Beiträge von Noumard

    So, und das ist jetzt alles ohne die Moralkeule gemeint. Mein Humor ist gerne mal politisch inkorrekt. Aber die entsprechenden Sprüche bringe ich nicht in einer brisanten Übertragung mit riesen Reichweite bis in die jugendlichen Altersgruppen. Auch nicht, wenn der Sender nach 12 Uhr zeigt, dass die da alle nicht ins Weihwasser gefallen sind.
    Meiner Meinung nach geht es also niemals darum, bei Bierchen, Darts und jovialem Frotzeln päpstlicher als der Papst zu werden, aber wem will man was vormachen - es gibt ein paar Begrifflichkeiten, die einfach nicht gehen. Weil sie despektierlich sind und Macht (!)- und Vorurteilspositionen festigen. Und da zieht auch die Argumentation nicht, dass sich immer irgendjemand beleidigt fühlt, das ist pure Spitzfindigkeit

    Dem kann ich im Prinzip zu einhundert Prozent zustimmen :) Es ging hier auch nie darum, politisch inkorrekten Humor verbieten zu wollen - den mag ich nämlich auch gerne! Man sollte halt schauen, dass man sich damit zurückhält, wenn sich davon jemand tatsächlich angegriffen fühlen könnte.

    Beim Thema Frauenfeindlichkeit ist mir, seit seit 25 Jahren Dart spielt, etwa neu, dass die 26 bundesweit als Schlampe bezeichnet wird. Fakt ist für mich, dass viele Frauen Dart

    spielen, ohne dass es mit den Männern grundsätzlich Probleme gibt. Dass viele Männer ungern gegen Frauen spielen, weil es besonders peinlich ist, gegen eine Frau zu verlieren und gerade diese Angst dazu führt, dass man dann erst recht verkrampft und schlecht spielt, mag sein, ist aber sicher kein Problem von Frauenfeindlichkeit. Man mag sich auch mal die Namen von Frauen-Dartmannschaften ansehen, wie etwa „Die Thekenschlampen“. Ansichtssache ist etwa auch, ob es richtig ist, eigene Frauenturniere auszutragen, denn darin lässt

    sich bei der nötigen Böswilligkeit auch eine Ausgrenzung von dartspielenden Frauen sehen.


    Genau, als explizite Frauenfeindlichkeit würde ich es auch nicht betrachten, wenn man beim Spiel gegen eine Frau eventuell etwas weniger gerne verlieren möchte. Es sollte wurscht sein, aber wenn es das nicht ist, ist das nicht der Weltuntergang. Es ist auch nicht derjenige automatisch ein Sexist, der nen blöden Spruch bringt, wenn ich mal gegen ne Frau verloren habe (speziell wenn sich tatsächlich keiner der Spieler besonders gut angestellt hat... :rolleyes: ). Problematisch wird es für mich, wenn es quasi zum allgemeinen Gebrauch wird, von Vornherein vom Geschlecht auf das Können zu schließen und es dann prinzipiell peinlich werden muss, gegen die Damen schlecht auszusehen - bei ner Niederlage gegen nen unterirdischen (männlichen) Gegner hab ich mir bis jetzt weniger Sprüche anhören müssen. Dass dieses Frauenbild im Darts gängig ist, ist nicht die Schuld eines Einzelnen, der mal nen blöden Spruch bringt. Häufig wird ja auch zurecht gelacht. Irgendwann verfestigen sich diese Einzelteile dann aber zu einem Gesamteindruck, der schwer wieder loszuwerden ist. DAS ist für mich der Anfang des systemischen Problems, das sich dann am Ende in den "Ausziehen"-Rufen äußert. Das ist dann nämlich wirklich nicht mehr ok, auch wenn bei weitem nicht jeder Zuschauer in der Menge per se ein Sexist ist. Es hat sich dann einfach zu stark verfestigt, dass das ja schon ok sein wird, sowas zu rufen.

