Beiträge von Damon van Burnett

    Ansonsten nochmal meine Meinung zu Schindler, da hier über die letzten Seiten sehr sehr viel diskutiert. Ich fand seine Saison 2025 nicht besser als 2024. Beim Preisgeld ist ein leichtes Plus erkennbar, was aber auch dem Preisgeldanstieg geschuldet ist. Unterm Strich hat er eine Saison gespielt, die vergleichbar mit 2024 war. Aber genau das ist für mich schon ein riesiger Erfolg. Es muss doch nicht immer schneller, höher, weiter sein. Die Vorsaison zu bestätigen und sich auf diesem Level konstant einzupendeln, ist für mich ebenso ein Entwicklungsschritt.

    Sich dann oben zu halten, ist für mich ein Erfolg, denn dort wird die Luft gewaltig dünn. Es gibt da einfach noch 8-10 Spieler, die ein höheres Level haben, was sich dann über die gesamte Saison hinweg auch zeigt. Insofern sind die Top 16 da meines Erachtens schon so ziemlich das höchste der Gefühle. Aber klar, auch er wird danach streben mal beim Major ganz weit zu kommen und irgendwann sollte ihm das hoffentlich auch mal gelingen. Aber vorerst finde ich Konstanz und die Bestätigung des Levels bereits einen Erfolg.

    Hier würde ich übrigens voll zustimmen, gerade bei der gefetteten Aussage. Ich kann zwar verstehen, dass bei Schindlers Ergebnissen in den Majors die Diskussion immer wieder aufflammt, aber dass er überhaupt in den Top 16 steht, muss man schon als riesigen Erfolg werten. Ich sehe ehrlich gesagt auch nicht, dass es da zukünftig noch weiter nach oben geht. Die 14 Spieler, die aktuell vor ihm stehen, sind in meinen Augen alle schlichtweg besser, über alle Turniere gesehen konstanter oder haben eben auch mal einen tiefen Run bei den Majors. Einzig Ryan Searle kann man da etwas in Klammern setzen, aber auch der hat schon ein Major Finale sowie jetzt das Halbfinale bei der WM vorzuweisen und bewegt sich darüber hinaus schon ein paar Jahre länger als Schindler im Umfeld der Top 16.

    Andererseits sehe ich mit dem (dauerhaften) Formverlust von Peter Wright, Michael Smith, Joe Cullen und Dimitri van den Bergh hinter Schindler aktuell auch nicht viele Spieler, die ich grundsätzlich stärker einschätzen würde. Im Grunde genommen nur Damon Heta, der für seine Verhältnisse etwas im Formtief hängt. Über kurz oder lang dürfte ihn wohl auch Wessel Nijman überholen. Jermaine Wattimena ist jetzt seit gut einem Jahr vielleicht etwas besser in Form als Schindler, muss das aber eben auch erst mal ein zweites Jahr bestätigen. Luke Woodhouse hat seit zwei Jahren eine gute Entwicklung genommen, muss aber auch erst mal beweisen, dass er Titel gewinnen kann. Dirk van Duijvenbode mag in seiner Topzeit noch stärker als Schindler gewesen sein, ist seit den Verletzungen aber deutlich schwankender in seinen Leistungen und ihm versagen in den Finalspielen auf der Bühne regelmäßig die Nerven.

    Für meinen Geschmack ein fast perfekter dritter Tag in der Q-School.

    EU

    Zu Matthias Ehlers habe ich ja schon nach seinem ersten Finale etwas geschrieben. Ich hätte ihn jetzt nicht unbedingt auf der Tour sehen müssen, aber wenn du an zwei Tagen das Finale erreichst, dann ist das natürlich absolut verdient. Mir wären neben den deutschen Favoriten Merk und Unterbuchner aus der zweiten Reihe zwar Klose, Rupprecht oder LML lieber gewesen, aber Ehlers oder auch Hilger waren eben nicht total abwegig und bringen an guten Tagen schon auch das Niveau mit. Für Rupprecht tut es mir leid. Den hätte ich echt gerne noch mal auf der Tour gesehen, aber dafür hätte er wohl direkt durchgehen müssen bzw. muss das jetzt am letzten Tag tun.

    Für Yorick Hofkens freut es mich hingegen sehr. Ich glaube zwar, dass die Tour bei ihm noch zu früh kommt, andererseits kann sich so ein Fenster auch irgendwann schließen und man schafft es vielleicht trotz allen Talents nie auf die Tour. Er wird ja wohl auch erst mal (vernünftigerweise) trotz Karte den Fokus auf die Ausbildung legen. Wenn man mal die ganz junge deutsche Riege um Florian Preis, Lenny Schlüter oder Kilian Hohnstedt nimmt, dann dürfte Hofkens da nach Preis auch schon am weitesten sein.

    Darüber hinaus ein starker Tag für die Belgier. In meiner Prediction vor der Final Stage hatte ich außer Brian Raman als möglichen Kandidaten ja nur Lennert Faes und Nunjo Dewaele für die Zukunft auf dem Schirm. Jetzt wäre Faes aber fast direkt durchgegangen und hat sich neben Bulen und Caron für die Rangliste in Stellung gebracht. Für die Euphorie in Belgien wäre es sicher nicht schlecht, wenn es noch einen zusätzlichen TCH geben würde, da bei den Zugpferden Dimi, Kim und MDD die Entwicklung ja stark rückläufig ist.

    Bei Michi Unterbuchner, Jeffrey de Zwaan und Andreas Harrysson mache ich mir nun ernsthafte Sorgen, ob sie es am letzten Tag noch reißen. Unterbuchner ist zwar grundsätzlich gut unterwegs, aber an allen drei Tagen völlig unnötig ausgeschieden. Auch Harrysson hat jetzt nach dem schwachen zweiten Tag eigentlich gut gespielt, aber eben keine Punkte gemacht. Selbiges gilt für de Zwaan, der sich zumindest leistungsmäßig gefangen hat. Für alle ist richtig Druck drauf.

