Das Du es für einen Missstand hältst, ist aber Dein persönliches empfinden.
Sorry, ich habe ganz vergessen, das wir in Deutschland sind und deshalb bei allem immer ganz oben mitmischen müssen.
Du brauchst Dich für das allgemeine Lebensempfinden der Deutschen
wirklich nicht entschuldigen! So unterschiedlich die Meinungen auch sein
mögen, in dem Punkt sind sich doch fast alle einig, dass der Dartsport
weiter vorangerieben und Strukturen ausgebaut werden sollten. Dies gilt
für Instanzen als auch für Spieler. Diejenigen, die natürlich
ausschließlich zu Hause unter sich spielen, belangt das nicht. Missstand ist natürlich ein hartes Wort, sagen wir einfach, es ist nicht ideal, zu einem Beispiel komme ich gleich noch. Fakt ist aber doch, wenn man hier und da hört oder liest, dass meine Meinung alles andere als eine Einzelmeinung ist.
Wenn ich etwas als Missstand empfinde und der Meinung bin es müsste etwas geändert werden, dann versuche ich im Rahmen meiner Möglichkeiten,
selbst etwas daran zu ändern und nicht immer nur anderen zu erzählen, was sie besser oder anders machen müssten.
Ich bin mir nicht sicher, ob mir das auch noch gilt. Falls ja, so bist Du so ziemlich an den Falschesten für diese Kritik geraten. Ich habe hier bei uns bereits 3 Teams aufgebaut, von denen der Großteil Neudarter waren. Außerdem verweise ich mal auf unser Jugendprojekt zur Talentgewinnung und -förderung an Schulen, wovon nach jeder Menge Aufwand zumindest ein Kurs gestertet ist, was im Übrigen viele Forenuser durch Sachspenden mitbewirkt haben (DANKE!)! Das Ganze ist hier im Forum dokumentiert. Ich gebe zu, es handelt sich nicht um große Dinge, jedoch empfinde ich es als "Rahmen meiner Möglichkeiten". Ich wäre darüber hinaus theoretisch sogar dazu bereit, organisatorisch oder administrativ tätig zu werden, allerdings ginge das nur in einem Maße, der das weitgehende Arbeiten von hier aus (Nähe Flensburg) zulässt. Das erweist sich wohl als schwierig.
Wenn nur 10% der User hier, die der Meinung sind, das sich in Dartdeutschland was ändern sollte, regelmäßig z.B. die DDV Turniere besuchen würden, dann würden die Hallen,
in denen jetzt gespielt wird aus allen Nähten platzen.
Jeder sollte mal bei sich selbst anfangen.
Man könnte sich hierfür Turnierstrukturen von unten nach oben überlegen, die eine Anreise zu einem größeren Turnier durch die Qualifikation kleinerer, zunächst sehr regionaler Turniere attraktiver wirken lassen. Turniere können deutlich hierarchisch und übersichtlich dokumentiert werden. Nach den regionalen Ausscheidungen kommt das nächsthöhere Turnier, z.B. auf Landesebene, an dem zum Weiterkommen ausschließlich die durch Ausscheidung qualifizierten Darter teilnehmen dürfen. Daneben muss ein offenes Einzel u.a. Events stattfinden, die aber zur Qualifikation der letztlichen und tatsächlichen deutschen Meisterschaft nicht eingebunden ist. Es ist eben ein großes Turnier neben den tatsächlichen Ausscheidungen. Ebenso die deutsche Meisterschaft selbst! Es gibt ein großes Event, deutscher Meister können aber in einem eigenen (zeitgleichen) Event die 32 oder 64 qualifizierten Spieler der auf Landesebene ermittelten Sieger werden. Das ist nur eine schnellschussmäßige Idee, und mir fehlt auch ad hoc die Kenntnis, wie genau es derzeit aussieht. Klar ist aber, dass es durchaus strukturelle Möglichkeiten gibt. Noch schlimmer sieht es mannschaftstechnisch aus. Hier findet in den meisten Regionen kaum eine wirkliche Anbindung der Ligen statt. Das hat was mit Geld und Struktur zu tun. Und dies ist sicherlich nur ein Beispiel, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Die Resonanz daraus ist dann eigtl. erst Quantitäts- und Qualitätssteigerung. Man versucht es ja auch, so ist es ja nicht. Natürlich ist es auch so, dass ein dauerhaftes Sponsoring, beispielsweise vom Axel Springer Verlag, hier deutlich fixere Resultate schaffen kann. Hierbei geht es um Geld, aber auch um Know How, wie man Modi und den Sport positiv verbreiten und "bewerben" kann.
Das Ganze auch mal leicht philosophisch betrachtet, ohne zu detailliert zu werden: Etwas ohne Ziel zu tun, ist Scheibenhonig! Sowas geht auch nicht, wenn man für eine Sache Herzblut hat. Wenn es die deutsche Tugend ist, immer ganz oben dabei sein zu wollen, dann sei es so, ich kann das nicht beurteilen. Jedenfalls halte ich es für immer noch besser, als gar keinen Ambitionen nachzugehen. Meiner Meinung nach sollte dieses "ganz oben" aber ein mittelbares Ziel sein, zuerst müssen wir fließig Hausaufgaben machen und, wie richtig gesagt, tatkräftig sein.