Beiträge von humphries

    Mason Whitlock versucht es diesmal in Kalkar. Ansonsten hat jemand schon einen überraschenden Namen entdeckt? Für mich auf den ersten Blick und ohne statistische Auswertung: überraschend viele Italiener dabei.

    Ich zitiere mich mal selber um es vielleicht nochmal klar zu stellen bzw. mit einem anderen Beispiel Rule 9 etwas griffiger zu machen. Dom Taylor wurde aus dem Turnier ausgeschlossen, das heißt, die Anwendung von Rule 9 ist praktisch zwingend. Sein gesamtes Preisgeld bei der WM wird gestrichen. Und damit ist die gesamte WM gemeint, es gibt keine Teil- oder Runden-Lösung wie „nur ab dem positiven Test“. Sobald der Verstoß als in-competition dem Turnier zugeordnet ist, gilt die Disqualifikation für das gesamte Event. Fiktives Beispiel: sollte morgen rauskommen, dass Gian van Veen im Viertelfinale verbotene Substanzen intus hatte, wird nicht das Preisgeld fürs Viertel- und Halbfinale gestrichen, sondern das der gesamten WM - also alle Runden.

    Was mit einem möglichen Urteil gemeint ist: Rule 10 - die Dauer der Sperre. Und dieses Urteil kann sich ggf. ziehen, wobei Taylor ja geständig scheint und es daher vermutlich schneller geht. Die Dauer der Sperre ist aber für die Tourcard völlig egal, da er ohne sein WM Preisgeld aus der Top 64 rausfällt.

    Wie sieht das eigentlich mit der TC von Vandebogaerde aus falls die DRA die Causa Taylor nicht vor Beginn der Q-School entscheidet?
    Darf er sie behalten oder muss er doch in die Q-School?
    Und ganz extrem weit hergeholt.... Mario muss in die Q-School und gewinnt keine TC, dann entscheidet die DRA später dass Taylor auch das geld für Runde 1 aberkannt wird und Mario somit eigentlich die TC behalten hätte?
    Also ich möchte nicht in Marios Haut stecken

    Dom Taylor hat seinen Anti-Doping-Verstoß ja schon öffentlich eingeräumt. Für solche Fälle gilt der DRA Anti-Doping Code (Appendix E). Dort steht in Rule 9 „Disqualification of Results“:

    “…Disqualification of the individual result in relation to a Tournament, with all resulting consequences, including forfeiture of any medals, points and prizes.”

    Heißt:

    Das komplette WM-Ergebnis wird annulliert – inkl. Preisgeld und aller Ranking-Auswirkungen.

    Wenn das WM-Preisgeld aus der Order of Merit rausfällt, rutscht Taylor aus den Top 64 und verliert seine Tourcard automatisch über das Ranking-System.

    Mario Vandenbogarde bleibt damit in den Top 64.

    Warum das noch nicht offiziell ist, obwohl Taylor schon gestanden hat:

    Disqualifikationen werden formal erst nach Abschluss des Turniers umgesetzt, wenn das Event offiziell abgerechnet und in die Rangliste eingerechnet wird.

    Darum wird die Entscheidung erst nach der WM veröffentlicht – auch wenn allen Beteiligten wohl längst klar ist, was passiert.

    Damit ist der Ablauf:

    DRA-Veröffentlichung nach der WM → PDC veröffentlicht das Ranking → Taylor raus → Mario drin.

    Er hat's ja oft genug versucht. Jetzt hat er seine 170.

    Aber, was meiner Meinung nach Littler von Spielern wie Taylor oder MvG unterscheidet (und ihn in meinen Augen unbeliebt macht): Er versucht nicht nur zu dominieren und zu gewinnen, er versucht den Gegner vorzuführen (zwei Bulls in einer "normalen" Aufnahme? Das ist einfach nur arrogant im negativsten Sinne in meinen Augen). Solche Spielchen haben Taylor und MvG eben nicht gemacht. Die haben ihre Gegner teilweise zerschmettert, aber immer mit dem nötigen Respekt. Und der geht Littler m.E. einfach ab.

