Beiträge von OlliS

    Schade, hätte es Steve gegönnt, aber heute wirkte er verkrampft. Naja, den Sieg über Taylor nimmt ihm keiner mehr und in der OoM klettert er zweit weitere Plätze nach oben. Hat dieses Jahr insgesamt schon 14 Plätze geschafft (64 -> 50).

    Starkes Ding von der Wundertüte West, da hätt man wohl Geld drauf setzen sollen?! Ich geh jetz ins Bett, aber hätt rein gar nix dagegen wenns jetz direkt danach die nächste Sensation gibt...

    Auf das Match hab ich zwar nicht gewettet, aber vorgestern gab es für eine Wette auf Steve West als Turniersieger eine Quote von 501:1. Da habe ich eiskalt und mutig zugeschlagen und 1 Euro gesetzt.

    Round One = done; four to go :thumbup:

    Profisportler leben nicht von ihrer sportlichen Leistung selbst, sondern von der Aufmerksamkeit, die sie über diese Leistung generieren. Spitzensport ist heute Teil des Showgeschäfts und Profisportler sind Personen des öffentlichen Lebens.

    Wer sich für eine Karriere als Sportler entscheidet, was Max getan hat, der muss damit leben, dass jede nicht-private Entscheidung öffentliches Interesse hervorruft und u.U. auch kritisiert wird.

    Ich bin überzeugt, dass Max damit weniger Probleme hat, als einige von euch.

    Olympische Spiele sind in Europa derzeit halt gesellschaftlich nicht durchsetzbar. Und ich muss sagen, solange man in den internationalen Verbänden von mafiösen Strukturen ausgehen muss, finde ich das auch gut so. Der Spitzensport ist in vielerlei Hinsicht verseucht.


    Ich kann mich da aus den letzten paar Jahren an so einige Aussagen van Barnevelds erinnern, die in die Richtung "auf Altenteil kann ich mich noch nicht begeben, dafür ist das Leben noch zu lang und der Kontostand zu niedrig" gingen, meistens in Verbindung mit versteckten Klagen darüber, wie viele Turniere er doch dafür immer noch spielen müsse. Inwieweit das der Wahrheit entsprach, kann ich natürlich nicht beurteilen.

    Ich muss dir recht geben. Das ist in der Tat schwer zu beurteilen.
    Ich habe gerade mal in der Dartsdatabase nachgeschaut und errechnet, dass van Barneveld seit seinem Wechsel zur PDC bis heute grob überschlagen etwa 2,3 Mio. Pfund Preisgeld eingespielt hat. Da ein Großteil des Preisgelds in UK erspielt wurde, musste Barney als Ausländer jeweils etwa 40%-50% Steuern bezahlen. Bleiben netto also etwa 1,2-1,5 Mio. Pfund übrig. Sonstige Einnahmen durch Sponsoren etc. zu schätzen wäre zumindest für mich Kaffeesatzleserei.

    Ausländer, die in Deutschland an einer European Tour teilnehmen, bezahlen übrigens Pauschal 20% Steuern.
    Von den 25.000 Pfund, die van Gerwen am Sonntag gewonnen hat, bekommt er also "nur" 20.000 ausgezahlt, 5.000 gehen direkt an den deutschen Staat. Dazu kommt noch der Solidaritätszuschlag und ich glaube, die PDPA bekommt auch noch ein paar Prozent (da bin ich mir aber nicht sicher).


    Dann warten wir mal ab, ob die "die haben es nicht nötig"-Logik auch dann noch greift, wenn RvB aus den Top 16 rausfällt und nächstes Jahr auch für Matchplay und Grand Prix nicht mehr direkt qualifiziert ist...

    Die sollte auch dann noch greifen, denn wenn van Barnveld es finanziell noch nötig hat, dann hat er abseits des Dartboards definitiv was falsch gemacht. Ob er noch hungrig auf Erfolge ist, ist eine andere Frage.

    Ich denke, man muss es jetzt auch nicht schlimmer machen, als es ist. Fünf der besten zehn Dartspieler der Welt zu Gesicht zu bekommen ist ja jetzt auch nicht so schlecht.

    Aber natürlich birgt es eine gewisse Gefahr, dass die PDC Europe sich auf das Funktionieren nur eines Marktes verlässt und die Internationalisierungsstrategie offensichtlich aufgegeben hat.

