Das sehe ich anders und kann die "Kritik" verstehen.
Es geht mir nicht darum, dass ein Spieler - wie in diesem Fall Czerwinski - mit dem positiven Extremergebnis rechnen muss, sondern darum, sich im Vorfeld mit Szenarien auseinander zu setzen und eben nicht nur sportlich vorbereitet in so ein Turnier zu gehen, sondern auch logistisch.
Man fährt ja nicht zufällig morgens durch Kalkar, sieht, dass dort ein Turnier stattfindet und meldet sich als Zeitvertreib 5 Minuten vor Beginn dafür an.
Man meldet sich frühzeitig an, man kümmert sich um Anreise, Unterkunft, Regularien etc.
Man weiß als Spieler, dass es in diesem Turnier darum geht, dass die TCs ausgespielt werden.
Wenn ich in so ein Turnier starte, muss ich m. E. vorher für mich entschieden haben, ob ich eine TC will und diese dann auch nutzen kann, ob es mir nur darum geht, mich auf gutem Niveau bei einem Turnier mit anderen Spielern zu messen und/oder teilzunehmen, weil ich zwar keine TC will, aber mal Bock darauf habe, Host Nation ET Qualifier und/oder CT zu spielen
Darüber muss man sich vorher Gedanken machen. Man muss wissen, welche Intention man hat, um an diesem Turnier teilzunehmen.
Als Dartspieler, der ja auch Fan des Sports ist und sich mit diesem auseinandersetzt, weiß ich, was in der Q School passieren kann und die jüngere Vergangenheit hat aus deutscher Sicht mit Rupprecht, Krohne und vor allem Wolters gezeigt, dass man eine TC erspielen kann, selbst wenn man das vorher aufgrund der Konkurrenz selbst nicht für möglich gehalten hätte.
Man kann diese nicht zufällig bei einer Abschluss-Tombola gewinnen, sondern man spielt selbst darum.
Und daher hat man bei vernünftiger Vorbereitung auch für sich zu entscheiden und ggf. mit anderen Stellen (Schule, Uni, Arbeitgeber etc.) abzuklären, ob im Fall der Fälle eine regelmäßige Teilnahme an den Turnieren möglich wäre. Denn dieser Punkt wird für viele wohl entscheidend sein, ob sie auf die TC gehen oder nicht.
Aber jedes Jahr scheint es Spieler zu geben, die in diesem Punkt völlig unvorbereitet in so ein Turnier gehen und dann durch etwas überrascht werden, von dem man vorher weiß, dass man genau darum spielt.
Er hätte die Möglichkeit gehabt, es wie Horvat zu machen. Er hätte die Möglichkeit gehabt, nach der First Stage trotz Quali für die Final Stage für diese zurück zu ziehen, da dieses den Spielern aufgrund der kurzfristigen Regeländerung noch angeboten wurde. Er hätte selbst die - unsportlichste und unfairste - Möglichkeit gehabt, das entscheidende Spiel gegen de Zwaan nicht zu gewinnen oder dort unter einem gesundheitlichen Vorwand nicht anzutreten. Denn er kann ja auch die Tabelle lesen und wird gewusst haben, dass das Spiel einen klassischen Finalcharakter hat und der Sieger die TC sicher hat.
Und dann gewinnt er sie und ist davon scheinbar überrascht und weiß nicht, ob und wie er sie überhaupt nutzen kann.
Zum Glück hatte man auch vorher keine Zeit, sich mit diesem Szenario inhaltlich auseinander zu setzen.
Das ist genauso ein Mist, als wenn man sagt "es ist einfach so passiert", wenn es z. A. um Beziehungen/Betrug etc. geht
Nein: Es passiert nicht einfach so. Da gab es im Vorfeld Blicke, Gesten, Aussagen, Anziehung etc., die dann in der Folge dazu geführt haben, weil man es selbst zugelassen hat und wollte
Und genauso ist eine TC nicht mal einfach so passiert.
Man hat sich bewusst für dieses Turnier entschieden und angemeldet. Man hat bewusst die First Stage zu Ende gespielt und damit die mögliche Quali für die Final Stage. Und diese hat man bewusst gespielt, obwohl es die Option gab, ohne Sanktionen von der Teilnahme abzusehen.
Wie gesagt: Czerwinski dient mir nur als Beispiel, da es der aktuelle Fall eines deutschen Spielers ist.
Aber das kann man auf jeden Teilnehmer der QS projizieren
Aber natürlich darf da jeder anderer Ansicht sein
Ich hoffe, dass er einen Weg findet, die Turniere - eben auch die in England, weil nun mal dort die meisten stattfinden - so gut wie komplett spielen zu können und die TC so nutzen kann und wird, wie es diese Lizenz eigentlich auch verdient hat.