Dart geht auf die Knochen

Posts by Zeyes

    Wobei bei allen drei Touren abzuwarten bleibt, ob die Preisgeldsteigerungen nicht zumindest teilweise durch erhöhte Meldegebühren gegenfinanziert werden. Gerade bei der Challenge Tour kann ich mir das noch am ehesten vorstellen, da der Saisonstart schon bisher viehmarktähnliche Zustände aufwies (im Januar waren es am Samstag 280 Spieler). Das würde wohl noch extremer werden, wenn bei gleichem Geldeinsatz höhere Preisgelder winken.


    Die Preisgeldverteilung insgesamt ist in der Tat wieder mal ziemlich suboptimal.

    Ich hoffe, dass man die letzten beiden Matches der Nebenbühne noch auf die Hauptbühne packt, so hätten wir dann zumindest noch einen weiteren deutschen Spieler neben Ricardo auf der Hauptbühne. Gerade Anderson-Clemens hätte ich egtl. ursprünglich schon auf der Hauptbühne erwartet, aber gut ... ändern kann man daran jetzt wohl leider auch nichts mehr.

    Was ich mir allerdings aber noch vorstellen könnte ist, dass man zumindest noch Chizzy-Zonneveld auf die Hauptbühne verlegt, da das Verhältnis dann mit 15-17 zeitmäßig sicherlich auch aufgehen müsste.

    Na ja, ich bin bei den UK Opens immer wieder überrascht, wie viel schneller doch die anderen Boards durch sind als die Hauptbühne. Würde mich absolut nicht wundern, wenn sie auf Stage Two wirklich 18 Spiele in der gleichen Zeit schaffen wie die 14 fürs TV. Ein Überziehen werden sie jedenfalls mit Sicherheit verhindern wollen, eine halbe Stunde nach dem geplanten Ende geht ENG-USA in Katar los.

    Aber das halte ich auch für recht weit hergeholt. Zumal die Info auch eher "versteckt" hinter der Preisgelderhöhung der Women's Series auftaucht. Da hätte man doch eher mit einem "World Championship spot up for grabs" geworben, um das Matchplay an sich zu promoten.

    Na ja, so klar und eindeutig waren die Erfolgschancen des Matchplays an sich dann aber doch nicht, dass ich ein solches Vorpreschen seitens der PDC für realistisch gehalten hätte. Das hätte schließlich auch ein komplettes Desaster werden und das Turnier zu einer einmaligen Veranstaltung verdammen können, und dann hätte man mit dem WM-Platz da gestanden, der das Desaster ein halbes Jahr später nochmal präsent gemacht hätte. Aber das Szenario "wenn das überhaupt so als Bühnenturnier funktioniert, dann geben wir später bekannt, dass die Siegerin und ihre kommenden Nachfolgerinnen zur WM eingeladen werden" halte ich nicht für komplett abwegig.

    Sorry, aber der Punkt zählt meiner Meinung nach überhaupt nicht. Du spielst auf das vermeintlich zu geringe Niveau des Qualifiers an (...)

    Nein, ich meinte primär die ganzen zynischen "ist doch nur Virtue Signalling, um noch mehr Kohle zu scheffeln"-Kommentare nach der Bekanntgabe des Qualifiers.


    Und das eben wohl auch nur, weil der PDC- und Sky-Liebling, der auf dem regulären Quali-Weg in letzter Sekunde überholt wurde, zufällig diesen Platz einnimmt.

    Keiner von uns weiß, was hier die (Alternativ-)Planungen gewesen sind. Vielleicht hätten sie auch jede andere Matchplaygewinnerin mit dem WM-Platz belohnt, und haben die Bekanntgabe nur strategisch bis jetzt verzögert, um kurz vor der WM nochmal medial aufzutrumpfen. Oder vielleicht hätten sie stattdessen Greaves eingeladen, wenn die in der Women's OOM knapp hinter Sherrock geblieben wäre. (Hat hoffentlich keiner schon wieder vergessen, dass sie sie auch unerwartet zur Youth-WM einladen wollten...) Oder, oder, oder.

    Das Grundproblem sehe ich woanders: Warum darf es sich die PDC erlauben, für Ranking-Turniere keine vollständig bekannten Qualifikationskriterien zu Beginn des Quali-Zeitraums zu veröffentlichen? Das gilt sowohl für die WM, als auch für den Grand Slam und streng genommen auch für die UK Open. Die PDPA ist da doch angeblich sonst so streng (Stichwort GSoD-Qualifier).

