Mal ehrlich: Abgesehen von Hopp sehe ich bei den deutschen Spielern null Fortschritte. Clemens scheint sich gefangen zu haben, das ist okay. Aber das eigentliche Problem ist ja nicht Stagnation, die wäre fast noch erfreulich. Bei vielen ist es ein massiver Einbruch. Springer bewegt sich noch einigermaßen im Rahmen, beim Rest ist es teilweise erschreckend. Da hilft auch kein Schönreden.
Man muss sich die Rahmenbedingungen mal vor Augen führen:
- so viele deutsche Tour-Card-Holder wie nie zuvor
- eine Masse an European-Tour-Events in Deutschland, inklusive Home Nation Qualifier
- direkte Qualiplätze, die es diese Saison für Springer, Schindler und Pietreczko noch gab
Gemessen daran ist das Ergebnis außerordentlich schwach. Schönreden bringt nichts, reines Meckern genauso wenig. Aber ansprechen sollte man es.
Den medialen Druck, von dem manchmal die Rede ist, sehe ich übrigens überhaupt nicht. Im Gegenteil: In Streams und im TV wird jede noch so gruselige Leistung verteidigt. Irgendwie war man immer nah dran, und es haben nur ein paar Momente gefehlt. Ja, so ist Darts. Aber wenn sich das dauerhaft wiederholt, ist es kein Zufall mehr.
Zur Einordnung: Schindler hat vor einem Jahr noch Richtung Premier League geschielt bzw. offen darüber gesprochen. Springer wurde von Kollegen als absoluter Topspieler bezeichnet. Mittlerweile geht das komplett in die falsche Richtung.
Was kann man ändern? Wir als Fans sowieso nichts, die Spieler sind für sich selbst verantwortlich. Am Geld liegt es bei den Genannten mit Sicherheit nicht (mehr). Preisgelder, Sponsoring und mediale Aufmerksamkeit sind inzwischen ordentlich. Wenn ein Ehlers nicht mithalten oder sich das Ganze nicht finanzieren kann, ist das nachvollziehbar. Bei den oben Genannten muss Kritik aber erlaubt sein.
Nur feiern und entschuldigen bringt niemanden weiter, egal ob im Sport, im Job oder privat. Sonst bleibt man in der Gute-Laune-Blase und wacht irgendwann böse auf. Dass es auch anders geht, zeigen genug andere prominente Dartspieler.