Atomphysik mit und ohne Harald Lesch

  • "Unser" Universum dehnt sich aus. Momentan. Allerdings wird es sich zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder zusammenziehen. Nur so kann ein universaler Kreislauf gewährleistet sein.
    Ein Aspekt dabei sind Singularitäten, die in jedem Galaxiezentrum in unterschiedlicher Grösse vorhanden sind. Der Ursprung des Urknalls wird wahrscheinlich niemals geklärt werden. Viellleicht werden wir die Materie bis zu einem bestimmten Punkt aufschlüsseln, aber der Ursprung des Universums/Urknall wird immer ein Mysterium bleiben. Unser Universum besteht aus einer bestimmten Menge an Energie und es wird niemand den Ursprung dieser Energiequelle herausfinden. P+,n, e-, quarks..., wer den Ursprung der Materie/Antimaterie kennt, wird gottgleich werden. Unsere Menschheit ist dafür nicht bereit. Woher ist die Energie des Urknalls gekommen? Branentheorie? Wenn ja ,dann wird die Expansion irgendwann stoppen und der Urknall erneut stattfinden. Fragt sich nur wann? Kreislauf des Universums.Einzig stimmige Theorie(Branen).

  • Hallo Wenigplan,
    von der Materie scheinst du ja viel Plan zu haben oder? Hast du beruflich damit zu tun? Oder machst du dir öfter nachts um kurz vor 5 solche Gedanken.
    Aber vielleicht erstmal: Herzlich willkommen im Forum.

    Was wenn es sich bei den Atomen um so etwas ähnlich komplexes handelt wie Galaxien / Sonnensysteme? Wenn es sich im großen so verhält warum nicht auch im kleinen? Ist unser Universum vielleicht nur ein Molekül das gerade in einem größeren Organismus wächst? Wird es wieder zerfallen wenn der große Organismus stirbt) Sind schwarze Löcher sowas wie Krebsgeschwüre?
    Boah, was für ein Müll den man verzapfen kann am frühen Morgen, oder? (ich meine damit nur mein geschreibsel um sofort Missverständnisse auszuräumen, das hat aber nichts mit Größe zu tun)

  • Hi und hallo. Bin auch neu hier, so wie "wenigplan".

    Ich habe bei einem Dartspiel einen Abpraller des dritten Pfeils gehabt.

    Wir haben den Dart nicht wieder gefunden. Alle Suche half nichts. Kann es sein,

    dass sich ein schwarzes Loch geöffnet hat und er im Raum-Zeit-Dings-Da
    verschwunden ist?

    Melanie

  • Na das ist ja mal ein geiler Thread. Ich kram den mal wieder raus. Die Hälfte der Diskutanten ist mittlerweile zwat nicht mehr registriert, aber was soll's.

    Zitat von Thread-Titel

    Atomphysik mit und ohne Harald Lesch

    Astrophysik, nicht Atomphysik.

    Ich habe letztens in einer Astronomie-Zeitschrift (Sterne und Weltraum oder eine Sonderausgabe von Spektrum der Wissenschaft) gelesen, dass die dunkle Energie gleichbedeutend mit der kosmologischen Konstanten sei. Wenn ich mich recht erinnere, hatte Einstein die kosmologische Konstante eingeführt, um die Vorstellung eines statischen Universums zu retten, also eines Universums, dass sich weder ausdehnt, noch (irgendwann wieder) zusammenzieht. Er fand diese Vorstellung "scheußlich". Und auch eine Physik, aus der eine solche Vorstellung erwächst. Später hat er die kosmologische Konstante dann als "größte Eselei seines Lebens bezeichnet". Und auch seine Meinung über die Ästhetik eines sich ausdehnenden Universums geändert. Interessant fand ich, dass die dunkle Energie bzw. die kosmologische Konstante nun dazu dient, um die Zunahme der Expansionsgeschwindigkeit des Universums zu erklären. Bis dahin dachte ich nämlich, Einstein hätte sich seine Theorie quasi zurechtgebogen. Aber das scheint ja völlig legitim gewesen zu sein.

    Aber ob sich das Universum irgendwann wieder zusammezieht oder bis in alle Ewigkeit ausdehnen wird. Irgendwann wird Leben wohl nicht mehr möglich sein. Genauer gesagt: Es wird auch jede wie auch immer gespeicherte Erinnerung an die Menschheitsgeschichte verloren gehen und sich nicht rekonstruieren lassen. Und damit stellt sich die Frage, welchen Sinn eigentlich das eigene Leben macht, wenn am Ende der universale Tod steht. Es mag etwas absurd klingen, aber ich finde diese Vorstellung etwas bedrückend, obwohl mein Leben davon natürlich nicht betroffen ist. Vermutlich nicht einmal das Leben irgend eines zukünftigen Menschen bzw. eines Wesens, das sich aus dem Menschen entwickelt hat. Das würde auch für durch den Menschen entwickelte künstliche Intelligenzen gelten. Denn hier geht es um Zeiträume, die jede menschliche Vorstellungskraft sprengen.

