Beiträge von Mics147

    Früher hat man sich über Denis Priestley aufgeregt, dann war Justin Pipe an der Reihe. Jetzt wirft man Mensur vor
    das Spiel zu verzögern, oder extra langsam zu Spielen.


    Ich glaube, bei Priestley hat man sich nicht einmal aufgeregt. Damals war ein etwas langsamer Rhythmus noch ganz normal. Heute gibt es so viele schnelle Werfer, da fällst du sofort auf, wenn du mal ein wenig länger brauchst ...

    Bei dem Auftritt von Gerwyn Price gestern finde ich es nicht passend, irgendetwas in das Spiel bzw. die Karriere von Adrian Lewis hineinzuinterpretieren. Wenn man vom Gegner von Anfang bis Ende ausgespielt wird, wiel dieser einfach die bessere Tagesform hat, kann auch ein zweimaliger Weltmeister wenig ausrichten. Bin mal gespannt, ob Price die Leistung morgen reproduzieren kann; der Normalfall ist es ja nicht. ;)

    Aus dem Talent Lewis ist schon längst ein wahrer Champion geworden. Mit seinen zwei WM-Titeln und weiteren Major-Erfolgen ist Jackpot bereits einer der erfolgreichsten Spieler der PDC-Geschichte. Einem Spieler, der seit nun ca. 5 Jahren unter den Top 4 der Rangliste zu finden ist, kann man auch nicht wirklich mangelde Konstanz vorwerfen. Es gab und gibt viele Spieler, für die es nach ein paar Jahren in der Weltspitze sofort wieder rapide bergab ging (z.B. Mardle, Dudbridge / aktuell Newton).

    Für mich ist Lewis vielmehr eine Art Wundertüte. Qualitativ kann er mit van Gerwen, Taylor und Anderson locker mithalten. Nur zählt man diese drei zurzeit automatisch bei jedem Turnier zu den Top-Favoriten, während man bei Lewis nie so recht weiß, was man erwarten darf.

    Außerdem steht Aidy mit seinen 30 Jahren noch ziemlich am Anfang seiner Profilaufbahn. Als einfach entspannt zurücklehnen und gucken, was die nächsten Jahre so bringen! ;)

    Man kann wohl kaum von "kühnen Spekulationen" sprechen, wenn der Spieler selber schon von seinem Karriereende gesprochen hat.


    Wie ernst es die Spieler mit solchen Andeutungen meinen, sollte bekannt sein. Phil Taylor hat seine Karriere schließlich schon 2004 beendet ... ;)

    In Bezug auf den ET-Boykott weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll. Es stimmt sicherlich, dass der Modus nicht ganz fair ist, wenn die Top 16 der ProTour gesetzt sind und für die Rangliste selbst bei einem Erstrundenaus 1.500 Pfund mitnehmen (bei 9 Events sind das 13.500 Pfund garantiert, sofern man in den Top 16 der ProTour bleibt; ca. ein Drittel des Wertes, den man aktuell für die Top 16 braucht). Ob das noch im Sinne der ProTour ist, bei der eigentlich die Idee ist, alle Spieler in Runde 1 ohne garantiertes Preisgeld starten zu lassen, ist schon fraglich. Hier sollte sich die PDC in Zukunft mal überlegen, ob die Turniere in der Form noch zur ProTour passen oder man sie als "kleine Majors" ansehen sollte bzw. eine eigene Kategorie mit separater Rangliste dafür aufmachen sollte.

    Worauf Barney aber eher hinauswill, ist eine Wildcard für ihn als 5-fachen Weltmeister bei diesen Events. Insofern würde ich seine Ansicht nicht teilen. Barney hat bereits den Luxus der Wildcards für Premier League und World Series (als aktuelle Nr. 17 der Weltrangliste). Wenn man was am Modus ändern sollte, dann müssten meiner Meinung nach alle in die Quali (auch die Top 16). Das stößt dann aber auf Interessenskonflikte mit dem Veranstallter. Schwierige Sache also. Da wird der Boykott eines einzigen Spielers letztlich nichts bringen ...