    Daneben hoffe ich am letzten Tag auch noch auf Romeo Grbavac, Andy Baetens und Ben Robb. Robb ist leider in Teemu Harju gelaufen, der das ganze Spiel lang teils weit über 100 gespielt hat – um dann im nächsten Spiel mit unter 80 rauszugehen. Robb spielt aber eigentlich noch am konstantesten auf gutem Niveau. Baetens scheint zumindest mal die Form gefunden zu haben.

    Wenn es wenigstens noch die Hälfte dieser sechs Namen am letzten Tag neben dem schon sicheren Jimmy van Schie schafft, wäre ich mit der EU Q-School unter dem Strich zufrieden. Grundsätzlich könnte ich auch mit fast allen Spielern leben, die aktuell mit mindestens 5 Punkten schon recht weit oben in der Rangliste platziert sind.

    UK

    Im UK lief es für meine Vorstellungen dann nahezu perfekt. Charlie Manby und Shane McGuirk mit dem fast schon herbeigeredeten Run? Check. Stephen Burton und Steve Lennon weiterhin oben in der Rangliste mit dabei? Check. Harry Ward und Sam Spivey immer noch gut platziert? Check. Tom Sykes jetzt doch mit der Tourkarte? Check. Viel besser hätte es nicht laufen können.

    Bei Manby muss man jetzt aber noch auf einen weiteren tiefen Run am letzten Tag hoffen. Es wäre echt schade, wenn der mit seinem Niveau noch nicht auf die Tour kommt. In den letzten beiden Spielen ist ihm leider ein bisschen die Puste ausgegangen. Dürfte in dieser Saison ansonsten aber auch auf der Development Tour der Topfavorit für eine künftige Tourkarte sein.

    Ansonsten könnte ich mit den anderen Namen auf der Rangliste auch gut leben. David Sharp hat die letzten beiden Tage wirklich sehr konstant um die 90 und immer mindestens 85 gespielt. Bei Derek Coulson war bis auf das letzte Spiel sogar kein einziges unter 90 im Average dabei. Das ist wirklich bemerkenswert. Wäre auch eine ziemlich coole Story, denn mit 57 Jahren dürfte er einer der ältesten Spieler sein, der sich jemals in der Q-School durchgesetzt hat. Auf Anhieb fällt mir nur Ross Montgomery ein, der sich 2022 mit 59 Jahren durchgesetzt hat. Richie Burnett, Wayne Jones, Andy Hamilton, Alan Tabern und Darren Webster habe ich gerade mal gegengecheckt, die waren bei ihrem jeweils letzten Tourkartengewinn ein paar Jahre jünger.

    Bei Jim Williams, Dylan Slevin, Nathan Rafferty und Jack Tweddell ist meine Hoffnung hingegen mittlerweile verschwindend gering. Ausgerechnet die vier mussten sich am dritten Tag auch noch jeweils gegenseitig in der ersten Runde rausnehmen. Jim Williams hätte bei vollem Fokus sicher noch die Qualität, aber wenn er nur noch ein paar Turniere im Jahr spielt, ist die WDF für ihn vielleicht auch sinnvoller. Bei Slevin und Rafferty wäre es besonders schade, wenn die mit ihrem Talent verloren gehen, denn beide sind mittlerweile auch zu alt für die Dev Tour.

    Noch mal ein ausführliches Fazit zum zweiten Tag vor dem Start von Tag 3.

    EU

    Ich habe es schon geschrieben, aber verdienter als Cristo Reyes kann man wohl nicht auf die Tour zurückkehren. Ist jetzt natürlich auch keine Überraschung, weil er im Vorfeld einer der großen Favoriten war, aber im Endeffekt natürlich trotzdem eine gute Sache, weil er qualitativ einfach auf die Tour gehört. Ich denke, er hat auch gute Chancen sich wieder längerfristig auf der Pro Tour zu etablieren, das Niveau war jetzt schon echt konstant hoch. Ob es noch mal für die Top 32 reicht, würde ich aber bezweifeln.

    Sparidaans musste man im Vorfeld auch auf dem Zettel haben und das hat er dann mit zwei guten Tagen unter Beweis gestellt. Ich kann mich mit ihm auf der Tour durchaus anfreunden. Auf die Gefahr hin, dass ich mich hier jetzt unbeliebt mache, waren mir die Finalergebnisse auch ganz recht. Bei Matthias Ehlers wäre die Qualität für die Pro Tour nicht in diesem Ausmaß gegeben. Ich würde ihn in eine Kategorie mit beispielsweise auch einem Moritz Hilger packen. Ein gewisses Grundniveau mit rund Mitte 80 ist gegeben und an einem guten Tag kann es auch mal mit 90+ gegen einen der Profis reichen, aber auf Strecke ist das (noch) nicht konkurrenzfähig.

    In der Hinsicht hat mich allerdings Michele Turetta wirklich überrascht. Bis auf das Finalspiel war das eine beeindruckende Konstanz auf hohem Niveau. Er hatte im zweiten Jahr auf der Tour schon einige wirklich bessere Auftritte und war auch beim World Cup immer stark unterwegs, sodass ich da zwei weiteren Jahren auf der Tour nicht abgeneigt wäre. Es wäre zudem auch positiv für Südeuropa, wenn man neben Tricole für Frankreich und jetzt wieder Reyes für Spanien auch weiterhin einen TCH aus Italien dabei hätte.