    Einmal editiert, zuletzt von D-O-S (15. Mai 2015 um 20:57)

  • Bevor ich jetzt anfange und eure geschätzten links verfolge...

    Vielleicht kanns mir einer ganz einfach erklären: wenn sich das Universum ausdehnt - wächst dann die Materie (also werden die Atome größer) oder kommt von irgendwo immer mehr Materia dazu? Oder gehts gar nicht um Materie? Und was ist das überhaupt?

  • Warnung: interessierter Laie ohne jede wirkliche Ausbildung in dem Bereich.

    Ich habe letztens in einer Astronomie-Zeitschrift (Sterne und Weltraum oder eine Sonderausgabe von Spektrum der Wissenschaft) gelesen, dass die dunkle Energie gleichbedeutend mit der kosmologischen Konstanten sei. ... Interessant fand ich, dass die dunkle Energie bzw. die kosmologische Konstante nun dazu dient, um die Zunahme der Expansionsgeschwindigkeit des Universums zu erklären. Bis dahin dachte ich nämlich, Einstein hätte sich seine Theorie quasi zurechtgebogen. Aber das scheint ja völlig legitim gewesen zu sein.


    Soweit ich das verstehe, ist das aber in beiden Fällen lediglich ein Kunstgriff, so ein bisschen wie der Fehlerterm in der Statistik - nach dem Prinzip "wir glauben zwar, da ist noch irgendwas, aber wir können's (noch) nicht genauer spezifizieren, deshalb packen wir es alles in eine Konstante". Insofern ist das in der Tat sowohl damals als auch heute etwas zurechtgebogen, aber ich denke, das gilt für alle wissenschaftlichen Theorien, die nicht nur reine Mathematik sind...man hat halt als letzte Instanz immer die Wirklichkeit, an der sich die Theorien früher oder später messen lassen müssen. Einsteins Konstrukt widersprach dem damaligen Stand der Beobachtung, und er vermutete den Fehler in einer unvollständigen Theorie statt einer unvollständigen Beobachtung.

    Eselei oder nicht, ich finde das recht beeindruckend, dass einer der klügsten Köpfe aller Zeiten den Fehler zuerst einmal bei sich vermutet hat. Mit der dunklen Energie hat man jedenfalls jetzt zumindest eine Idee, was dieses zusätzliche Irgendwas sein müsste, aber durch Beobachtung abgesicherte Details fehlen halt immer noch.


    wenn sich das Universum ausdehnt - wächst dann die Materie (also werden die Atome größer)


    Nein.

    oder kommt von irgendwo immer mehr Materia dazu?


    Nach Mainstream-Ansicht ist das Universum ein geschlossenes System, es kommt also nichts dazu oder weg, sondern es wird lediglich zwischen verschiedenen Energie- und Materieformen umgewandelt - mit der Tendenz, dass durch die vermutete ungebremste Ausdehnung des Universums die "Dichte" immer geringer wird. Ist aber wie alles in der Physik lediglich vorherrschende Meinung, keine endgültig bewiesene Tatsache.

    Oder gehts gar nicht um Materie? Und was ist das überhaupt?


    Und das ist dann was für die tatsächlichen Experten...

    Einmal editiert, zuletzt von Zeyes (15. Mai 2015 um 22:41)

  • Oder gehts gar nicht um Materie? Und was ist das überhaupt?

    Es gibt drei Artikel zum Begriff Materie in der Wikipedia: Materie (allgemein), Materie (Physik), Materie (Philosophie). In "Materie allgemein" steht mit Verweis auf "Materie Physik": "In der Physik ist Materie der Oberbegriff für alle Beobachtungsgegenstände, die Masse besitzen." Diese Kurzdefinition ist gar nicht mal so schlecht. Vollständig können Definitionen von Begriffen wie Materie, Energie, Masse u. s. w. wohl eh nicht sein. Vielleicht gilt das aber auch für alle Begriffe. Im Unterschied zu einem Begriff wie "Tisch" lässt sich die eigene Hilflosigkeit aber umso schlechter hinter Verweisen auf andere Begriffe verstecken, je elementarer die Begriffe sind.

    Edit: Dunkle Materie ist ein Beobachtungsgegenstand, weil sie sich durch ihre Masse bemerkbar macht.

    Gut gemachte Veranschaulichung der Entfernungen der Planeten von der Sonne. Ähnlich viel Leere gibt es auch zwischen Elektronen und Atomkern.