    Ich sehe ehrlich gesagt nicht das Problem. Es wird zu Beginn der Saison ausdrücklich kommuniziert, dass 32+32 Plätze über die Tour vergeben werden und die restlichen 32 der freien Verfügung der PDC unterliegen. Und selbst bei denen kann man praktisch zu 100% davon ausgehen, dass die "PDC-internen" Spielerpotenziale (Associates, Youth, Women, Affiliated Tours, TCH-Qualifier) am Ende eher mehr Startplätze erhalten als zu Anfang des Jahres allgemein erwartet, aber nie weniger. Für mich hat die PDC damit alle Pflichten gegenüber "ihren" Spielern erfüllt. Entscheidungen wie die jetzt pro Sherrock tangieren doch keinen von den anderen negativ. Es gab und gibt schlicht kein Anrecht auf z.B. stattdessen noch einen weiteren TCH-Qualifierplatz, selbst wenn manche Fans das zur einzig gerechtfertigten Option stilisieren, weil es ihnen argumentativ in den Kram passt.


    Und dass es einfach unrealistisch ist, zu erwarten, wirklich alle 96 Qualifikationsmöglichkeiten müssten im Januar komplett fix sein, haben wir doch gerade in diesem Jahr wieder vorgeführt bekommen. Nochmal Stichwort EADC/Ukraine, und auch die Asian Championship wird Anfang des Jahres mit Sicherheit noch nicht in trockenen Tüchern gewesen sein. Das ginge bestenfalls, wenn die PDC zukünftig komplett auf externe Teilnehmer verzichtet, und das will vermutlich auch keiner. Selbst eigentlich fest geplante Qualis sind ja durchaus schon mal kurzfristig ausgefallen, z.B. Thailand letztes Jahr.

    Ratajski, Smith, Petersen

    Um das mal noch etwas weiter auszuführen (gibt sicher User, die damals noch nicht dabei waren), zitiere ich der Einfachheit halber mal aus dem Wikipedia-Artikel zur WM 2017/18:

    The final four qualification places were announced on 19 October, with places being given to the highest ranked Eastern European, Krzysztof Ratajski, the National Darts Federation of Canada number one Jeff Smith, the highest ranked African, Devon Petersen, and the then-undetermined 2017 Development Tour winner, Luke Humphries. The sudden announcement of these places, and the granting of them to Ratajski, who had declined an invitation to the rival 2018 BDO World Darts Championship before failing to qualify through the 2017 PDC Pro Tour Order of Merit; and Jeff Smith, who had failed to qualify for the BDO World Darts Championship and not played a single PDC event in the previous year, were criticized by some, with ITV4 pundit and tour card holder Paul Nicholson saying he had written to the Professional Darts Players Association to seek clarification over the placings.

    Gerade die Wildcard für Smith kam doch damals komplett aus dem Blauen heraus, mit einer Begründung, die nochmal mehrere Stufen unterhalb von Sherrocks Matchplay-Titel anzusiedeln ist.


    Es sollen halt bestimmte Märkte bedient werden, und wenn für die betreffenden Märkte schon bekannte Gesichter existieren - Smith war in den Jahren zuvor BDO-WM-Halbfinalist und -Finalist gewesen, und hatte nach meiner Erinnerung schon angedeutet, einen zweiten Versuch bei der PDC starten zu wollen - dann "passt" das halt für alle Beteiligten.


    Ob man Sherrock damit langfristig einen Gefallen tut, ist sicher eine berechtigte Frage, aber ablehnen würde das kein/e Spieler/in aus der zweiten oder dritten Reihe in dieser Situation.


    Und ganz ehrlich: Mich persönlich stören solche Entscheidungen deutlich weniger, seit die WM auf 96 Plätze erweitert worden ist. (Das war 2017/18 übrigens noch nicht der Stand der Dinge.) Da ist mittlerweile sooo viel Platz für echte oder auch Pseudo-Wildcards - ich sage nur: Bekanntgabe des Indian Qualifier erst nach Vollzug der Asian Championship. Und mal nebenbei: Die Aufregung bestimmter Kreise über den Ukrainian Qualifier ist mittlerweile auch schon wieder komplett verraucht, oder?

    Show schön und gut. Um Darts als ernstzunehmenden Sport zu etablieren helfen solche Willkürentscheidungen natürlich wenig.

    Also bitte. So was wird doch nur von Nerds wie uns tiefgehender betrachtet ("analysiert" sage ich ausdrücklich nicht). Die anderen 99% der Öffentlichkeit, die man wirklich braucht, um ein "ernstgenommener" Sport zu sein/zu werden, interessieren doch solche Details nicht die Bohne. Von denen wundert sich auch keiner, warum z.B. Diogo Portela immer wieder dabei ist.