    Aber wenn ein Spieler mit lila

    Flights wirft, sollte er sich über dumme Bemerkungen nicht wundern

    Wüsste nicht, warum man ausgerechnet bei der Farbe lila dumme Bemerkungen loswerden müsste. Den Spruch in meinem Eingangspost finde ich da super unangebracht, wenn auch nicht unbedingt homophob. Die Farbe Lila mit der Sexualität zu verbinden, ist zwar dumm, aber ja noch nicht abwertend. Wenn dann gleichzeitig impliziert wird, dass man sich als lilaner Schwuler ja kaum zurückhalten könne, sein Geschlechtsteil irgendwo reinzustecken, ist das leider ein Scherz aus dem vorletzten Jahrhundert. Es ist nicht böse gemeint, das ist mir klar, und ich habe auch nicht den Wunsch diesen Menschen aus dem Sport rauszuwerfen oder ihn zu zensieren o.ä. (Ich komme nämlich eigentlich gut mit dem Herrn zurecht). Es ist einfach nur blöd, unfreundlich, unsympathisch und letzten Endes vor allem unnötig.

    Andersfeindlichkeit ist natürlich kein echtes Wort :) Es fasst aber ganz verständlich zusammen, was gemeint war, finde ich. Nämlich dass (meiner Ansicht nach) Andersartigkeit von vielen im Dartsport nicht anerkannt wird. Anders bedeutet in dem Fall einfach abweichend vom gängigen Typus Dartspieler/Kneipengänger. Das äußert sich dann für mich maßgeblich in den klassischen Fremdenfeindlichkeitsbereichen, also Herkunft, Sexualität, Geschlecht. Aber eben auch weiter gefasst auf psychische Krankheiten oder, wie hier im Forum zu verfolgen, Akademikern und einer akademischen Ausdrucksweise. Die übrigens weder böse Absicht noch "intellektuelles masturbieren" sein soll - ich schreibe halt so, Wortschatz und Text gehören einfach zu meinen Stärken. Das fällt natürlich besonders an einem Ort auf, an dem über das geschriebene Wort kommuniziert wird, es ist aber nicht abwertend gegenüber denen gemeint, die sich simpler ausdrücken. Das habe ich so auch nie impliziert - nicht jeder kann präzise schreiben und das ist völlig normal. Jeder hier kann dafür zig andere Sachen wesentlich besser als ich, die sich in einem Forum einfach nicht als nützlich erweisen und deshalb nicht gesehen werden.
    Übrigens Jürgen173: Auch das ein schöner Beitrag, mit dem ich 0,0 Probleme habe, auch wenn ich inhaltlich nicht zustimme :) So hätte ich mir die Unterhaltung von Anfang an gewünscht.

    Wäre bei mir Nodor auch zu fast 100% sicher, der sieht den anderen Nodor-Produkten verdammt ähnlich. Finde aber dieses Exemplar überhaupt nirgends, auch nicht auf der Nodor Website...
    Du hast nen Barrel, den gibt's gar nicht

    Springmaus

    Ein schönes Beispiel, wie man meinem Eingangspost in der Essenz durchaus widersprechen kann, ohne maß- und inhaltslos zu werden. Danke für den Beitrag :)
    Das Dankeschön geht natürlich auch an einige andere, die mir hier zur Seite stehen! Ich wollte hier nur nochmal deutlich machen, dass man das ganze durchaus entspannter sehen kann, ohne von mir "den Mund verboten zu bekommen".
    Oder bin ich nur verständnisvoller, weils von einer Frau kommt? ;)
    Horst ich würde mich gerne God of Darts anschließen. Ich stimme zwar überhaupt nicht überein mit dem, was du zum Teil (!) hier geschrieben hast, ich hab dich aber trotzdem in meiner kurzen Zeit hier im Forum als total angenehmen Menschen erlebt. Um da mal zu denjenigen zu differenzieren, die hier für mich über die Stränge geschlagen haben.

    Nach dem Spiel gegen Horst hatte ich schon gesagt, dass da eigentlich keiner die Punkte verdient hatte. Gilt hier genauso:
    Noumard 6:1 Jakob https://lidarts.org/game/UvjG2NZP

    Ich hab halt manchmal die Doppel getroffen, mehr erwähnenswertes war nicht. Ah doch, ne unfreiwilliger 162 mit zwei verrutschten und einer gewollten T18^^ Geht auch nur in Liga 5 sowas.
    Danke fürs Spiel Jakob, wird bei uns beiden sicher nochmal besser laufen :)

    Interessant, wie sich das hier (bis auf wenige Ausnahmen) innerhalb kürzester Zeit zu einer Echokammer für genau den Sondermüll entwickelt hat, den ich der Darts-Community im Eingangspost noch unterstellt habe.