    Bei de Zwaan ging das verlorene Finale von Tag 1 dann wohl doch ziemlich aufs Selbstvertrauen. Ich hoffe, dass er sich davon schnell erholt und es noch schafft. Bei Michi Unterbuchner bin ich weiterhin positiver Dinge, dass er die Tourkarte holt. Das Niveau stimmt, auch wenn es schon mehr Punkte hätten sein können. Aus deutscher Sicht haben auch Yorick Hofkens und Marvin Kraft Spaß gemacht, bei beiden würde eine Tourkarte in meinen Augen aber noch zu früh kommen.

    Ansonsten war es so ein bisschen der Tag der (Süd-)Osteuropäer. Pratnemer, Gawlas und Grbavac jetzt auch nicht ganz überraschend mit guten Ausgangspositionen. Jimmy van Schie und Jurjen van der Velde dürften auch zufrieden sein. Bei Harrysson hingegen werden die Sorgenfalten jetzt vielleicht doch etwas größer, während Baetens ein wichtiges Lebenszeichen gesendet hat. Von den Spielern mit drei Punkten bleiben auch Szaganski und Landman weiterhin gefährlich.

    Dann waren dieses Mal Walpen und Preis etwas im Pech, mit guten Leistungen gleich in der ersten Runde hängen zu bleiben, auch Goto und Sevada hat es gegen starke Gegner direkt zu Beginn erwischt. Ben Robb war zwar wieder stark unterwegs, hat dafür aber bisher einfach zu wenig Punkte gemacht. Da muss jetzt die letzten beiden Tage ein starker Run kommen. Wäre in meinen Augen sehr schade, wenn er es nicht packen würde. Campbell, de Sousa und Krcmar hingegen weiterhin enttäuschend und unter ihren Möglichkeiten unterwegs.

    UK

    Tja, im UK hatte ich ja im Bereich der letztjährigen Spieler auf der Challenge Tour Jack Tweddell sowie Tom Sykes als meine Favoriten und Carl Sneyd sowie Sam Spivey als meine Außenseiter auf dem Schirm, aber da sieht es jetzt so aus, als würden eher zweitere die Tourkarten klar machen. Tweddell geht aber auch sehr unglücklich mit knapp 100 gleich in Runde 1 raus. Sneyd ist schon durch und Spivey dürfte über die Rangliste gute Chancen haben. Wären für mich beide so im Bereich eines Tom Bissell. Wird am Ende nicht für die Top 64 reichen, aber sind kein reines Kanonenfutter und der eine oder andere Sieg auf der Tour ist schon drin.

    Wenig überraschend schlagen sich ansonsten Steve Lennon und Stephen Burton ganz gut. Die standen für mich ja auch von allen Spielern, die mit dem Saisonablauf ihre Tourkarte verloren haben, ganz oben auf der Liste für die direkte Rückkehr auf die Tour. Finde auch, dass hier die Bewertung „zu gut für die Q-School, zu schlecht für die Tour“, die auch einige im Thread geäußert haben, zu harsch ist.

    Bei Lennon ist das Niveau in den letzten Jahren zwar durchaus abgesackt, aber der hat vorher auch sieben Jahre am Stück die Karte gehalten und mit einem Major Viertelfinale und einem Euro Tour Finale (nicht zu vergessen das Finale im World Cup) schon ein paar Duftmarken gesetzt. Und Burton hat die Karte immerhin auch schon mal verteidigt und jetzt nur ganz knapp wegen 1.000 Pfund verloren. Von den Leuten in der UK Q-School bringen die für mich beide schon am ehesten das Niveau für die Tour mit.

    Eine weitere große Überraschung ist hingegen Niall Culleton. Der hat sich bis auf die starke Performance im Halbfinale ehrlich gesagt ziemlich durchgemogelt, aber auch das ist eben die Q-School. Große Hoffnungen auf der Erhalt der Tourkarte dürfte er somit aber nicht haben. Immerhin eine schöne Geschichte mit dem erstmaligen Erfolg bei der achten Teilnahme und ein weiterer Ire auf der Tour.

    Bei Harry Ward sieht es glücklicherweise weiterhin gut aus. Vom potenziellen A-Game ist er für mich von den Spielern in der Q-School ganz weit oben anzusiedeln. Hat aber leider auch immer mal ein Spiel um die 80 herum, das ihn dann kostet. Könnte am Ende bei Punktgleichheit von seiner hervorragenden Leg Difference profitieren.

    Dahinter ist und wird es zum Ende hin in der Rangliste echt brutal eng. Goddard, Sharp und Grearson haben heute gut gepunktet, aber wenn du die Chance auf die direkte Karte hast, musst du sie eigentlich nutzen. Tyler Thrope ist nach dem Finale am ersten Tag jetzt schon aus den sicheren Qualifikationsplätzen gefallen. Von den ehemals erfolgreichen Veteranen sind Hughes, Waites, Beaton, King und Henderson alle noch in der Verlosung, aber da kann dann eben ganz schnell die fehlende Konstanz einen Strich durch die Rechnung machen.

    Nennenswert ansonsten noch Slevin, der einen ganz guten Tag hatte. Das wird so aber nicht reichen, da muss mindestens noch ein richtig tiefer Run her. Manby wieder etwas im Pech, dass er mit 97 in der zweiten Runde rausgeht. Der hat aber auf jeden Fall die Qualität, um einen der verbleibenden Tage voll durchzuziehen. Das gilt in geringerem Maße für mich auch noch bei McGuirk, der immerhin konstant um die 90 spielt, aber jetzt wohl auch die Direktqualifikation benötigt.

    Ich tippe mal auf Turetta und Reyes in der EU sowie Lennon und Culleton im UK. Gerade Turetta und Reyes waren doch verdammt stark heute, fast alles Mitte 90 gespielt.