    Auch von mir noch verspätete Glückwünsche an Michael Smith. Hoffentlich ist das jetzt aber auch die Initialzündung für weitere Erfolge und nicht irgendwie der Start eines "so, jetzt hab ich nichts mehr zu beweisen..."-Schlendrians à la Adrian Lewis zu seinen schlechtesten Zeiten.


    Aber mal abgesehen davon: Interessant finde ich ja, dass nach dem GSOD Gerwyn Price als aktueller Weltranglistenerster im Tourcardrace = vorläufigen Saisonabschluss jetzt nur noch die Nr. 4 ist. Ich weiß gar nicht, ob wir das überhaupt schon mal in der OOM-Ära hatten, dass bei der WM gleich vier Spieler potenziell die Chance haben, danach die Nr. 1 zu sein...

    Falls Hempel und du irgendwie nicht miteinander klarkommen sollten, haben deine zwei Kommentare hier jetzt auf jeden Fall für etwas Einblick gesorgt, an wem von euch beiden das wohl am ehesten liegen könnte.

    Die Organisatoren der anderen vier Stops sind ja schon altbekannte Veranstalter, aber die Mongolen müssen wohl im Rahmen der Asian Championship bzw. der Qualis vorher ordentlich Eindruck hinterlassen haben. Hätte ich nicht gedacht, dass man da jetzt direkt hingeht, freut mich aber sehr.


    Ansonsten verbleiben von den in 2018 und 2019 genutzten Spielorten noch Malaysia, Singapur, Taiwan und Macau, außerdem war in 2020 auch China geplant. Würde mal auf 1) Taiwan, 2) Malaysia oder Singapur, 3) Festlandchina oder Macau tippen. Wobei China reiserestriktionsmäßig ja immer so ein Ding ist...


    Außerdem gibt es einen Deal mit Viaplay, die ab nächstem Jahr in UK, den Niederlanden, Polen und den Nordic & Baltic Ländern die European Tour übertragen.


    Interessant vielleicht noch, dass Matt Porter von über 2,2 Milllionen Preisgeld spricht, was eine Erhöhung entsprechen würde.


    Die offizielle Meldung der PDC

    Also wohl 170 oder 175 Tsd. Wäre durchaus mal an der Zeit, seit 2017 (damals von 115 auf 135 erhöht, inzwischen 140) hat sich ja kaum was verändert.

    (Anführungszeichen ergänzt, da die unterschiedliche Formatierung im Zitat nicht erhalten bleibt.)

    Ist das hier für dich Kritik?


    "Ich erwarte, dass er als Profi dann den Anspruch hat, so ein Spiel auch zu gewinnen und diese Chancen zu nutzen. Wenn er diesen Anspruch nicht haben sollte, könnte er besser aufhören. Und den Anspruch dürfen auch ruhig Darts Fans haben, dass ein Spieler seiner Qualität (besser gesagt: seines Potentials) so ein Match dann auch mal als Außenseiter gewinnt."


    Ich sehe hier nur jemanden, der seinen Frust freien Lauf lässt und sich anmaßt, die Karriereberatung von Clemens ungefragt in die Hand zu nehmen.

    Lustig, ich hatte den betreffenden Kommentar damals nicht gelesen (den Grund kann man sich wahrscheinlich vorstellen), war mir aber gerade zu 99% sicher, welcher User das gewesen sein muss. Die Forensuche hat's bestätigt.


    Obwohl, eigentlich nicht lustig, sondern eher ziemlich traurig, so eine Kombination aus Tunnelblick und Überheblichkeit.

    Die Low-Risk-Variante, die man bei der PDC wohl am ehesten vermuten darf, wäre wahrscheinlich 40 Mannschaften und 8 Prelimspiele im gleichen Format wie die bisherige 1. Runde, und dann wie früher bei der WM die Prelim-Gewinner direkt in der gleichen Session nochmal gegen einen weiteren Gegner ran. (Wieder 16 Seeds?)

    Letztes Jahr war es so:


    1. Gruppe: A1, B1, C2, D2, B3, C3, A4, D4

    2. Gruppe: C1, D1, A2, B2, A3, D3, B4, C4

    Die Gruppen sind mittlerweile bekannt:


    Gruppe A: Hempel, Pietreczko, Kurz, Wenig, Gotthardt, Hopp, Gerdon, Eidams


    Gruppe B: Klose, Springer, Rötzsch, Horvat, Schlichting, Bilderl, Obst, Hurtz

    Entweder großer Zufall oder das ist dann ein festes Schema, o.g. Positionen stimmen auch für dieses Jahr wieder.

