Beiträge von ToterDichter

    Ich spiele seit ein paar Wochen Spin-Schäfte (von L-Style) und bin sehr zufrieden damit. Ich denke der Nutzen hängt sehr stark mit dem restlichen Set-Up und der persönlichen Wurftechnik zusammen. Ich versuche mich mal an einer Beurtielung.

    Pro

    - Die Flights können sich einem ankommenden Flight aus dem Weg drehen ;) Das funktioniert bei mir tatsächlich und ich habe zumindest gefühlt weniger Bounce Outs als vorher.

    Contra
    - Spin-Shafts sind deutlich teurer als normale und Schäfte sind nunmal Verbrauchsgegenstände. Das kann also ins Geld gehen, es sei denn man spielt ein System (wie L-Style, 8 Flight...), das Robin Hoods verhindert. Ich spiele seit dem letztem Sommer L-Style und musste noch keinen einzigen Schaft austauschen.
    - Durch die Beweglichkeit des Flights, fühlt es sich ein bisschen so an als wäre der Schaft locker. Daran muss man sich definitiv gewöhnen.

    Die oben angesprochene Flight School besagt, dass man zwei Dinge erlernen muss:

    1. Man muss den ersten Dart präzise auf den anvisierten Punkt werfen können.
    2. Man muss den zweiten und dritten Dart an genau die gleiche Stelle werfen können, wie den ersten.

    Da wärst du jetzt wahrscheinlich auch selbst drauf gekommen ;)

    Wichtig ist dabei, dass man als Anfänger erst Punkt 2 lernt und sich dann an Punkt 1 macht. Es geht am Anfang darum ein Wurfgefühl zu entwickeln und möglichst die geworfenen Darts eng auf dem Board zu gruppieren. Ich würde also empfehlen "Round the world" so abzuändern, dass du zwar wie gewohnt nacheinander die verschiedenen Zahlen anvisierst, aber den zweiten und dritten Dart immer dorthin wirfst, wo der erste steckt. Selbst wenn der erste sein ursprüngliches Ziel verfehlt hat.

    Außerdem gibt es zwei YouTube-Kanäle, die ich sehr empfehlen kann:

    dartblog - Oliver ist ein Trainer aus Berlin und hat gerade diese Woche viele Live-Streams zur Beantwortung von Anfänger-Fragen gemacht.
    Bewegungsanalyse Darts - Harald ist Trainer und Sportwissenschaftler aus Linz, der untersucht hat welche Parameter die Trefferquote entscheidend beeinflussen.

    Grundsätzlich stehe ich (als Rechtshänder) ganz leicht versetzt nach links am Oche, da ich dadurch das Gefühl habe mit meinem rechten (dominanten) Auge in gerader Linie vor dem Bull zu stehen. Für das Spiel auf Doppel wechsle ich die Position nicht und würde auch davon abraten. Man verliert den Rhythmus und das Auge muss sich auf die veränderte Entfernung einstellen.
    Im Training wechsle ich aber gerne mal die Position, um durch Variation meine Technik zu verbessern und mein Auge zu schulen. Außerdem hole ich mir dadurch das Selbstbewusstsein fürs Spiel, wenn ich doch mal die Position wechseln muss, um ein zugebautes Feld noch zu erreichen.

    Zur Stärke von Rechtshändern auf D16 vs. Linkshänder auf D10 habe ich die Theorie, dass es am "natürlichen" Schwung des Armes liegt. Es ist entspannter für einen Rechtshänder leicht nach links auszuschwingen statt nach rechts, denn nach rechts würde der Ellbogen überstreckt. Somit führt der natürliche Schwung eines Rechtshänders eher nach links und entspricht damit eher dem linken unteren Boardrand. Bei Linkshändern analog dem rechten.
    Aus dem gleichen Grund sieht man bei Rechtshändern auch eher eine Tendenz in die 5 und bei Linkshändern eine in die 1, wenn auf die 20 gezielt wird.