    Naja, immerhin 50 Prozent. Da habe ich glaube ich aktuell sogar in meiner großen Prediction vor dem ersten Finaltag eine bessere Trefferquote :D

    Reyes aber natürlich unfassbar verdient. Ich hoffe, er spielt auch wieder die komplette Tour. Wenn ich mich recht erinnere, hat er ja damals mit der aufkommenden Coronapandemie aufgehört zu spielen, weil er wegen den ganzen Quarantänebeschränkungen Teneriffa nicht verlassen wollte. Hat 2020 sogar noch die Tourcard gehalten, obwohl er in dem Jahr nur eine Handvoll Turniere gespielt hat.

    Es würde wahrscheinlich Generationen 'unterhalten'... und die Plätze im Ally Pally fielen dann unter das Erbrecht..

    Ich kann es ja irgendwo verstehen, dass die meisten Leute keine langsamen Spieler mögen. Ist im modernen Darts ja mittlerweile auch eher die Ausnahme. Aber wenn ich da an die alten Zeiten zurückdenke. Ein Phil Taylor würde heute als langsamer Spieler gelten. Dennis Priestley würde von Joe Cullen wahrscheinlich sogar des Betruges bezichtigt werden. Man müsste vielleicht mal die Matchzeiten vergleichen, wie die damaligen WM-Finals zwischen Taylor und Priestley mit heutigen Spielen abschneiden würden.

    Sam Spivey war vergangene Saison unter anderem auch mit einem Turniersieg in den Top Ten der Challenge Tour. Durfte glaube ich auch ein paar Mal auf der Pro Tour nachrücken. Aus dem Bereich der Challenge Tour waren zwar vor allem Jack Tweddell und Tom Sykes meine Favoriten auf eine mögliche Tourkarte, aber da hatte ich Carl Sneyd und Sam Spivey zumindest auch als Außenseiter auf dem Zettel.

    Vielleicht kann ihm ja sein Landsmann Damon Heta weiterhelfen...

    Der hat sich sein Haus in Leicester bekanntlich schon mal mit Dimi geteilt. Da könnten sie sich direkt zusammen auf den World Cup vorbereiten ^^

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    Ich hätte nichts dagegen, wenn sich auch in Zukunft nach Kai Gotthardt und Arno Merk jeder Sieger der Super League gut auf der WM Bühne präsentiert und sich die Tour Card der Tagessieg in der darauffolgenden Q School holt.

    Das halte ich bei der aktuellen Ausgestaltung der Super League und der Q-School für gar nicht mal so abwegig. Zumindest den Teil mit dem Gewinn der Tourkarte. Die EU Q-School dürfte auch zukünftig die Mehrheit der neuen Tourkarten stellen und der Sieger der Super League wird sich ja weiterhin aus den besten Non-TCH der DACH-Region rekrutieren.

    Da die Super League in der Regel erst zwei Monate vor der nächsten Q-School gespielt wird, sollte beim Gewinner auch zur Q-School noch ein gewisses Momentum vorhanden sein. So zählt der Sieger der Super League doch schon fast zwangsläufig zum erweiterten Favoritenkreis für die EU Q-School, sofern er auch beabsichtigt, auf den Gewinn einer Tourkarte zu gehen. Dass es dann so glatt wie zuletzt bei Gotthardt und Merk läuft, kann man in der Form aber natürlich nicht voraussetzen.

    Vor allem wenn man bedenkt das Kosten ja gestiegen sind , dann sicherlich auch etwas die Vergütungen... Also mit den Jahren. Dazu kommt, das ein etablierter Experte über mehrere Jahre der beliebt ist (ich nehme da auf aktuell bezogen mal Robbie + Max) sicherlich ggf. noch 1-2 Euro mehr bezieht. Also finde das schon sehr ordentlich...


    Bei der Entwicklung von Sport1 in den letzten Jahren würde ich jetzt nicht unbedingt darauf setzen, dass da irgendwelche Gagen gestiegen sind. Gerade seit dem Teilverkauf des Senders im Jahr 2024 ist die Nachrichtenlage ja äußerst negativ. Da wird mitunter schon die Zukunft des Senders infrage gestellt. Wobei man natürlich sagen muss, dass gerade die WM im Dezember noch ein echter (und einer der wenigen) Quotenbringer für Sport1 ist, sodass zumindest dafür auch die Werbeeinnahmen stimmen sollten.

    Nunja, da war ich ja mit meinen Einschätzungen vorhin ganz passabel unterwegs. Mal mein Fazit zum ersten Tag.

    EU

    Freut mich für Arno Merk, dass er das Momentum der letzten Wochen und Monaten mitnehmen konnte und sich verdientermaßen die Tourkarte erspielt hat. War für mich aber ehrlich gesagt auch irgendwo erwartbar. Merk hat schon in der Super League gezeigt, dass er auch unter Druck und in Hinblick auf ein großes Ziel souverän aufspielen und die entscheidenden Legs mitnehmen kann.

    Wie schon gesagt, kommt für mich der echte Test jetzt auf der Tour, wo man als Neuling auch mal reihenweise gegen Topspieler rausgehen und über einen längeren Zeitraum ohne Erfolgserlebnis bleiben kann. Sich dann ohne großes Selbstvertrauen wieder aus einer Krise herauszuarbeiten und die Karte zu halten, dürfte die größte Herausforderung sein. Denn ich will jetzt nicht unken, aber die Parallelen zu Kai Gotthardt aus dem Vorjahr sind schon da.

