil sehr ausführliche Reaktionen hier kommen :thumbup:

  • Man unterscheidet ja auch noch grundsätzlich zwischen zwei Wurftechniken, die am ehesten mit dem Grip zu erklären sind, bzw damit wo man den Dart hält.

    Also stößt man den Pfeil mehr (greift ihn weiter hinten) oder zieht man ihn (weiter vorne anfassen).
    Denn ich habe das Gefühl, dass man beim Ziehen viel weitere Würfe machen kann. Also wenn ich mich 1m hinter das Oche stelle merke ich das ganz deutlich, dass ich mich als Stoßer richtig anstrengen muss um bis zum Board zu kommen, während ein gezogener Dart leicht so weit fliegt.

    Davon ab kann ich das mit der Spitze nach Oben zielen nur unterschreiben.

    Das maximale Volumen subterraner Agrarprodukte steht in reziproker Relation zur intellektuellen Kapazität ihrer Produzenten.

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