    Meinst du ich sollte mal andere flights probieren? wenn ja welche ?

    Du spielst auch L-Style, oder? Ich nehme an die L1. Dann könntest du mal die L3 probieren. Die sind leicht schmaler. Und für einen wirklich großen Effekt L6 (slim). Je kleiner die Fläche des Flights, desto gerader stecken die Darts. Aber es gilt auch, je kleiner die Fläche der Flights, desto instabiler der Wurf und desto mehr Ausreißer...
    Also eigentlich bin ich der Meinung, dass du einfach bei den Standard Flights bleiben solltest und eher das flexible Werfen aus verschiedenen Positionen am Oche trainieren.

    Meine Darts stecken schon immer relativ steil. Da ich aber langsam auch besser werde ( ca 50er avg :D ) stört mich der Winkel der Darts jetzt immermal wieder.

    Was stört dich denn an dem steilen Winkel? Denn solange der Winkel schön konstant ist, spricht das doch für einen konstanten Wurf.

    Bei mir war es bis zum Sommer so, dass meine Darts vollkommen gerade im Board steckten. Dementsprechend konnte ich auf einen geworfenen Dart die folgenden drauf legen. Allerdings hieß das auch, dass ich mit einem Dart knapp über der T20 mir das T20-Feld quasi verbaut hatte, wenn ich nicht zur Seite gehen wollte. Also bin ich nach einem ersten Dart über der T20, direkt auf die T19 gewechselt. Wirklich problematisch waren die gerade steckenden Darts eigentlich nur bei dem Spiel auf Tops. Wenn man da drüber wirft, kann man ja nicht einfach auf ein anderes Doppel wechseln.
    Im Sommer habe ich mal L-Style-Flights ausprobiert und bin damit auch auf Standard-Größe (im Vergleich zu den leicht kleineren vorher) gewechselt. Seitdem stecken meine Darts in einem leichten Winkel nach oben und ich kann einen steckenden Dart nun auch "von unten" anwerfen. Ich musste mich ein bisschen daran gewöhnen, aber inzwischen fühle ich mich auch damit wohl.

    Damit möchte ich sagen: Im Grunde ist es egal wie die Darts genau stecken, solange du ein gutes Gefühl dafür hast, welchen Teil des Boards ein schon steckender Dart blockiert. Und dann wechselst du eben auf ein anderes Feld, oder nicht. Beobachte einfach wie und in welcher Situation deine Darts abgelenkt werden.
    Eine gute Übung dafür ist, einfach mal ein oder zwei Darts gezielt über oder unter ein Doppel/Triple-Feld zu stecken und dann zu versuchen dieses noch zu treffen.

    Ich würde es schon empfehlen. Hier gibt's eine Erklärung und ein paar Übungen: Video

    Und da dich offensichtlich das Dartfieber gerade so richtig erwischt hat: Immer nur an einer Sache an deinem Wurf arbeiten! Wenn du dich also jetzt entschließt, an dem Follow Through zu arbeiten, dann lass den Rest des Wurfes erst mal so wie er ist. Sonst kann es sehr leicht sein, dass du dir alles kaputt machst, dann gar nichts mehr triffst, dann wieder irgendwas veränderst usw. bis du vollkommen frustriert bist.

    Ich würde sagen es gibt grob drei Trainingsansätze

    I. Koordinationstraining unter Alkoholeinfluss

    Oder anders gesagt: Einfach spielen. Der Spaß steht im Vordergrund und ob man dadurch besser wird, ist eher fraglich. Aber macht ja auch nichts.