    Fast ein Viertel der Teilnehmer (11 von 48) hat keine Tourcard. Bei den letzten beiden Events waren es 7 bzw. 6. Mal schauen, wie sich das auf das Spielniveau der Freitagspartien auswirkt.

    Aus den Top 10 sind leider auch nur fünf am Start. Im dritten Viertel des Tableaus tummeln sich direkt drei davon (Wright, Wade, Klaasen), im vierten Viertel ist kein einziger.

    Da liest Du aber ganz schön viel raus aus diesem Turnier. Ich sehe überhaupt nicht, dass da irgendwas spannender wird oder zusammenrückt. MvG hatte diesmal ausnahmsweise 3 Gegner, die richtig stark waren. Klaasen, Huybrechts und Suljovic haben richtig gut dagegengehalten. War schön zu sehen, scheint mir aber ne Ausnahme zu sein. Das Ding ist ja: Sogar jetzt hat MvG gewonnen. Kurz hintereinander 3 Gegner, die schon richtig gut spielen, auf Distanz zu halten, das ist eine großartige Leistung. Und das zeigt für mich nur einmal mehr die Dominanz von MvG.

    Mag sein, dass ich da gestern nach dem guten Turnier etwas zu euphorisch war.

    Aber ganz unabhängig vom gestrigen Turnier denke ich, dass es eine natürliche Entwicklung ist, wenn in einer professioneller werdenden und mit mehr und mehr Preisgeld ausgestatteten Sportart die Leistungsunterschiede geringer werden.

    Tennis scheint mir da ein gutes Beispiel zu sein, speziell Damentennis. Gabriela Navratilova hatte zu ihren Zeiten kaum eine Gegnerin (eigentlich nur Chris Evert) und hat nahezu jedes Turnier gewonnen. Bei Steffi Graf war es in den ersten Turnierrunden häufig nur die Frage, ob sie mehr oder weniger als 40 Minuten braucht, um ihre Gegnerin von Platz zu fegen. Heute können 20 Spielerinnen ein Grand Slam Turnier gewinnen und die neue Nummer 1 Angelique Kerber hat in dieser Saison schon mehrfach in Runde 1 verloren.

    Ich denke, wenn die PDC sich weiter gut entwickelt und speziell das Preisgel weiter steigt und vielleicht auch der fünfzigste, sechzigste oder gar siebziegste der OoM noch vom Sport Leben kann, dann wird das Niveau sich ähnlich entwickeln, denn heute sind ja knapp zweidrittel der PDC-Spieler Hobbyspieler bzw. bestenfalls Halbprofis.

    Ich würde mir Spannung bei Majors wirklich wünschen, bezweifle aber, dass es sie wirklich geben wird. Die Distanzen bei Majors, vor allem bei der WM sind deutlich länger. Das wiederum wird den ganz großen wie van Gerwen in die Karten spielen. Denken wir nur an einen Kim Huybrechts, der jetzt drei Euro Tour Halbfinals erreicht hat, aber bei Majors schon lange nicht wirklich ein Bein auf den Boden bekommt. Ich glaube an einen "Überraschungssieger" beim World Grand Prix, aber bei anderen Majors glaube ich nicht, dass man ähnliches wie auf der ET zu sehen bekommen wird.

    Ich würde dir nur zum Teil zustimmen. Wir werden auch spannende Majors sehen, es wird nur etwas länger dauern als auf der ProTour. Ich bin überzeugt, dass wir in zwei Jahren auch von den schlechteren Tourcard-Spielern kaum noch Averages unter 90 sehen werden und insgesamt sehr viel mehr Averages über 100. Da das Niveau in der Spitze schon jetzt sehr hoch ist, ist dort kaum von sehr großen Entwicklungsschritten auszugehen. Das Feld der 128 Profis wird insgesamt deutlich näher zusammenrücken. Es werden dann immer noch eine Handvoll Spieler die Turniersiege unter sich aufteilen, aber sie werden härter kämpfen müssen. Schlechte Aussichten für Topspieler, gute Aussichten für Zuschauer.

    Ich kann Zeyes Schilderung bestätigen. Ich habe in einer anderen Sportart die Erfahrung gemacht, dass Regeländerungen, die das organisatorische Niveau verbessern, von der breiten, schweigenden Mehrheit der Teilnehmer gut geheißen werden, auch wenn es ihre Freiheit etwas einschränkt. Es gibt sicher einige, die sich dann beschweren, aber man sollte sich bei solchen Entscheidungen an den Meisten und nicht an den Lauten orientieren. Und spätestens nach dem dritten Turnier haben sich alle dran gewöhnt und die Kritiker verstummen.