    MVG hat solche Spielchen nie gemacht? Bitte was? :D Ich bin jetzt wahrlich keiner der Littler verteidigt aber MVG hat sowas aber sehr oft gemacht. Alleine wenn sein Gegner ein Highfinish verpasst hat, hat es MVG in der Aufnahme einfach so gespielt - ohne, dass es zum Leg gewinn geführt hat.

    Nunja. In (fast) jeder anderen Sportart ist es ganz normal, dass man sich auch nach Niederlagen in Interviews stellt. Egal ob es der 61. Platz beim Biathlon oder eine Niederlage nach einem Handballspiel ist. Das gehört aus meiner Sicht schon zum Dasein als Profisportler dazu. Aber das ist im Dartsport schon eine besondere Stellung, da in der Praxis ja eigentlich nur Interviews mit Gewinnern geführt werden.

    Naja, sehe ich anders. Kommt schon auf den Gesamtkontext an und da würde ich Springer heute in Schutz nehmen bezüglich seiner Interviewabsage. Im Biathlon kannst du bei einem random Weltcup auch nach Platz 61 zum Interview gehen und erklären was war - wenn du jetzt aber beim Olympiarennen mit 3 Strafrunden im letzten schießen die Medaille wegwirfst, denke ich nicht, dass jemand zum Interview kommt. Bei einer höhen Niederlage im Handball oder Fußball? Ggf im Derby oder beim Ausscheiden in der Champions League? Der Trainer wird was sagen und der Kapitän, vielleicht noch ein weitere Führungsspieler - aber nicht der junge Spieler in seiner ersten Profisaison. Bitte die Situation schon bedenken: Niko ging als absoluter Favorit in das Spiel, hatte eine hohe eigene Erwartungshaltung, wurde als größte deutsche Hoffnung inszeniert, weiß, dass in seiner Heimat ein großes Public Viewing ansteht und sie ihn alle feiern. Das ist mental extrem belastend. Ein Interview nach so einer Enttäuschung zu vermeiden ist reiner und sehr sinnvoller Selbstschutz.

    Eine ausgeheilte Grippe und gute Doppelquote des Gegner, sowie 155er Finish vom Gegner sind doch absolut keine Begründung, sorry! Comito ist sympathisch - keine Frage, dennoch hätte er gegen fast jeden anderen Top 64 Spieler sang und klanglos verloren - trotz gutem Timing und einem Highfinish.

    Nico kam offensichtlich mit der Favoritenrolle gar nicht zurecht und hat sich mental selbst runtergezogen. Das hat schon ganz am Anfang begonnen, als er versucht hat gute Scores zu feiern aber das immer mit einem fast fassungslosen Blick in seine Box wieder "schlecht" gemacht hat. Es lag heute an Nico selbst, an seiner eigenen Erwartungshaltung, am entstandenen Druck in der Favoritenrolle (mit großem Public Viewing in der Heimat etc) und am eigenen Anspruch. Nicht umsonst hat er stärker auf die Niederlage reagiert. Wann hat er sonst zuletzt in so einem wichtigen Moment das große Feld verpasst und ist ausgerastet? Das ist doch maximal ungewöhnlich. Vielleicht spielt auch mit rein, dass er mit seinem Spiel in letzter Zeit schon unzufrieden war, sich heute extrem viel vorgenommen hat und nichts hat funktioniert. Er hat sich wortwörtlich selbst runtergezogen.

    Das finde ich aber völlig normal, so eine Phase oder einen Moment haben die meisten Sportler. Er sollte daraus lernen, diese Erfahrung mitnehmen und ggf. ebenfalls mit einem Mentalcoach zusammenarbeiten. Funktioniert bei Luu Wenig auch gut und ist in anderen Sportarten ja schon die absolute Normalität.

    Fairerweise muss man sagen, dass Elmar dieses Spiel nicht kommentiert hat. Trotzdem sieht man da auch, dass Elmar nicht mehr so richtig Darts neben dem Kommentieren schaut

    Nein, das kann man nicht entschuldigen. Das war nicht "vor einiger Zeit", sondern in diesem genau gleichen Turnier - nichtmal eine Woche her. Auch Tim Wolters als Experte korrigiert nicht. Das ist schon außergewöhnlich peinlich, sorry.