    II. Trainingsspiele

    Bob's 27, Round the world, Catch 40, ... Als Anregung gibt es z.B. die großartige App my dart TrainingDa ist auch das Spiel 121 dabei, dass wohl unter Profis sehr beliebt ist.
    Durch Trainingsspiele wird man schon besser. Vorallem wenn man sich Spiele raussucht, bei denen das ganze Board bearbeitet wird und man nicht nur Highscore oder 501 zockt.
    Das Ganze nennt sich auch Einschleiftraining, da man (wenn auch mit verschiedenen Zielen) immer wieder die gleiche Bewegung durchführt und diese sich dadurch einschleift. Wenn die Bewegung grundsätzlich gut ist, funktioniert das und man gewinnt Sicherheit. Wenn die Bewegung eigentlich nicht so gut ist, schleift sie sich natürlich auch ein. Man wird also auch mit einer schlechten Bewegung besser, nur erreicht man dann früher oder später ein durch die Bewegung gesetztes Limit.
    Auf der positiven Seite machen Spiele natürlich Spaß und sind nicht so anstrengend. Man kann also ne Meng spielen und Freude dabei haben.

    III. Technik- und Mentaltraining

    Ich kenne zwei Trainer, die sich intensiv mit Darttraining auseinandergesetzt haben. Beide haben einen YouTube-Kanal: dartblog und Bewegungsanalyse Darts
    Bei denen startet das Training mit einer Analyse deines Dartwurfes. Es gibt dann wahrscheinlich Parameter an denen man noch arbeiten sollte und dementsprechend kann man einen passenden Trainingsplan erstellen. Im Training werden dann in der Regel Hilfsmittel eingesetzt, die helfen den Wurf in die gewünschte Richtung zu entwicklen. Es ist also ein wenig aufwendiger und erfordert eine gewisse Disziplin und Geduld. Richtiges Training ist nunmal anstrengend.
    Wenn du deine Trainingszeit möglichst effizient nutzen willst, dann ist das der Ansatz, den ich dir empfehlen kann.


    Ich möchte nicht nach jedem Dart absetzen müssen.

    Ich würde da bei mir auch nicht wirklich von "Wollen" sprechen. Aber wenn es hilft, dass ich mit dem ersten Dart besser treffe, dann mach ich das halt mal im Training. Aber du hast schon Recht. Den meisten dürfte es wie dir gehen und dann sollte auch der Default so gesetzt sein.

    Würde mich jedenfalls sehr über eine Umsetzung freuen!

    Ich hätte eine Wunsch für ein Trainingsspiel, dass dazu gedacht ist den ersten Dart zu trainieren:

    Nennen wir es Random 1st

    Im Realen nutze ich dafür einen 6-seitigen und einen 20-seitigen Würfel und würfele mir damit vor jedem Wurf ein neues Ziel aus. Dabei gibt der 20-seitige Würfel mir natürlich die Zahl vor auf die ich werfe. Und für den 6-seitigen gilt:

    1-2: Single
    3-4: Double
    5-6: Triple

    Ein Single-Treffer gibt einen Punkt, ein Double zwei Punkte und ein Triple drei Punkte. Natürlich nur, wenn das Ziel auch ein Single/Double/Triple war, z.B.:

    ich würfele 2, 15 -> Ziel S15 -> werfe S15 -> ein Punkt
    ich würfele 4, 13 -> Ziel D13 -> werfe D13 -> zwei Punkte
    ich würfele 6, 20 -> Ziel T20 -> werfe S20 -> kein Punkt
    ich würfele 1, 10 -> Ziel S10 -> werfe T10 -> kein Punkt

    Das Spiel endet wenn ich eine vorgegeben Zielpunktzahl, z.B. 20, erreiche.

    Das Würfeln habe ich eingeführt, damit ich mal das ganze Board abarbeiten und garantiert nach jedem Dart absetzen muss. Schließlich weiß ich ja sonst nicht, was das nächste Ziel ist.

    Falls das Spiel in der App umgesetzt wird, würde ich mir folgende Optionen wünschen:

    Eine Auswahl welche Felder vorkommen können, also z.B.

    nur Single oder Single/Double oder Single/Triple oder nur Double oder ...

    und eine Option, ob Bullseye dabei sein soll.