    Filip Bereza hingegen ist eine riesige Überraschung und aus deutscher Sicht auch sehr schade – das hätte auch gut und gerne der Weg von Michi Unterbuchner zur Karte sein können. Die Leistung hat bei Unterbuchner aber gestimmt und ich bin positiver Dinge, dass er die nächsten Tage auch noch seine Tourkarte holt. Mit zwei neuen Karten – und vor allem zwei voraussichtlich konkurrenzfähigen Spielern auf der Tour – für Deutschland könnte man dann auch sehr zufrieden sein. Ich finde, dass Björn Quoiffy (den ich überhaupt nicht kenne) sowie Kilian Hohnstedt ansonsten noch einen guten Tag hatten, mache mir da aber keine Hoffnungen auf eine Karte.

    Für Sparidaans und de Zwaan waren die Niederlagen natürlich bitter, sie sollten es aber beide noch schaffen. Auch wenn das ein ziemlicher Schlag fürs Selbstbewusstsein gewesen sein dürfte, sind beide eigentlich zu gut, um die restlichen Tage keine Punkte mehr zu holen. Gerade de Zwaan hat in dieser Q-School jetzt schon mit einigen 100+ Averages gezeigt, dass er absolut zurück auf die Tour gehört. Bei ihm war ja eher das Problem, dass die Schulter bei Dauerbelastung Probleme gemacht hatte, weshalb er vergangenes Jahr teilweise überhaupt nicht mehr trainiert hat.

    Ansonsten hatten noch einige weitere Favoriten und übliche Verdächtige gute Tage. Harrysson und Pratnemer dürften zufrieden sein, auch für Mol, Meulenkamp, van Schie, Sevada oder Gawlas lief es okay. Neben Bereza war für mich Maikel Verberk die größte Überraschung. Der galt doch mal zusammen mit einem Justin van Tergouw wirklich als eines der größten niederländischen Talente, ist dann aber ziemlich in der Versenkung verschwunden. Hat bisher aber ganz gut aufgespielt.

    Landman, Grbavac, Goto, Szaganski oder auch Walpen hatten etwas Pech, dass sie mit jeweils guten Leistungen bereits in der zweiten Runde auf einen noch stärkeren Gegner getroffen sind. Selbiges gilt für Robb, Preis und Stöckli in Runde 1. Krcmar, Campbell, de Sousa und vor allem Baetens hingegen eher enttäuschend. Für Reyes, mit einem der höchsten Loser Averages des ersten Tages, und Rupprecht, der trotz eines zehn Punkte besseren Averages rausgeht, war es auch nix.

    UK

    Großes Kompliment an Rhys Griffin, der wirklich nichts hat anbrennen lassen. Bis auf ein Spiel alles über 90. Vom Gefühl her ging das schon Richtung bester Average des Tages. Ist zwar jetzt auch niemand, den ich unbedingt auf der Tour sehen muss (wenn er da mal so spielen würde), aber zwischenzeitlich war da durchaus eine Entwicklung erkennbar, dass es vielleicht noch mal was wird. Die dartsverrückte Familie sollte auch helfen.

    Adam Leek ist für mich hingegen fast genauso eine große Überraschung wie Bereza in der EU. Ich kenne den Namen zwar, aber bei den Turnieren in Australien (WDF, DPA, ADA) ist er jetzt nie groß aus dem Feld herausgestochen. Hat zwar immer mal ein paar Spiele gewonnen, war aber eigentlich nie ein Thema für den Turniersieg. Zuletzt recht solide im Bereich um die Anfang 80, aber schon auf der First Stage waren ja ein paar 100+ Averages dabei. Jetzt mit ordentlichen, aber keinen überragenden Leistungen um die 90 die Tourkarte klar gemacht. Kann man mal machen.

    Scotty Waites hatte ich solch einen Run ja im Voraus zugetraut. Drei Mal die engen Spiele im Decider gezogen, da macht sich halt die Erfahrung bezahlt. Das Niveau war auch gut genug, dass es zurück Richtung Tourkarte gehen könnte. Tyler Thorpe hatte ich hingegen nicht auf dem Zettel, aber der war ja vergangene Saison schon auf der Dev Tour gut unterwegs, unter anderem auch mit einem Titel. Könnte ich in beiden Fällen mit leben, wenn es auf die Pro Tour geht.

    Derek Coulson und Stephen Rosney haben schon auf der First Stage zu den besseren Spielern gehört. Ist für beide eine gute Ausgangslage und gegen einen weiteren Waliser oder Iren auf der Tour sage ich nichts. Steve Beaton hat mich dann doch etwas überrascht, wie konstant er bis auf die erste Runde war. Hält zusammen mit Hendo dann doch die Fahne der Veteranen hoch.

    Ob es für Jarred Cole und Jack Aldridge reicht, finde ich relativ spannend. Da sind bei beiden schon hin und wieder 90er Averages dabei, aber eben nicht so konstant. Harry Ward heute auch mit großen Schwankungen, aber das geht sich hoffentlich aus. Ansonsten viele der zu erwartenden Namen wie Hughes, Lennon, Evans, Kirk, Walker oder auch Jim Williams mit einem soliden Tag und einigen Punkten. Bei Henry Coates freuen mich die zwei bisherigen Punkte besonders.

    Etwas enttäuschend für mich hingegen die Ergebnisse von McGuirk, Slevin, Rafferty, Adam Hunt oder auch Sykes, wobei bis auf Slevins Zweitrundenmatch die Leistungen in Ordnung waren. Dazu Charlie Manby im Pech, der mit fast 100 im Average schon in Runde 1 fliegt. Die Leistung sollte aber Mut machen, dass er die nächsten Tage marschiert.

    Hallo in die Runde!

    Und hier meine Erwartungen für die Final Stage.