    Erneuter verdienter Sieg für MvG, aber es wird langsam enger. Ich habe Turniere in Erinnerung, in denen er nie gefährdet war. Dieses mal musste er mehrfach sein Topspiel zeigen, um sich durchzubeißen. Eine erfreuliche Entwicklung, wie ich finde.

    Das Match gegen Klaasen werde ich mir im Laufe der Woche sicherlich noch mal anschauen. Hammer!

    Ich fand auch, dass Max heute sehr schlecht gespielt hat. Und ich denke, dass es auch O.K. ist, wenn man das hier schreibt. Allerdings gilt natürlich auch hier: Der Ton macht die Musik.

    Gestört hat mich bei Max gar nicht so sehr die Leistung an sich (kann ja mal vorkommen), sondern die Körpersprache. Ich hatte nicht den Eindruck, dass er sich im Match noch mal pusht und alles aus sich herausholt. Den Eindruck hatte ich auch letzte Woche schon, auch wenn er da etwas besser gespielt hat. Sieht für mich so aus, als hätte er im Moment nicht die richtige Einstellung.

    Ich wünsche ihm auf jeden Fall, dass er bis zu den großen Events des Jahres wieder zu alter Verfassung zurück findet.

    Eine Frage hätte ich in dem Zusammenhang: Arbeiten die Tourspieler eigentlich mit Sportpsychologen zusammen? Oder fehlt da in der Breite das Geld für? Weiß das jemand?

    Glückwunsch an Mensur, auch wenn Kim seinen Teil beigetragen hat. Ich habe großen Respekt vor den Leistungen von MvG, Taylor und Gary, aber ein Turnier ohne die drei erhöht die Spannung schon enorm.

    Mensur ist jetzt übrigens der vierterfolgreichste Spieler dieses Jahres. Er hat bisher 85.750 Pfund eingespielt. Nur MvG (336.500), Wright (117.750) und Taylor (116.500) sind besser.
    Wenn der so weiter macht bin ich echt gespannt, ob die PDC den Mut hat ihn zur Premier League einzuladen.


    Auf einem anderen Forum hat heute jemand die interessante Feststellung getroffen, dass die Erweiterung der PC Finals auf 64 Spieler womöglich gar nicht mal so sehr für die Spieler aus der zweiten Reihe gedacht war, sondern eher für die Stars, die sich so immer noch für das Turnier qualifizieren können, auch wenn sie nur wenige PCs mitspielen. Würde mich nicht überraschen, wenn's tatsächlich so geplant war. Dass die Stars jetzt allerdings auch so viele ETs auslassen, dass sie nun dort Probleme mit der Major-Qualifikation kriegen, war vermutlich nicht eingeplant.

    Da sich das World-Series-Rad sicher nicht zurückdrehen lässt, wäre vielleicht mal anzudenken, ob man nicht die ETs generell auf mindestens zwei Wochen Abstand zu den World-Series-Ausflügen planen kann. Vielleicht auch noch mehr Challenge- und Development-Wochenenden parallel zur World Series legen, um ein paar zusätzliche Termine für die PCs und ETs freizuschaufeln. Aber ist natürlich alles nicht so einfach, von wegen Verfügbarkeit der Spielorte usw.

    Deine Vorschläge machen absolut Sinn. Ich bin mir auch sicher, dass die Jungs von der PDC sich bemühen, alles möglichst perfekt zu legen. Den Haken, an dem der "perfekte" Spielplan scheitert, hast du ja auch genannt. Allerdings würde auch ein optimalem Spielplan nichts an der Menge an Turnieren ändern. Und da ja die Vermutung naheliegend ist, dass mit der Zeit die World Series-Turniere zu Ranglistenturnieren weiterentwickelt werden sollen, wird es wohl in Zukunft auch nicht weniger Turniere geben.

    Eine weiterhin positive Entwicklung der PDC vorausgesetzt, macht es keinen Sinn, die Topspieler durch Qualifikationsregeln dazu zu zwingen die ProTour-Events zu spielen. Das ist, als würde man den FC Bayern dazu zwingen, am Münchener Kreispokal teilzunehmen. Schön für die lokalen Zuschauer, aber sportlich und finanziell nicht interessant.

    Mindestens von den Players Championships, eventuell auch von den UK Open Qualifiern, sollte man die Besten befreien.