    Eine Auswahl nach welcher Punktzahl das Spiel beendet sein soll. Ich würde hier einfach von 10 bis 100 in Zehnerschritten zur Auswahl stellen.

    Für die Eingabe würde ich analog zu Round the Clock einfach Treffer/Miss zur Auswahl stellen. Wichtig ist, dass das nächste Ziel erst angezeigt wird, wenn man den aktuellen Wurf eingegeben hat.

    Wenn man die Übung regelmäßig durchführt, sollte sich auch eine schöne Statistik zu Single- Double- und Triple-Quote ergeben.

    Ich bin in der nächsten Saison nicht mehr dabei.

    Vor lauter Spielterminen (spiele nun zusätzlich auch in einer Mannschaft in meinem Verein) komme ich gar nicht mehr zum Trainieren. War eine schöne Erfahrung mit spannenden Matches, aber jetzt erstmal wieder zurück zu den Grundlagen.

    Heute gab es unverhofft einen Doppelspieltag für mich. pati war ein bisschen spät dran und lukasz zufällig online. Also haben wir unser Spiel eingeschoben.

    lukasz - ToterDichter 6:2
    https://lidarts.org/game/1aKBpYeQ

    Es war eigentlich ein sehr ausgeglichenes Spiel auf einem hohen Niveau. lukasz beginnt mit einem 21er break, ich hole mir das direkt zurück und gehe 2:1 in Front. Dann dreht lukas auf und geht durch 22, 24, 22 mit 4:2 in Front. Im 7. leg liege ich dann sehr schnell mit 200 Punkten vorne (wenn ich mich richtig erinnere) und stehe bei 58 Rest. Erster Dart geht in die 4. Eigentlich spiele ich dann 14 - Tops, aber da ich ja schon in der 4 war, dachte ich mir: " Geh doch über die 18". 18, treffe ich das Doppel nicht und dann beginnt eine Serie von Fehlern auf Doppel an deren Ende ich auf 3 stehe und lukazs mit dem 38. Dart checkt. Also steht es 5:2 statt 4:3 und davon erhol ich mich auch nicht mehr.

    Dann direkt ins nächste Match, da pati inzwischen da ist

    pati777 - ToterDichter 4:6
    https://lidarts.org/game/BeXwJAdy

    Ich hatte mich definitiv noch nicht von der Niederlage erholt und pati holt sich das erste leg. Im zweiten score ich sehr schön und stehe früh auf Doppel. Ein paar verworfene Darts auf Doppel später (es müssten 9 gewesen sein) stehe ich auf 3 Rest und pati checkt. Fieses Deja-Vu, aber im Grunde nehme ich ja genau deswegen an dieser Online-Liga teil. Um Druck-Situationen in mein Training zu bekommen und zu üben ruhig zu bleiben. Und das konnte ich heute wunderbar trainieren.
    Im nächsten Leg stehe ich nach 21 Darts auf Tops und treffe tatsächlich mit dem ersten Versuch! Dann holt pati sich mit einem 21er das 3:1 und im 4. leg stehe ich nach 21 Darts auf 112. Erster geht in die 20, zweiter in die T20 und auch der 3. sitzt wo er hingehört. Das nächste leg gewinne auch ich und dann holt sich pati das 7. leg zum 4:3.
    Mein Scoring läuft übrigens inzwischen richtig gut und natürlich stehe ich wieder zuerst auf einem Doppel und schraube dann weiter meine Quote nach unten. Diesmal wird es aber nicht bestraft und ich hole mir das 4:4.
    In den letzten beiden legs werfe ich dann drei 140 und hole sie mir mit einem 22er und 23er. Wobei pati auch Darts zum Unentschieden im letzten Leg hatte.

    Jedenfalls bin ich jetzt völlig fertig und ich hoffe ihr verzeiht mir, dass ich das aus therapeutischen Gründen hier aufschreibe.

    Vielen Dank für die tollen Spiele an lukasz und pati und viel Glück in den weiteren Spielen!