    Ich vermute mal stark, dass die ersten 4 der Gruppen A und B bzw. der Gruppen C und D jeweils eine Gruppe darstellen.

    Letztes Jahr war es so:


    1. Gruppe: A1, B1, C2, D2, B3, C3, A4, D4

    2. Gruppe: C1, D1, A2, B2, A3, D3, B4, C4


    Die jeweiligen Top 2 gesetzt und die Dritt- und Viertplatzierten zugelost? Bin mir nicht sicher.

    Wenn es schon 8 Qualifikanten sein müssen, würde ich mir ja einen Modus wünschen, der wenigstens ein bisschen der hauptsächlichen Qualifikationsmethode ähnelt. Also z.B. drei Qualifikationsturniere, von denen sich nur jeweils die beiden Finalisten qualifizieren, und dazu noch die zwei Besten einer Ranglistenwertung über die drei Turniere. Oder eben gleich vier Qualis.

    Eine Trostrangliste hatte ich hier angedacht, damit nicht Spieler, die eigentlich sehr gut in den Qualis performen, vielleicht immer wieder knapp scheitern und am Ende mit leeren Händen dastehen. Im Nachgang ist mir dann klar geworden, dass die Hauptqualifikation über die TV- und ET-Turniere so was aber natürlich auch nicht hat. Das gab dann den Anlass für eine kleine Spielerei - welche Spieler sind im vergangenen Jahr wie oft knapp an GSOD-Qualikriterien vorbeigeschrammt?


    Hierfür habe ich Ergebnisse betrachtet, in denen jeweils ein oder zwei Siege gefehlt haben, also Halbfinale/Viertelfinale im TV sowie Finale/Halbfinale auf der ET. Der Einfachheit halber habe ich dabei zwei Punkte vergeben, wenn ein Sieg fehlte bzw. einen Punkt, wenn es zwei Siege zu wenig waren. (Die PCs habe ich komplett außen vor gelassen, weil die am Ende kaum relevant waren.) Die daraus resultierende Rangliste:


    12 James Wade - TV: 5x HF (World Ch'ship, GSOD, PL, WS Finals, World Cup), 1x VF (UK Open), ET: 1x HF (ET5)

    9 Dimitri Van den Bergh - TV: 1x HF (Matchplay), 2x VF (Grand Prix, World Cup); ET: 2x F (ET5, ET11), 1x HF (ET2)

    8 Rob Cross - TV: 1x VF (GSOD); ET: 3x F (ET2, ET6, ET7), 1x HF (ET13) - qualifiziert über PCs

    6 José de Sousa - TV: 1x HF (Masters), 2x VF (Matchplay, PC Finals); ET: 2x HF (ET6, ET11)

    4 William O'Connor - TV: 1x HF (UK Open); ET: 1x F (ET10)


    3 Chris Dobey - TV: 1x HF (European Ch'ship), 1x VF (Grand Prix)

    3 Brendan Dolan - TV: 1x HF (PC Finals), 1x VF (World Cup)

    3 Andrew Gilding - ET: 1x F (ET12), 1x HF (ET8)

    3 Daryl Gurney - TV: 2x VF (PC Finals, World Cup); ET: 1x HF (ET2)

    3 Martin Lukeman - TV: 1x VF (Grand Prix); ET: 1x F (ET3)


    2 Gary Anderson - TV: 1x HF (World Ch'ship)

    2 Keane Barry - TV: 1x HF (UK Open)

    2 Stephen Bunting - ET: 2x HF (ET4, ET9)

    2 Madars Razma - TV: 1x VF (Grand Prix); ET: 1x HF (ET9)

    2 Rowby Rodriguez - ET: 1x F (ET9)

    2 Callan Rydz - TV: 1x VF (World Ch'ship); ET: 1x HF (ET8)

    2 Vincent van der Voort - TV: 1x VF (PC Finals); ET: 1x HF (ET6)


    1 Sebastian Białecki - TV: 1x VF (UK Open)

    1 Gabriel Clemens - TV: 1x VF (World Cup)

    1 John Henderson - TV: 1x VF (World Cup)

    1 Kim Huybrechts - TV: 1x VF (World Cup)

    1 Ryan Joyce - TV: 1x VF (WS Finals)

    1 Mervyn King - TV: 1x VF (World Ch'ship)

    1 Martin Schindler - TV: 1x VF (World Cup) - qualifiziert über Qualifier

    1 Fallon Sherrock - TV: 1x VF (GSOD) - qualifiziert über Women's World Matchplay


    Schindler ist dementsprechend der einzige der heutigen 8 Floor-Qualifikanten, der schon mal irgendwann etwas näher dran war (und auch das war "nur" der World Cup).

DAZN