Danke werde ich ausprobieren ich dachte immer ich werfe eigentlich aus dem Muskel Gedächtnis aber vielleicht würde sich beim e-dart besseres konzentrieren bzw fokussieren auszahlen.
Das Muskelgedächtnis hat nichts damit zu tun, dass wir in einem starren System gefangen sind, das uns keine Veränderung erlaubt. Vielmehr geht es darum, dass bestimmte Bewegungsabläufe stabil in unserem motorischen Repertoire verankert sind.
Wenn ich also mit 15 gr. Darts werfe und nach einiger Zeit auf schwerere Darts umsteige, stellt sich ein verändertes Körpergefühl ein – das ist völlig normal. Dadurch wird das Muskelgedächtnis jedoch nicht grundlegend „attackiert“, sondern es handelt sich eher um ein vorübergehendes Phänomen. Ich bin in diesem Moment gezwungen, Anpassungen vorzunehmen. Wenn man motorisch gut aufgestellt ist und regelmäßig trainiert, erfolgen diese Anpassungen oft automatisch – (Hand-Auge-Koordination). Wer sich jedoch zu sehr auf seine Wurftechnik verkopft, macht diesen Prozess unnötig kompliziert.
Wenn also jemand – wie einer der Vorredner geschrieben hat – aus bestimmten Gründen 7 cm zu hoch wirft, kann man natürlich bewusst dagegensteuern. Eine Möglichkeit wäre, den Stand etwas zu verändern und sich weiter weg vom Oche zu stellen. Alternativ kann man auch an anderen Einflussfaktoren arbeiten, um Feinjustierungen vorzunehmen. Das kann bewusst geschehen, um zu trainieren und besser zu verstehen, wie der eigene Wurf funktioniert. In der Regel läuft diese Anpassung jedoch unbewusst ab.
Wenn ich im Training beispielsweise 10 bis 15 mm zurückgehe und dann werfe, wird der erste Dart mit hoher Wahrscheinlichkeit zu tief kommen – vielleicht eine Handbreit, vielleicht sogar zwei. Um mein Ziel dennoch zu treffen, das höher liegt, habe ich mehrere Möglichkeiten:
- Ich kann aktiv meinen Oberarm weiter nach oben führen.
- Ich kann meine Körperhaltung bewusst korrigieren.
- Ich kann mir vorstellen, wie der Dart auf einer höheren Flugbahn ins Ziel gelangt. (und weitere Maßnahmen)
Interessanterweise zeigt sich oft, dass sich die richtige Höhe langsam, Stück für Stück, automatisch einstellt.
Wenn mir also jemand erzählt, er brauche zwei bis drei Tage, um sich an eine Gewichtsdifferenz von 6,5 Gramm zu gewöhnen, dann halte ich das nicht für ein Problem des Muskelgedächtnisses, sondern eher für eine mentale Limitierung. Oft liegt es daran, dass man sich selbst nicht zutraut, dass die Anpassung schneller möglich ist.
Wenn ich jedoch davon überzeugt bin, dass jeder Wurf zu 100 % identisch sein muss – dass ich wie eine Maschine funktionieren muss und keinerlei Variabilität zulassen darf – dann schränke ich mich selbst ein. In diesem Fall wird es tatsächlich schwierig, mein Ziel zu treffen. Wenn ich aber verstehe, dass ich in der Lage bin, flexibel auf verschiedene Gegebenheiten zu reagieren, dann werde ich auch die richtigen Anpassungen finden.
Daher halte ich Hand-Auge Koordination für essenziell im Dart Training, weil es schult, dass man auch unter problematischen Situationen noch sein Ziel treffen kann.