    Ist es nicht Sexismus den US-Nationalspielerinnen zu unterstellen sie könnten nicht ihre eigenen Interessen vertreten ? Dürften sie nicht sogar bei gleichen Einnahmen höhere Gehälter als die Männer bekommen wenn sie geschickt verhandeln ? Oder warum siehst du nur an Angleichung vor ?

    Wenn sich der Mann während der Sportschau gemütlich auf der Couch lümmelt, finden Millionen Frauen den Männerfussball bescheuert. Wenn aber auch nur ein einziger Mann wagt, den Frauenfussball bescheuert zu finden, geht eine Sexismusdebatte los.


    Ob Aussagen wie diese im Kern sexistisch sind oder einfach nur dumm und engstirnig, überlasse ich gerne den anderen Lesern. Sie sind jedoch inhaltlich genau das, was ich zu Beginn angesprochen habe - zum Glück noch ohne den aggressiven Tonfall, aber auch dafür lassen sich die übleren Beispiele ja bereits hier im Forum finden (und ich bin sicher Jungs, da geht noch mehr!). Gegen wen oder was gerade Horst da argumentiert, wird wohl ein Rätsel bleiben - niemand hat jemals behauptet, dass Frauenfussball nicht zu gucken sexistisch ist. Ich tu euch den Gefallen: Wer Frauenfussball nur aus dem einen Grund nicht schaut, weil er von Frauen gespielt wird, der ist tatsächlich alles andere als vorurteilsfrei. Man kann gerne die mangelnde Körperlichkeit anprangern die dem Spiel sicherlich Qualität und Autounfallzuseher-Faktor nimmt. Niemand muss Frauenfussball schauen, aber wer damit hausieren geht, dass Frauen und Leistungssport irgendwie nicht zusammenpassen -> sexistisch. Was jetzt auf Horst und Theo zutrifft ist mir wurscht.
    Horst, der Unterschied ist übrigens: Frauen, die keinen Männerfussball schauen, tun das nicht, weil er von Männern gespielt wird. Sie mögen einfach keinen Sport.

    Sollte sich nicht noch jemand erbarmen, hier etwas konstruktives hinzuzusteuern, bin ich gerne dabei. Ich würde sogar sehr darum bitten, weil es verdammt schade ist, wenn ein Thread in einem megacoolen Forum so zum Monument von unreflektiertem Mist wird. Als Einzelperson habe ich aber wenig Lust, mich gegen Leute zu stemmen, die nachweislich auf Inhalte sowieso wenig bis gar nicht eingehen möchten und das hier zur Selbsterhöhung nutzen.
    Insofern lass ich den Kram jetzt erstmal so stehen, wer mitliest darf sich von dem Armutszeugnis dann jetzt selbst ein Bild machen. Ich rede gerne mit jedem, der zielführend etwas zur Debatte beitragen kann, auch Widerspruch ist gerne gesehen. Aber bitte begründet.

    Good Darts an alle

    Weil jetzt öfter das über diese Phänomene als "gesammtgesellschaftliches Problem" gesprochen wurde - Ich stimme zu. Der Dartsport hat den Sexismus nicht erfunden und er ist auch nur ein ganz kleiner Raum, in dem sich dieses Weltbild auffinden lässt. Nichtsdestotrotz denke ich nicht, dass man ein gesamtgesellschaftliches Problem so angeht, dass man quasi von oben herab für alle gleichzeitig löst und es dann auch in jedem Einzelbereich verschwunden ist. Sondern in jedem Einzelbereich, in jeder Community können spezifische Wege gefunden werden, eine Vorbildfunktion zu erarbeiten - und dadurch beeinflusst man dann den Rest der Gesellschaft.