    Ansonsten finde ich generell das Auslassen von kleineren Turnieren für einen Spieler mit deratigen Karriereleistungen und einer langen Profilaufbahn nicht so schlimm. Barney handhabt das im Prinzip genau wie Taylor, mit dem Unterschied, dass Taylor bei den Majorn erfolgreicher ist und damit in der Order of Merit weiter oben steht, es sich also auch eher leisten kann als Barney.

    Ich denke schon, dass Barney jetzt langsam mal eine Entscheidung treffen sollte, ob er ranglistentechnisch noch einmal angreifen möchte oder aber seine Karriere so langsam ausklingen lässt und nur noch die Events spielt, auf die er Lust hat (solange er noch dafür qualifiziert ist bzw. Wildcards erhält).

    Im übrigen hat die PDC Europe mit dem Gibraltar-ET nichts zu tun, das organisiert die PDC in Kooperation mit den lokalen Kräften.


    Vielleicht liegt auch genau hier der Grund dafür, dass es so viele Turniere in Deutschland gibt. Die PDC Europe hat sich die Vermarktungsrechte für den Großteil Kontinentaleuropas gesichert, kümmert sich aber vorrangig um Darts in Deutschland. Wenn aus der PDC Europe wieder die "GDC" würde und die PDC direkt mit interessierten Veranstaltern kooperierte, gäbe es möglicherweise auch mehr Events in Europa außerhalb Deutschlands. (Ist reine Spekulation, aber die Vermarktungsrechte für fast ganz Europa einzustecken und dann überwiegend Turniere in Deutschland auf die Beine stellen, macht für mich nicht zu 100% Sinn.)

    Schon klar das jeder gleiches Recht und Chancen hat an Karten zu kommen, aber ich würde es eben schön finden wenn die Leute zum Dart gehen weil es dort klasse Dart gibt und nicht weil da Bier ausgeschenkt wird, Walk-On-Girls dicke TXXXen haben und manch ein Gast ein lustiges Kostüm... Das soll ja alles auch gerne mit dabei sein, aber man darf den SPort darüber nicht vergessen oder in den Hintergrund rücken.


    Unterstützende Elemente zur Show sind okay, aber es wird problematisch, wenn diese zum Mittelpunkt der Show werden. Dann könnte ganz leicht wieder ein Imageproblem entstehen. Da kann es auch nicht verwundern, dass nahezu alle hiesigen Artikel zum Thema Darts sich nur mit dem Drumherum befassen, es aber kaum fachkundige Berichte und Analysen zu den Matches gibt (abgesehen von sport1.de und den bekannten Fachseiten).

    Ich denke nicht, dass die einzige Alternative des teilweise nur an Party interessierten PDC-Publikums die paar älteren Herren bei der Lakeside sind. Die wirken auf mich manchmal genauso teilnahmslos und desinteressiert an den Spielen wie die grölende Fußball-Meute unter den PDC-Zuschauern. Hier mal zwei Beispiele von PDC-Turnieren, bei denen sich das Pubklium meiner Meinung nach deutlich anständiger und respektvoller verhalten hat, als das mittlerweile oft Standard ist:

    1.) Beim kürzlich ausgetragenen Japan Masters: Enthusiastische Fans, die feiern, ihren Spaß haben, die Spieler lautstark anfeuern, sich gleichzeitig aber auch zurückhalten, wenn der Spieler wirft und insgesamt den Eindruch erwecken, sie seien gekommen, um sich erstklassigen Sport anzusehen.

    2.) Beim WM-Finale 2007 zwischen Taylor und van Barneveld: Zugegebenermaßen eine kleinere Kulisse, aber ebenfalls gut erkennbar, dass man sich auf die Aufnahmen konzentriert, das Match verfolgt und in den entscheidenen Momenten komplett still ist. Sorgt auch am TV beim Betrachten für mehr Spannung und Dramatik als beim sonst häufig herrschenden Feier-Grundton im Hintergrund.