Gestern war wieder ein Meisterschaftsabend an dem ich eingesetzt wurde und ich habe in den letzten beiden Monaten Fortschritte gemacht- obwohl ich mich sicherlich nicht als geheilt bezeichnen kann.
Was ich aber jetzt mache:
- Ich mixe nicht mehr E- und Steeldart. Früher habe ich mich immer bei der e-dartmeisterschaft mit Steel eingeworfen, das mache ich nicht mehr.
- Ich spiele nicht mehr nach festen trainingszeiten, sondern nur dann wann ich Lust habe UND ich auch merke dass in diesem Moment die dartitis nicht so stark ausgeprägt ist. Das merke ich schon nach ein paar Pfeilen- Lackmustest ist die 19. Wenn die 19 in der Mauer landet, versuche ich es erst gar nicht mehr. In den letzten Monaten hatte ich mehr "Gummiadler" in irgendeiner Kneipe für ein spielchen zwischendurch in der Hand als meine eigenen Pfeile. Wenn ich die dann wieder in die Hand nahm, ging es tatsächlich besser. Negativer Effekt: Beim Mannschaftstraining fehle ich weitgehend.
- Beim Einspielen ist die dartitis immer latent. Einmal stärker einmal schwächer. Ich werfe mich nicht mit dem eigentlichen wurf ein, sondern verwende einen ganz einfachen 08/15-Wurf. Ich werfe mich alleine ein, bei Steel zuerst die 20 dann langsam zaghafte Versuche mit 2x 20 einmal 19. Erst zum Schluss versuche ich die Doubles. Ist sie schlimm und will trotzdem spielen, werfe ich nur auf die obere Boardhälfte, dann die untere Boardhälfte. Es hat sich auch bewährt von der halben Distanz zu spielen, also nur das board treffen, dann erst auf die Normaldistanz zu gehen. Beim Edart bin ich lange vor meinen Kollegen im Lokal und werfe mich mit zig Spielen 301 open out ein- alleine. Da gibt es dann recht schnell erste Erfolgserlebnisse, beim 501 do würde ich in den ersten Partien mindestens 60-70 Darts oder noch mehr brauchen. Dass das net motivierend ist, brauche ich hier nicht zu erzählen.
- Werde ich in der Meisterschaft eingesetzt, dann gehe ich am Vormittag in das fitnesstudio, mache Übungen für Unterarm, Schulter, Nacken und Rücken mit extrem leichten Damengewichten. Da steht für mich auch nicht meine Figur (angebermodus/on ich gehöre zu der 2%-Elite der Dartspieler bei denen die Muskulatur, nicht das Körperfett das Trikot spannt angebermodus/off) sondern allgemeine Mobilisation und Lockerung der Muskulatur im Vordergrund.
Ergebnis: Geheilt bin ich noch lange nicht. Aber immerhin habe ich doch dann und wann wieder ein shortleg geschafft, einmal nach einem 140-135 Finish vor Freude richtiggehend geweint. Die Vorbeeitungszeiten verkürzen sich und Alkohol brauche ich auch nimmer so viel. 5 Bierchen bis zum letzten Spiel haben es gestern auch getan- Negativwert seit einigen Jahren. Gestern spielte ich zwar keinen Shortleg, hatte die gegner aber immer im Griff, ließ nur 2-3 Legdarts gegen mich zu. Die waren zugegebenermaßen schwach, aber noch 2008 hätte ich gegen dieselben Leute wenn überhaupt dann nur mit 3 Bier/Leg und nach einer wahrlichen schlacht mit zig versiebten Matchdarts auf beiden seiten gewonnen. Einmal schaffte ich einen Leg mit einer 5 zu eröffnen, dann folgten 17 Single 20iger in Serie- die Serie endete mit einer 60. Hatte ich auch schon lang nicht mehr und war für mich wertvoller als so manche 180 der 11 und 26 etc. folgten.
Jetzt habe ich zwei Monate Zeit bis der Ligabetrieb wieder weitergeht, Zeit also die sache zu optimieren. der nächste schritt wird es sein, Darts völlig nüchtern am Morgen zu lernen, ja lernen ist der richtige Ausdruck dafür. Gelingt mir dieser schritt, dann und nur dann nehme ich wieder an Turnieren teil die mitten in der Nacht beginnen.
Nochmals vielen herzlichen dank für die Tips an dieser Stelle. Es war kein Patentrezept dabei, aber viele kleine Bausteine die ein eindeutig besseres Ergebnis brachten. Ende Jänner werde ich wieder erzählen wie es mit dem nächsten Projekt gegangen ist.