    Beispiel: Im Fussball der Vereinigten Staaten sind traditionell die Damen das weitaus erfolgreichere Team, die Männermannschaft war ja bisher immer höchstens im Achtelfinale. Dementsprechend verärgert waren die Frauen, dass sie über Jahrzente geringere Prämien und Gehälter ausgezahlt bekommen haben. Nachweislich haben sie die höhere Einschaltquote als die Männermannschaft und dürften somit auch für Sponsoren attraktiver sein, trotzdem werden sie weniger oft im Fernsehen ausgestrahlt und bekommen von Verbandsseite schlechtere Trainings- und Reisebedingen etc. etc. Eine Gehaltsangleichung wäre hier mehr als gerechtfertigt, ging sogar vor Gericht, wurde dort aber abgelehnt.
    Der Punkt ist: Eine Gehaltsangleichung wäre im Einzelbereich Frauenfussball eine gute Lösung, um dort einen Schritt zur Gleichstellung zu machen. Im Profidarts ist die gleiche Methode natürlich blödsinn, weil Frauen auf dem Papier als Profi genausoviel verdienen können wie die Männer. Hier geht es eher um Repräsentation (was in den letzten Jahren ja vorangetrieben wurde) und Förderungsmöglichkeiten. Auf jeden Fall äußert sich struktureller und individueller Sexismus "in der Kneipe umme Ecke" einfach unterschiedlich - man kann dann spezifisch dagegen vorgehen. Für mich ist das besser, als es auf "Die Gesellschaft" zu schieben und es einfach als gegeben hinzunehmen.

    https://www.youtube.com/watch?v=a3oTCjCLnFw
    Zu behaupten, es wäre nur sexistisch, wenn jemand ausdrücklich sagt: "Frauen sind scheiße und schlechter als Männer" und dann am nächsten Tag auf der "Women will not replace us"-Demo teilnimmt, verfehlt den Sinn. Es geht um den Gesamtkontext aller seiner Aussagen, dass er drei Minuten Nettozeit über nichts anderes reden kann - kein anderes Thema wurde in diesem Match so oft angesprochen. Dass er es am Ende nicht schafft, sich zu entschuldigen, sondern nur sagt: "Ich bitte darum, das nicht sexistisch zu verstehen", nachdem er über deutlich darauf hingewiesen wurde, welchen Leuten er da eine Plattform bietet.

    Gordon Shumway ist kein böser Mensch. Aber die Vehemenz und die Zusammennahme aller seiner Aussagen im Kontext dieses Matches und seiner Funktion als Kommentator zeigen, dass er im Kern nicht vorurteilsfrei ist. Nicht viel mehr, aber auch nicht weniger. Dass sich ein Sender davon distanzieren will, halte ich für absolut nachvollziehbar.

    Ich werde mich nicht mehr dazu äußern, wenn jemand meint, mich als den Elitenvertreter darstellen zu müssen, der herabschaut auf das niedere Volk.
    Ich habe Informationen über mich gepostet, um meine Argumentation und Motivation transparenter zu machen. Offenbar bietet das mehr Angriffsfläche als alles andere, schade eigentlich. Das einzige mal, als ich meine Studententätigkeit erwähnt hab war übrigens, um meine eigene Argumentation zu entkräften -> "Ich bin sensibel für Thema XY, aber für die allermeisten wird das nicht wichtig sein, deshalb sehe ich gerne die überzogene Darstellung ein". Wurde dann leider auch eher übersehen.

    Wer sich hier als Pöbel beleidigt fühlt, dem kann ich nicht helfen. Ich diskutiere und darte mehr als gerne mit Leuten, die noch nie ein Gymnasium von innen gesehen haben, ich komme selbst nicht aus einer bildungsreichen Familie. Wer jeden Tag 8 Stunden aufm Bau schuftet und sich gerne Abends mit Kumpels zum Trinken in die Kneipe setzt, ist in meinen Augen definitiv kein Pöbel (und ich habe großen Respekt vor jedem, der vermeintlich weniger angesehene Arbeit täglich und schon sein ganzes Leben ausübt!). Pöbel ist für mich allerdings, wer nur pöbelt und sonst nichts kann und können will, völlig unabhängig vom Bildungsweg. Deswegen würde ich doch sehr darum bitten, das einfach bleiben zu lassen. Man kann mir gerne widersprechen, Horst hat das hier sehr respektvoll getan und das ist völlig in Ordnung! Was ich nicht brauche ist, dass mein eigener Thread benutzt wird, um mich als Person zu diskreditieren, speziell wenn mir dabei folgendes vorgeworfen wird:

    Vllt hast es ja nur aber du kannst trotzdem gerne versuchen Darts auch zu Gentrifizieren

    Das habe ich mitnichten vor, ich habe es auch nicht impliziert, ich bin sehr froh darüber dass Darts im Gegensatz zu fast allen anderen Sportarten einen total leichten Einstieg für jedermann bietet und von allen Schichten gespielt werden kann.

    Wenn überhaupt, dann würde ich einfach verbieten, dass Männer Darts spielen dürfen, außer mir natürlich. Wer weiß, vielleicht gewinne ich dann sogar mal ein paar Legs? :)
    Also; Letztes Statement dazu. Wer noch meint, auf meiner Person rumreiten zu müssen, wird mangels Blockierfunktion ignoriert.

    Wenn Rob Cross sich dann über die deutschen Fans aufregt, weil diese die Gegner der deutschen Spieler (also im Klartext: u.a. ihn) ausbuhen, dann hat das aber denke ich eher wenig mit Fremden- oder Andersfeindlichkeit zu tun

    Das stimmt natürlich. Ich hätte die Aussage eher in den Bezug zum vorher erwähnten Patriotismus stellen können - Rassismus o.ä. ist das natürlich nicht!

    Die Kritik an gewissen Begrifflichkeiten ("Die 26 ist eine Schlampe") teile ich nicht. Im Grunde im Kern das gleiche Thema wie bei der Andersfeindlichkeit. Wenn ich mich über etwas aufrege und dann beispielsweise "Das ist doch behindert!" sage, dann mache ich das ohne negativen Hintergedanken gegenüber Menschen mit einer Behinderung. Wo ist dann das Problem? Ja, das Wort ist in dem Moment negativ behaftet - so what?


    Vielleicht macht es Sinn, tatsächlich nochmal zu erwähnen, dass ich im Moment Germanistik studiere. Da bin ich bestimmt sensibler was einzelne Worte angeht, die der großen Mehrheit der Menschen gar nicht großartig auffallen. Ist am Ende natürlich auch ne Wahrnehmungssache, ob ich mich als Frau angegriffen fühle, wenn zur 26 jemand Schlampe sagt. Ich finde immer dass es sowas einfach nicht unbedingt braucht, aber solange sich niemand betroffenes ernsthaft beschwert, tut es wohl auch nicht weh. Gerade die 26 hat ja immer auch nen ironischen Unterton - im Nachhinein wahrscheinlich auch ein leicht überzogen gewähltes Beispiel, auch wenn es nur die Anfänge des Sexismus darstellen sollte.

    Dass Worte so klar in ihrer Bedeutung so klar getrennt werden können wie du und auch Horst es beschrieben haben, dem kann ich dennoch nicht zustimmen. Da lade ich auch jeden ein, sich aktuelle Forschung zum Thema "Frames" in Alltagssprache anzuschauen, hier für die Diskussion führt das definitv zu weit. Ist am Ende hoffentlich nicht das allerwichtigste Thema :)
    Nachtrag zum Thema psychische Krankheiten: Zuletzt hat sich Luke Humphries im Interview nochmal zur Außenwahrnehmung seiner Angstanfälle gesprochen. Generell kann man sich seine Geschichte mal ansehen, wenn man sich für das Thema im Bezug auf Darts interessiert!

    Im übrigen, mache ich die Augen zu, mach ich alles richtig


    Bekanntes Phänomen :)

    Du könntest dir mal eine Zeitung über die Scheibe hängen, sodass du nicht unbedingt aufs "Ziel treffen müssen" fokussiert bist. Zu viel Fokus macht dann in der Regel diese Blockaden.

    Alternativ hast du vielleicht die Möglichkeit, auf etwas anderes als die Scheibe zu werfen und zu schauen, ob die Technik da mitmacht.