    2 Mal editiert, zuletzt von D-O-S (16. Mai 2015 um 00:28)

  • Soweit ich das verstehe, ist das aber in beiden Fällen lediglich ein Kunstgriff, so ein bisschen wie der Fehlerterm in der Statistik - nach dem Prinzip "wir glauben zwar, da ist noch irgendwas, aber wir können's (noch) nicht genauer spezifizieren, deshalb packen wir es alles in eine Konstante".

    Der "Fehler", den Einstein gemacht hat, war, dass er von seiner Wunschvorstellung eines statischen Universums ausgegangen ist (obwohl ihm, glaube ich, klar war, dass seine Relativitätstheorie ein expandierendes Universum zumindest zulässt). Weil die Schwerkraft in einem sich nicht ausdehnenden Universum früher oder später zum Kollaps führen würde, musste er die kosmologische Konstante einführen. Dann hat Hubble durch Beobachtung belegt, dass sich das Universum ausdehnt. Und Einstein musste das akzeptieren. So habe ich es verstanden. Ich bin aber auch nur Laie. Wenn ich es richtig verstanden habe, dachte man, nachdem klar war, dass das Universum expandiert, dass die Kraft für die Expansion so eine Art einmaliger, aus dem Urknall stammender Impuls ist, der auf den Raum selbst wirkt. Heute hat man Belege dafür, dass sich die Expansion sogar beschleunigt. Schwerkraft und dunkle Energie (oder kosmologische Konstante) sind also nicht im Gleichgewicht. Nach heutigem (!) Kenntnisstand wird es also keinen Kollaps geben. Die kosmologische Konstante wurde also wieder eingeführt, weil sich die beschleunigte Expansion damit erklären lässt, also dieses Mal nicht wegen einer Wunschvorstellung. Um was es sich aber genau handelt, weiß man nicht. Aber der Begriff "Energie" deckt so gut wie alles ab.

    aber ich denke, das gilt für alle wissenschaftlichen Theorien, die nicht nur reine Mathematik sind...man hat halt als letzte Instanz immer die Wirklichkeit, an der sich die Theorien früher oder später messen lassen müssen.

    Ja. Darin unterscheidet sich die Wissenschaft von der Esoterik. Aber auch Naturwissenschaftler sind nur Menschen. Ohne bildliche Vorstellungen können sie nicht leben. Für uns Laien kann es allerdings irreführend sein, wenn wir die bildlichen Beschreibungen von Naturwissenschaftlern nachzuvollziehen versuchen, aber nicht nachvollziehen können, was zu diesen Vorstellungen geführt hat. Wenn das kosmische Ei zum Beispiel als extrem dichter Schaum aus exotischen Teilchen beschrieben wird. Einerseits ganz praktisch. Andererseits entspricht diese Vorstellung sicherlich nicht der Wirklichkeit, denn es geht schlichtweg um unfassbare Größenordnungen. Das ist vollkommen jenseits unserer menschlichen Lebenswirklichkeit.

    2 Mal editiert, zuletzt von D-O-S (16. Mai 2015 um 18:12)

  • Es gibt da eine Vortragsreihe von Harald Lesch, die ich empfehlen kann:

    Urknall - Anfang von allem | Harald Lesch (Vortrag Teil 1)
    Das Weltall • Kosmologisch | Harald Lesch (Vortrag Teil 2)
    Vom Stein zum Leben • Kosmologisch | Harald Lesch (Vortrag Teil 3)

    Im ersten Vortrag ist er arg hibbelig. Auch für seine Verhältnisse. Tut dem Vortrag nicht so gut.

    Ich habe vor einiger Zeit mal ein Hörbuch von ihm gehört, in dem es um die Frage nach außerirdischem Leben geht. Das Thema hat mich schon immer interessiert. Sehr interessant, was unsere Erde so exklusiv macht. Die Erde ist weder zu schwer noch zu leicht, sie hat einen großen Mond, liegt in der habitablen Zone des Sonnensystems, befindet sich in keinem Doppel- oder Mehrfachsternsystem, das System hat Gasriesen im Außenbereich, um Kometen abzufangen, liegt in der galaktischen habitablen Zone (Sonne ist weder schneller noch langsamer als die Spiralarme) u. s. w. Günstige Bedingungen für die Entstehung von Leben also.

    Einmal editiert, zuletzt von D-O-S (30. Mai 2015 um 08:39)

  • Russischer Milliardär haut mal eben 100 Millionen Dollar für die SETI-Forschung heraus.

    Schade um das Geld. Hätte man in sinnvollere Forschungsbereiche investieren können.

    Edit: Übrigens gibt es mittlerweile noch schärfere Bilder von Pluto und seinem Mond Charon. Die Sonde ist derzeit, wenn ich mich recht erinnere, mit 50000 km/h unterwegs. Das Bild aus dem letzten Beitrag wurde ungefähr aus einer Million Kilometer Entfernung aufgenommen.

    5 Mal editiert, zuletzt von D-O-S (20. Juli 2015 um 19:00)

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