    UK

    Von den Spielern, die ihre Tourkarte verloren haben, zählen für mich Steve Lennon, Dylan Slevin, Adam Hunt, Stephen Burton, Darren Beveridge und Matty Dennant zu den Favoriten. Lennon hat das Grundniveau für die Tour und auch mit die meiste Erfahrung. Selbiges gilt auch für Burton, der die Karte ja auch am knappsten verloren hat. Beveridge und Dennant waren zuletzt gut in Form, was auch die jeweilige Quali für die WM gezeigt hat. Slevin sollte zumindest das Talent mitbringen, um sich die Karte zurückzuholen. Im Herbst waren zuletzt auch die Leistungen und Ergebnisse wieder etwas besser. Und Hunt ist nun einmal der absolute Spezialist für Qualifikationen jeder Art.

    Sehr gerne würde ich auch Jim Williams und Nathan Rafferty wieder auf der Tour sehen, aber da sind meine Hoffnungen doch eher gedämpft. Bei Williams fehlt seit geraumer Zeit einfach der Fokus auf Darts und Rafferty ist trotz vieler Erfolge im Jugendbereich bisher nie wirklich auf der Profitour angekommen. Fallon Sherrock wäre zusammen mit Beau Greaves natürlich auch eine schöne Geschichte, aber bei Fallon fehlt aktuell die Konstanz vergangener Jahre.

    Von den jungen Spielern würde ich natürlich gerne (wie wahrscheinlich auch die meisten User hier) Charlie Manby auf der Tour sehen, aber auch Henry Coates und Keelan Kay halte ich für zwei spannende Talente, denen ich die Erfahrung auf der Pro Tour gönnen würde. Einen Jenson Walker muss man hier sicher auch nennen, der gute Chancen auf die Karte haben dürfte.

    Auf der anderen Seite des Spektrums sollte man meiner Meinung nach auch immer die beiden ehemaligen BDO-Größen Scott Waites und Scott Mitchell auf der Rechnung haben. An einem guten Tag sind das für mich zwei Kandidaten, die durchmarschieren können, weil sie sowohl die Qualität als auch die Erfahrung mitbringen. Ob es bei Spielern wie Mervyn King oder Steve Beaton hingegen reicht, halte ich für fraglich. Da dürfte sich eher Hendo noch was ausrechnen.

    Wenn ich mir die Leistungen der letztjährigen Q-School und Challenge Tour anschaue, dann zählen aus dem Bereich für mich vor allem Jack Tweddell und Tom Sykes zu den Anwärtern auf eine Tourkarte. Sam Spivey, Carl Sneyd und Tommy Lishman würde ich ebenso Chancen einräumen.

    Ansonsten würde ich mir vor allem noch Shane McGuirk als starken Iren und einen der kürzlichen Lakeside Champions sowie Harry Ward nach seinem Comeback auf der Tour wünschen. Beide haben bereits nachgewiesen, dass sie die Qualität dafür haben. Gerade Ward war ja damals vor seinem überraschenden Karriereende mit einem Titel auf der Pro Tour sogar richtig gut dabei.

    EU

    Auf EU-Seite sind für mich eigentlich nur Radek Szaganski und vor allem Andy Baetens klare Kandidaten, um sich die verlorene Tourkarte direkt zurückzuholen. Gerade bei Baetens war der Trend zuletzt doch sehr positiv und man konnte den Eindruck gewinnen, dass er endlich in der PDC angekommen ist. Matt Campbell, Chris Landman und wenn sie halbwegs in Form sind José de Sousa und Jelle Klaasen muss man sicher auch Chancen ausrechnen, aber das sind alles sehr wechselhafte Spieler, wo es stark auf die Tagesform ankommen wird.

    Die beiden großen Favoriten in der EU sind nach ihren Auftritten bei der WM natürlich Andreas Harrysson und Cristo Reyes. Wenn die einigermaßen ihr Spiel durchbringen, sollten sie eigentlich auch durchgehen. Ansonsten bringen naturgemäß die Niederländer einige Kandidaten mit, allen voran Jurjen van der Velde und Jamai van den Herik. Nach den Leistungen aus der First Stage dürfte auch Jeffrey de Zwaan eine realistische Chance zur Rückkehr auf die Tour besitzen. Wenn er seine Verletzungsprobleme in den Griff bekommt, gehört er da auch allemal hin. Zudem sollte Jimmy van Schie als Lakeside und Masters Champion bei der WDF das Niveau mitbringen.

    Aus deutscher Sicht sind sicher Michael Unterbuchner und Arno Merk die größten Hoffnungsträger. Wenn er die Tour dieses Mal voll angeht, sehe ich vor allem bei Unterbuchner auch das Potential für einen längerfristigen Erhalt der Karte. Ich vergleiche ihn immer ganz gerne mit Gabriel Clemens – vielleicht nicht den Prime Gaga von vor einigen Jahren, aber das Niveau von Clemens in den letzten Jahren kann auch ein Unterbuchner konstant abrufen. Bei Merk müsste man mal abwarten, was passiert, wenn er auf der Tour regelmäßig starke Gegner spielt und einige Niederlagen einstecken muss. Da kann die Saison dann auch ganz schnell wie bei Kai Gotthardt verlaufen. Er hat bei der WM natürlich gut gespielt, aber bereits hier auf der Final Stage dürften teils schwierigere Gegner warten als ein Kim Huybrechts im Herbst der Karriere und ein formschwacher Peter Wright.

    Persönlich würde ich in der EU tatsächlich am liebsten einen Neuseeländer erfolgreich sehen. Ich bin schon seit einigen Jahren ein großer Fan von Ben Robb und sehe in ihm das Potenzial für eine Karriere bei der PDC. Für mich ist er nach Damon Heta der Spieler mit dem meisten Talent aus Ozeanien, auch wenn beispielsweise ein Raymond Smith vielleicht ein konstanteres Grundniveau spielt oder ein Jonny Tata zuletzt eine bessere Form aufwies. Robb hat die DPNZ Tour viele Jahre mit guten Averages dominiert, ehe zuletzt ein kleiner Formknick kam. Die kürzlichen Auftritte bei der Lakeside geben mir aber die Hoffnung, dass er es dieses Jahr endlich schafft.