    Was guckst du denn da? Da steht doch männlich, weiß, deutsch


    Finde ich auch ziemlich witzig und muss ich mir merken :D Ich kann das ja witzig finden und trotzdem dafür sein, dass "divers" als Geschlechtsoption angegeben wird, weil es transexuelle und geschlechtsuneindeutige Menschen gibt.

    Ich würde gerne nochmal darauf hinweisen, dass ich ursprünglich ungerne Wortbedeutungen im kleinsten auseinandernehmen, sondern zu mehr Freundlichkeit und Verständnis im Darts aufrufen wollte. Das soll natürlich nicht gegen dich gehen Horst, ich hab den Spaß ja mitgemacht :) Würde einfach gerne zum Kerngedanken zurückkehren.

    Oder genauso bei schwul. Wenn man ein Wort für zwei unterschiedliche Dinge benutzt, stellt man doch keinen Zusammenhang zwischen diesen Dingen her. Wenn ich »schwul« für eine negative Assoziation verwende, indem ich mich ärgere, dass der schwule Bus schon wieder Verspätung hat, dann hat das doch rein gar nichts mit Homosexualität zu tun oder dass ich diese negativ bewerten will


    Dann ist es doch seltsam, dass in mehreren europäischen Sprachen (siehe "gay") ausgerechnet das jeweilige Wort für schwul auch zeitgleich als Schimpfwort verwendet wird. Diese Dinge passieren ja nicht willkürlich, die Verwendung als Schimpfwort hat sich aus Schwulenhass heraus als normales Wort in die Gesellschaft integriert. Und was ein Wort bedeutet wird nicht nur daher bestimmt, was du meinst wenn du etwas sagst, sondern auch durch den sonstigen Kontext des Wortes und wie der Empfänger es versteht. Dementsprechend, auch wenn ich dir zu 100% glaube dass es dir fern liegt, jemanden wegen seiner Sexualität zu beleidigen: Man sollte sich zumindest bewusst sein, aus welchem Kontext die Wortbedeutung kommt. Am Ende tut es ja nicht weh, einfach stattdessen "bescheuert" zu nutzen - als "dumm" wird sich wohl niemand identifizieren :)
    Aber ich glaube das muss man jetzt nicht in die Unendlichkeit ausführen oder? Ist definitiv nicht das Kernthema dieses Threads.

    Ich hab 40 Jahre in Köln gelebt.
    Das ist ne absolute Schwulenhochburg und da sagt auch jeder schwul und nicht homosexuell.
    Beim CSD sagt auch jeder Kölner dazu Schwulenparade.
    Trotzdem ist dort deshalb kaum einer homophob

    Es geht nicht darum, das Wort schwul gar nicht zu benutzen. Sondern dass es von einigen als anderes Wort für "schlecht; dumm" benutzt wird. À la "Bist du schwul oder was?!" wenn der Busfahrer einen nicht mit Eiswaffel reinlässt.

    Die politische Korrektheit insgesamt hat inzwischen sehr übertriebene und zum Teil kuriose Formen angenommen. Hinter jeder Ecke steht einer »Nein, so kann man das nicht sagen…« und das bei Sachen die gar keinem aufgefallen wären, wenn derjenige das nicht gesagt hätte und alles wäre gut gewesen. Das ist sowas von albern geworden in den letzten 20 Jahren

    Das stellt das Thema aber zu einfach dar. Ich denke wir sind uns einig dass man das Wort "Nigga" nicht nutzen sollte, um über die dunkelhäutige Bevölkerung zu reden? War aber auch mal absolut gängig und keinem ist aufgefallen, dass man das so eben wirklich nicht sagen sollte. Ein aktuelleres Beispiel ist "schwul", das von bestimmten Gruppen im Prinzip synonym für "schlecht" verwendet wird. Es ist einfach zu sagen, dass man das doch wegrationalisieren kann, wenn man selbst nicht zu der Gruppe gehört, die dadurch angegriffen wird. Ich würde behaupten, die allermeisten Menschen im Dartssport gehören überhaupt keiner Gruppe an, die durch gängige Redewendungen negativ konnotiert sind. Dann macht political correctness in Sprache natürlich den Eindruck, überflüsssig zu sein - weil es einen selbst zu 0,0% betrifft.