    Darüber hinaus muss man sicherlich noch die starken Kroaten auf dem Zettel haben, vor allem natürlich Big Bad Boris. Wenn sie das Niveau aus der First Stage halten können, sind aber auch Romeo Grbavac und Tomislav Rosandic Kandidaten. Geht man nach der Form auf ihren heimischen Touren sind auch Teemu Harju, Tomoya Goto und Adam Sevada zu nennen, wobei Sevada bei der WM wirklich arge Probleme hatte.

    Aus der zweiten Reihe sind dann auch Spieler wie Daniel Klose, Benjamin Pratnemer, José Justicia, Jesús Noguera, Jeffrey Sparidaans, Danny Jansen oder Adam Gawlas für mich mögliche Kandidaten. Die haben alle die Qualität und die Erfahrungen, um sich mit einem guten Tag direkt zu qualifizieren oder eine aussichtsreiche Ausgangslage über die Rangliste zu verschaffen. Aus deutscher Sicht kann man auch noch auf Pascal Rupprecht und Liam Maendl-Lawrence hoffen, die zumindest das Talent mitbringen. Für Florian Preis käme die Tour vielleicht noch zu früh.

    Hallo in die Runde!

    Für mich ist die Q-School neben der ersten Runde der Weltmeisterschaft und dem World Cup – wo man die Spieler der vielen Affiliate Tours auch mal im TV sehen kann und weshalb ich auch ein großer Freund der Aufstockung des WM-Teilnehmerfeldes auf 128 Spieler war – jedes Jahr das spannendste Turnier im Kalender. Schließlich entscheidet sich hier, welche neuen (oder alten) Gesichter man in den kommenden beiden Saisons auf der Tour verfolgen kann.

    Passend zum Jahreswechsel und dem Beginn der neuen Saison habe ich mich deshalb jetzt auch endlich dazu entschlossen, mich hier im Forum als User zu registrieren, nachdem ich nun schon seit vielen Jahren ein stiller Mitleser war. Da die Registrierung für neue User leider wegen der kürzlichen WM immer noch eingeschränkt war, kommt mein erster Post jetzt jedoch etwas verspätet.

    Ich hatte den folgenden Text mit meinen Einschätzungen zur First Stage und meinen Erwartungen für die Final Stage bereits gestern Abend bzw. heute Morgen vorgeschrieben. Auch wenn der erste Tag der Final Stage jetzt schon angebrochen ist, wollte ich meine Gedanken dennoch hier im Forum teilen. Immerhin habe ich heute auch noch nicht in DartConnect reingeschaut. Bei den Turnieren auf dem Floor steige ich grundsätzlich gerne erst nach den ersten eins, zwei Runden ein, damit ich nicht den ganzen Tag lang in irgendwelchen Matchcentern und auf DartsRankings rumhänge.

    Hier mal meine Einschätzungen zur First Stage.

    UK

    Für mich war es in dieser Anzahl echt überraschend, dass die Iren so gut abgeschnitten haben. Wobei es da ja mit Michael Flynn, Dylan Dowling und vor allem Conor Heneghan sogar noch drei relativ bekannte Namen erwischt hat. Letzterem hätte ich sogar in der Final Stage etwas zugetraut, auch wenn die Entwicklung in den letzten Jahren stagniert ist. Klar hätte es mit den Leistungen dann eh nicht gereicht, aber mit drei Mal 80+ kein einziges Spiel zu gewinnen, ist schon etwas hart.

    Das zeigt aber auf, dass es in Irland jetzt seit einigen Jahren in der zweiten/dritten Reihe und vor allem im Jugendbereich eine echte Entwicklung gibt. Das wird sich denke ich über kurz oder lang auch irgendwann auf die Anzahl der Tourcard Holder auswirken. Lange Zeit war ja William O’Connor die einzige Konstante. Dann hatte man noch mal ein paar Jahre Veteranen wie Connie Finnan und Mick McGowan dahinter, ehe es dann mit Steve Lennon, Keane Barry, Dylan Slevin oder auch Ciarán Teehan schon einmal ein Schwung junger Iren auf die Tour geschafft hat. Bei Lennon und vor allem Teehan ging das Niveau die letzten Jahre aber teils deutlich runter, bei Slevin ist die Entwicklung nicht gut und Barry konnte die hohen Erwartungen im Herrenbereich bisher auch noch nicht erfüllen.

    Ansonsten sind wieder einmal viele der alten Recken bereits in der First Stage gescheitert. Ich finde das ja immer etwas traurig, wenn man dann die Averages von ehemaligen Topspielern so sieht. Aber das ist wohl der Lauf der Zeit. Bei einigen Leuten wie Kevin Painter kann ich es aber auch nicht nachvollziehen, warum er es überhaupt noch versucht. Ich verstehe zwar, dass für einige, die ihre Profikarriere bereits beendet haben, jetzt die Senior Tour als Einnahmequelle weggefallen ist. Ein gewisses Niveau, wie es beispielsweise Steve Beaton oder John Henderson noch aufweisen können, braucht es dann aber schon.

    Adrian Gray und vor allem Richie Burnett (der kann zumindest noch mal nachrücken) hätte ich dann aber schon auch noch mal gerne in der Final Stage gesehen. Für John Part hingegen ist die Quali für die Final Stage natürlich noch einmal eine schöne Geschichte, auch wenn er da absolut nicht konkurrenzfähig sein wird. Bei ihm hoffe ich ja immer noch, dass er sich mit einem guten Turnier mal für das nordamerikanische World Series Event qualifizieren kann. Das dürfte zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere wohl noch mal das höchste der Gefühle sein.

    Sehr schade hingegen war das Fehlen von Keegan Brown. Bei ihm hatte ich letztes Jahr auf der Challenge Tour das Gefühl, dass er langsam wieder in Form kommt. Er ist ja zuerst während der Coronapandemie abgesackt, als er den Fokus mehr auf seinen Job im medizinischen Bereich gelegt hat und danach kamen noch Verletzungsprobleme hinzu, die zum Verlust seiner Tourkarte beigetragen haben. Ich vergleiche ihn immer gerne mit einem Ricky Evans oder einem Jeffrey de Zwaan. Ich glaube mit vollem Fokus auf Darts und ohne Verletzungsprobleme hätte er immer noch das Potenzial für die Top 32.

    Darüber hinaus gibt es noch ein paar weitere Namen, die ich gerne in der Final Stage gesehen bzw. mit deren Qualifikation ich gerechnet hätte:

    Archie Self (gut, der hat noch Zeit)

    Gemma Hayter (ist hinter der weiblichen Spitze sicherlich die talentierteste Spielerin)

    Lewis Gurney (könnte zumindest nach dem ersten Tag nachrücken)

    Owen Maiden

    Michael Burgoine

    Ashley Coleman

    Daniel Astbury

    Daniel Perry

    EU

    Auch hier war es für mich relativ überraschend, wie viele Italiener und Spanier gespielt haben und wie gut sie teils auch in der Breite abgeschnitten haben. Haben sich ja neben dem großen Favoriten Cristo Reyes dann doch ein paar in die Final Stage gespielt. Gut, Justicia und Noguera hatten jeweils schon mal eine Tourkarte und auch Massimo Dante war immerhin schon mal beim World Cup dabei. War aber trotzdem bemerkenswert.

    Vor allem, wenn man auch noch die Franzosen aus dem mediterranen Raum dazunimmt. Da hat sich mit Nicolas Thuillier (dem ich sogar Außenseiterchancen ausrechne, den Labre von 2023 zu machen) immerhin auch ein Spieler durchgesetzt und mit Gislette und Le Calvez haben zwei an der Final Stage geschnuppert. Insgesamt doch ein positiver Trend aus Südeuropa, wenn man zudem die Achtungserfolge von Frankreich und Italien beim World Cup betrachtet, auch wenn Labre und Turetta in den vergangenen Jahren abgeschlagen ihre Karten verloren haben.

    Etwas enttäuscht war ich hingegen von den Nord- und Osteuropäern, insbesondere aber von den Tschechen. Da haben mit Krivka, Smeijda, Benecky, Jirkal, Sedlak und Smolik doch eine ganze Reihe von Spielern, denen man die Final Stage durchaus zutrauen konnte, ihre Leistung nicht gebracht. Mit Cavajda als Tagessieger und Moravcik sowie Pisek als Nachrücker sind immerhin noch drei auf den letzten Drücker über die Ziellinie. Auch bei den Polen (Kciuk, Steyer) und Ungarn (Borbely, Jehirszki) haben es ausgerechnet die größeren Namen nicht geschafft.

    Bei den Belgiern sah es zwischenzeitlich auch ziemlich schlecht aus, aber die haben sich am Ende gerade noch gefangen. Ich denke aber außer vielleicht Brian Raman wird da keiner wirklich um eine Tourkarte mitspielen können. Lennert Faes und Nunjo Dewaele sind vielleicht mal für die Zukunft ganz interessant. Die waren auf der Development Tour jetzt nicht ganz verkehrt unterwegs. Luc Bogaert hatte hingegen ziemlich Pech. Wenn du in der EU Q-School jedes Spiel mit 80+ unterwegs bist und keinen einzigen Punkt holst, ist das schon bitter.

    Bitter lief die First Stage auch für Österreich. Tringler hätte ich es nach den letzten beiden Jahren ja echt gegönnt und Rowby ist auch immer für einen Run gut, aber da stimmt wohl bei beiden die Form aktuell einfach nicht. Bei Rainer Sturm muss man denke ich schon das Erreichen der Final Stage als Erfolg werten. Die Schweiz hat mit Bruno Stöckli und Marcel Walpen ihre beiden Kandidaten durchgebracht.

    Die beiden größten Enttäuschungen waren für mich Anton Östlund und Franz Rötzsch. Östlund hat letztes Jahr immerhin konstant 85+ gespielt und ist nur knapp an einer Tourkarte gescheitert. Da haben aber vergangene Saison dann auch schon auf der Nordic & Baltic Tour die Ergebnisse nicht mehr so gestimmt. Bei Franz Rötzsch ist man es ja gewohnt, dass er in seiner Leistung immer etwas zwischen Genie und Wahnsinn schwankt. Aber es dann nicht einmal die Final Stage zu schaffen, ist schon hart. Mit etwas mehr Konstanz und Entwicklung könnte er in meinen Augen durchaus den Weg von seinem Buddy Lukas Wenig einschlagen. Das Potenzial dazu hat er.

    Aus deutscher Sicht hätte man ansonsten sicher noch bei Troppmann und Bohrmann ein Weiterkommen erwarten können, bei Lenny Schlüter war zumindest die Hoffnung da, aber der hat noch mehr als genug Zeit. Zudem hätte ich bei den Niederländern auf jeden Fall noch mit Jarno Bottenberg und Owen Roelofs gerechnet, wobei bei Letzterem die Entwicklung nun auch schon längere Zeit rückläufig ist.